Navigation Unsere Assoziations-Datenbank; nicht nur zum Lösen von Schreibblockaden Zurück zur Startseite Hier finden Sie den richtigen Ansprechpartner Die Verantwortlichen und AGBs Aktuelle Informationen Unseren aktuellen und geplanten Projekte Nachhilfeunterricht Unsere kreative Textwerkstatt mit Literaturforum Unsere Publikationen Wir stellen uns vor
 

ANAXIMANDER

610-547 v. Chr.
- wird als einer der führenden Köpfe der Menschheit bezeichnet
- erfand die Sonnenuhr und entwarf die erste europäische Erdkarte (Deter)

Lehre

- nahm gewisse Entwicklungsstufen bei der Entstehung des Menschen an und setzte den Fisch an den Anfang allen vergänglichen Seins
- zuerst bezeichnete er den Urgrund alles Seins arxh, erst später nannte er den Begriff apeiron, d.i. grenzenlos-unbestimmt - damit die fortdauernde Schöpfung niemals Mangel leide -, unveränderlich, unzerstörbar, unvergänglich, ständig bewegt und durchgängig belebt → aus ihm gehen die konkreten Erscheinungen hervor und kehren in es zurück: Die innere Bewegung des Alls wird im Apeiron enden und aus ihm dann immer wieder beginnen, denn es ist unerschöpflich, das Werden hört nicht auf.
- aus dem Apeiron hat sich entwickelungsgeschichtlich ein samenartiges Etwas abgesondert, feucht und warm zugleich, und wuchs zu etwas Pflanzenähnlichem heran
- das in ihm enthaltene Feuer konzentrierte sich im Inneren und legte eine schützende Rinde um es herum, die vom Winde getrieben um die Erde kreisen
- die im Inneren tobenden Gegensatzkämpfe ließen die Rinde zerspringen; so steht am Anfang der Welt der Urknall, der einige radförmige Feuerstreifen zurückließ → der größte dieser Streifen, die Sonne, wurde am weitesten von seinen Gegnern weggetrieben
- die Außenhülle ist warm, das Erdinnere kalt, wobei die Erde als ein Zylinderstumpf in der Mitte des Universums frei schwebt
- die Verhältnisse, in denen die einzelne Himmelskörper stehen, sind durch Zahlen ausgedrückt, d.i. der Unterschied zur mythologischen Struktur
- der Untergang, Tod, des Einzeldings, Individuum, wird bei ihm durch das Apeiron bestimmt: Sein Untergang ist eine Buße, die es den Kommenden zu zahlen hat; es hat abzutreten, da sein Leben voll Ungerechtigkeit, Habgier, Wille zur Macht und Selbstbehauptung war. - Anfang der Dinge ist das Unendliche. Woraus aber ihnen die Geburt ist, dahin geht auch ihr Sterben nach der Notwendigkeit. Denn sie zahlen einander Strafe und Buße für ihre Ruchlosigkeit nach der Zeit Ordnung. (Bloch)
- Anaximander negiert das Endliche → als Indiz für die Unendlichkeit des Seins nennt er die Bewegung: Der Übergang vom Unendlichen zum Endlichen vollzieht sich durch eben jene Bewegung; es, das Endliche, scheidet sich vom Unendlichen durch Bewegung ab. Stoff, Kraft und Leben werden begrifflich nicht voneinander unterschieden.
- hat sich die Frage nach dem Unterschied von dem Begriff und dem, was wir mittels dessen zu verstehen suchen, nicht gestellt: das vorgestellte Ding wird als wirklich angenommen

Ethik

- die Existenz des Einzelwesens ist eine unrechtmäßige Emanzipation vom ewigen Sein → daraus folgt die Notwendigkeit des Untergangs, genauer: Existenz ist vorrübergehender Sieg der einen Seite - die beiden Elementarkräfte: trockenes, heißes Feuer und nasses, kaltes Wasser -, also Unrecht
- der Kampf muß weitergehen, der Sieg ist also vorübergehend → die Entwicklung wäre ausgeschlossen, gäbe es einen Sieger
- die Entwicklung verläuft in gerader Linie → durch das Ausscheiden von Gegensätzen wird der Kosmos entstehen, wobei die Welt als eine Einheit zu verstehen ist
- Gott betritt nicht die Bühne, das Persönlich-Göttliche ist das überpersönlich Unbeschränkte, welches alles überdauert
- der Wille zur Macht verdient auch seinen Untergang
- die innere Bewegung des Alls wird im Apeiron enden und aus ihm dann immer wieder beginnen, denn es ist unerschöpflich, das Werden, es hört niemals auf

Vergleich zum yin-yang

Die yin-yang-Idee - Kampf der Gegensätze als entwickelndes Moment - steht mit dem Königtum in Verbindung, dem die Macht, den Streit beizulegen, zugemessen wurde. Anaximander sieht die Dinge als solche, nicht als Eigenschaften, denkt ganzheitlich; eine rituelle Macht stand bei ihm jenseits des Denkbaren.

Wertung

- der vermeintliche Fortschritt gegenüber Thales: das Apeiron ist keine empirisch-erfahrbare Ursubstanz, es repräsentiert eine höhere Stufe der Abstraktion
- Anaximander stellte das erste Gesetz des Werdens auf und unterschied ein äußeres und inneres Leben
- die eigentliche Leistung Anaximanders besteht wohl zurecht darin, daß er den Gedanken eines ordnenden Prinzips ausgesprochen hat; dieses apeiron ist Ausdruck des in einem unendlichen Kreislauf von Entstehen und Vergehen sich vollziehenden Weltprozesses: „Entstehen und Vergehen würden nur dann nicht nachlassen, wenn dasjenige, von dem das Entstehen abgetrennt wird, unbeschränkt sei.“ (Aristoteles)

 
anaximander.txt (672 views) · Zuletzt geändert: 2013/05/14 12:36 von aerolith
 
Recent changes RSS feed Creative Commons License Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki



Herzlich willkommen! Salve!

Die Benutzung ist kostenlos. Finanzielle Unterstützung für das wiki philosophica bitte per paypal an robert@vonwolkenstein.de schicken.

Viel Erfolg beim Suchen und viel Spaß!