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Welche Rolle spielte der Autor in einer Zeit, die auf „Tilgung des Individuellen drängte“ (Brenner, Peter J.: [[Individuum]] und Gesellschaft. In: Deutsche Literatur. Eine Sozialgeschichte. Bd. 3. Zwischen Gegenreformation und Frühaufklärung. Hg. v. H. A. Glaser. Reinbek bei Hamburg 1985. S. 45.), einer Zeit, da nahezu alle Bereiche des [[Leben#Lebens]] Wandlungsprozessen und der [[Suche]] nach neuer Ordnung unterlagen?  \\ Welche Rolle spielte der Autor in einer Zeit, die auf „Tilgung des Individuellen drängte“ (Brenner, Peter J.: [[Individuum]] und Gesellschaft. In: Deutsche Literatur. Eine Sozialgeschichte. Bd. 3. Zwischen Gegenreformation und Frühaufklärung. Hg. v. H. A. Glaser. Reinbek bei Hamburg 1985. S. 45.), einer Zeit, da nahezu alle Bereiche des [[Leben#Lebens]] Wandlungsprozessen und der [[Suche]] nach neuer Ordnung unterlagen?  \\
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Dennoch gelang ihm die Etablierung des von ihm geforderten Poeten als gelehrten Repräsentanten am Hofe in seinem eigenen Wirken nicht. So blieb er einerseits in seiner politischen Rolle als [[Höfling]] und Diplomat und andererseits der Hofpoet, der Widmungspoesie und [[Panegyrik]] verfaßte, ohne jedoch beide Bereiche zur [[Synthese]] führen zu können.\\      Dennoch gelang ihm die Etablierung des von ihm geforderten Poeten als gelehrten Repräsentanten am Hofe in seinem eigenen Wirken nicht. So blieb er einerseits in seiner politischen Rolle als [[Höfling]] und Diplomat und andererseits der Hofpoet, der Widmungspoesie und [[Panegyrik]] verfaßte, ohne jedoch beide Bereiche zur [[Synthese]] führen zu können.\\     
Der [[Wechsel]] an den Hof bedeutete für den Gelehrten, sich auf vielfältige neue Erfordernisse einzustellen: Elegante Konversationen, weltgewandtes Auftreten, die Kenntnis der höfischen Rangordnung und alle damit einhergehenden Verhaltensnormen, sowie der Eintritt in den Konkurrenzkampf um die Fürstengunst wurden für den humanistisch geprägten Gelehrtengeist, der es gewohnt war, sich in auditorium und museum in literarische Studien zu vertiefen, zu einer außerordentlichen Herausforderung. Der Autor nahm am Hof den Status eines Domestiken ein. Man erwartet von ihm, daß er höfische Feste durch Singspiele bzw. Gelegenheitsdichtung begleitete. \\ Der [[Wechsel]] an den Hof bedeutete für den Gelehrten, sich auf vielfältige neue Erfordernisse einzustellen: Elegante Konversationen, weltgewandtes Auftreten, die Kenntnis der höfischen Rangordnung und alle damit einhergehenden Verhaltensnormen, sowie der Eintritt in den Konkurrenzkampf um die Fürstengunst wurden für den humanistisch geprägten Gelehrtengeist, der es gewohnt war, sich in auditorium und museum in literarische Studien zu vertiefen, zu einer außerordentlichen Herausforderung. Der Autor nahm am Hof den Status eines Domestiken ein. Man erwartet von ihm, daß er höfische Feste durch Singspiele bzw. Gelegenheitsdichtung begleitete. \\
-Um die Schwierigkeiten zu veranschaulichen, denen ein Gelehrter am Hofe ausgesetzt war, soll auf das Lehrgedicht „Zlatna, Oder Von Ruhe deß Gemüths“ verwiesen werden, das Opitz 1623 veröffentlichen ließ. Opitz wurde 1622 an das akademische Gymnasium des Fürsten von Siebenbürgen, Bethlen Gabor, vermittelt. Opitz fand keinen Gefallen an dieser Anstellung und seine offensichtliche Kritik ließ ihn in Mißgunst geraten. Er zog sich auf das [[Land]] zurück, beschäftigte sich mit den rumänischen Bauern und Bergwerksarbeitern, deren einfaches Leben er in diesem Gedicht preist und idealisiert und dem höfischen Leben gegenübersetzt. Eben die [[Kritik]] am Fürstenhaus aus der Perspektive des Gelehrten, wie sie Opitz hier einnimmt, veranschaulicht die [[Situation]] des Dichters am Hof. So bemängelt Opitz die Dominanz von [[Schein]] und äußerlichem Glanz über Wissen und Fähigkeit.\\ +Um die Schwierigkeiten zu veranschaulichen, denen ein Gelehrter am Hofe ausgesetzt war, soll auf das Lehrgedicht „Zlatna, Oder Von Ruhe deß Gemüths“ verwiesen werden, das Opitz 1623 veröffentlichen ließ. Opitz wurde 1622 an das akademische [[Gymnasium]] des Fürsten von Siebenbürgen, Bethlen Gabor, vermittelt. Opitz fand keinen Gefallen an dieser Anstellung und seine offensichtliche Kritik ließ ihn in Mißgunst geraten. Er zog sich auf das [[Land]] zurück, beschäftigte sich mit den rumänischen Bauern und Bergwerksarbeitern, deren einfaches Leben er in diesem Gedicht preist und idealisiert und dem höfischen Leben gegenübersetzt. Eben die [[Kritik]] am Fürstenhaus aus der Perspektive des Gelehrten, wie sie Opitz hier einnimmt, veranschaulicht die [[Situation]] des Dichters am Hof. So bemängelt Opitz die Dominanz von [[Schein]] und äußerlichem Glanz über Wissen und Fähigkeit.\\
//Da pralet einer her mit großen weiten Schritten / \\ //Da pralet einer her mit großen weiten Schritten / \\
 
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