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BELOCH

Julius Beloch

Historiker
- forderte eine nüchterne und objektive BASIS der GESCHICHTE, wobei er dazu die Bevölkerungsbewegung auf einem ausgedehnten Gebiete und während eines längeren Zeitraumes aufgrund systematischer Sammlung und kritischer Sichtung des gesamten vorhandenen Materials zur Darstellung zu bringen beabsichtigte
- seine Untersuchungen verband er konsequent mit administrativen und staatsrechtlichen, aber auch quellenkritischen und historisch-geographischen Studien
- war sich bewußt, zwar keine exakten Daten liefern zu können, die die REALITÄT detailgetreu abbildeten, jedoch stets von dem OPTIMISMUS geleitet, ein wenigstens in den Hauptzügen treues BILD der Bevölkerungsverhältnisse der antiken WELT geben zu können, wobei seine Annäherungswerte hinsichtlich der freien Bevölkerung durchaus bis zu 25 % nach oben oder unten, bei Sklaven sogar um bis zu 50 % schwanken konnten → nennt 250000 Einwohner Karthagos realistisch, währenddessen KAHRSTEDT nur 125000 annimmt
- nutzte bei seiner Ergebnisfindung vor allem Kriterien der militärischen Dienstpflicht, erkannte die BEDEUTUNG der Getreideproduktion und des Konsums und beschrieb die Probleme des Bevölkerungsaufbaus nach Alter und Geschlecht
- vertrat die Ansicht, daß die MACHT der Verhältnisse gegenüber der freien Willensentscheidung dominiere: eine Alte Geschichte, welche in den großen Männern die treibende KRAFT der Entwicklung sehe, sei gleichviel wie pueris fabulas narrare, non historiam scribere - ein VORWURF, den schon Sempronius Asellio gegenüber der römischen ANNALISTIK geäußert hatte

beloch.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:06 (Externe Bearbeitung)