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berney 2013/05/14 12:19 berney 2016/07/04 15:44 aktuell
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Für seine Habilitation hatte Berney selbstfinanzierte, langwierige Archivstudien in [[Wien]], [[Paris]] und Berlin unternommen, während Heimpel bei Heinrich Finke, dessen beide Söhne im Ersten Weltkrieg gefallen waren, als Mitarbeiter und „Sohn im Hause“ vier Jahre wohnte [Heimpel 1995, S.198]. 1925 kam als Ordinarius Gerhard Ritter nach Freiburg, der 1929 Rudolf Stadelmann nach Freiburg brachte. Seitdem hatte sich Heimpel „im Ertragen der [[Genialität]] des von Ritter geförderten und unablässig gerühmten Rudolf Stadelmann [...] mit Berney zu teilen“. Kurz nach Heimpels Habilitation war Below am 21.10.1927 gestorben. Sein Nachfolger, Erich Caspar, kam 1928 aus Königsberg nach Freiburg, folgte aber schon 1930 einem Ruf nach Berlin. Den Violinisten Heimpel, den Pianisten und Baß Berney, den Cellisten Caspar und den Flötisten Ritter verbanden gemeinsame musikalische [[Interesse#Interessen]]. \\ Für seine Habilitation hatte Berney selbstfinanzierte, langwierige Archivstudien in [[Wien]], [[Paris]] und Berlin unternommen, während Heimpel bei Heinrich Finke, dessen beide Söhne im Ersten Weltkrieg gefallen waren, als Mitarbeiter und „Sohn im Hause“ vier Jahre wohnte [Heimpel 1995, S.198]. 1925 kam als Ordinarius Gerhard Ritter nach Freiburg, der 1929 Rudolf Stadelmann nach Freiburg brachte. Seitdem hatte sich Heimpel „im Ertragen der [[Genialität]] des von Ritter geförderten und unablässig gerühmten Rudolf Stadelmann [...] mit Berney zu teilen“. Kurz nach Heimpels Habilitation war Below am 21.10.1927 gestorben. Sein Nachfolger, Erich Caspar, kam 1928 aus Königsberg nach Freiburg, folgte aber schon 1930 einem Ruf nach Berlin. Den Violinisten Heimpel, den Pianisten und Baß Berney, den Cellisten Caspar und den Flötisten Ritter verbanden gemeinsame musikalische [[Interesse#Interessen]]. \\
Heimpels Frau hatte in Freiburg bei Martin [[Heidegger]] und dem Psychologen Jonas Cohn sowie dem Historiker Heinrich Finke, in Göttingen dann bei dem Psychologen Narziss Ach, bei den [[Historiker]]n Karl Brandi und A. O. Meyer, den Philosophen Moritz Geiger, Georg Misch und Leonard Nelson sowie den Pädagogen Erich Weniger und Hermann Nohl studiert. Hier wurde sie von Misch und Nohl, der als ‚Vater’ der modernen Sozialpädagogik galt und in dem Ruf stand, Sozialdemokrat zu sein [Heimpel 1995, S.200], Ende 1927 mit einer Arbeit des Titels „Die Aufklärung: Eine historisch-systematische [[Untersuchung]]“ promoviert [Nohl war in einem Gesuch an [[Hitler]] 1934 sogar als „nichtjüdischer extremer Sozialdemokrat“ denunziert worden, dem er vor der Göttinger Philosophischen [[Fakultät]] widersprach - Erwin Ratzke: Das Pädagogische Institut der Universität Göttingen. Ein Überblick über seine Entwicklung in den Jahren 1923-1949, in: Heinrich Becker, Hans-Joachim Dahms, Cornelia Wegeler: Die [[Universität]] Göttingen unter dem [[Nationalsozialismus]], München usw. 1987, S.208f.]. \\ Heimpels Frau hatte in Freiburg bei Martin [[Heidegger]] und dem Psychologen Jonas Cohn sowie dem Historiker Heinrich Finke, in Göttingen dann bei dem Psychologen Narziss Ach, bei den [[Historiker]]n Karl Brandi und A. O. Meyer, den Philosophen Moritz Geiger, Georg Misch und Leonard Nelson sowie den Pädagogen Erich Weniger und Hermann Nohl studiert. Hier wurde sie von Misch und Nohl, der als ‚Vater’ der modernen Sozialpädagogik galt und in dem Ruf stand, Sozialdemokrat zu sein [Heimpel 1995, S.200], Ende 1927 mit einer Arbeit des Titels „Die Aufklärung: Eine historisch-systematische [[Untersuchung]]“ promoviert [Nohl war in einem Gesuch an [[Hitler]] 1934 sogar als „nichtjüdischer extremer Sozialdemokrat“ denunziert worden, dem er vor der Göttinger Philosophischen [[Fakultät]] widersprach - Erwin Ratzke: Das Pädagogische Institut der Universität Göttingen. Ein Überblick über seine Entwicklung in den Jahren 1923-1949, in: Heinrich Becker, Hans-Joachim Dahms, Cornelia Wegeler: Die [[Universität]] Göttingen unter dem [[Nationalsozialismus]], München usw. 1987, S.208f.]. \\
-Sehr eindrucksvoll schildert Duchhardt, in welchem Wettlauf mit der Zeit - bei respektgebietender [[Loyalität]] seines Verlegers Oscar Siebeck - Berney 1933 den ersten Band seiner Biographie von [[Friedrich#Friedrich II. der Große]] zu Ende schrieb, der bis 1756 reichte. Er erschien 1934 und sollte Berney „an die Seite der damaligen Großen seines Faches stellen“ [Duchhardt S.65]. Die Bemühungen Ritters und Heimpels, Berney zu befördern oder wenigstens trotz der nationalsozialistischen „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ - [[Gesetz]] vom 7.4.1933 - dem Seminar zu erhalten, waren dagegen kontraproduktiv. Denn erst auf einen erneuten Antrag Heimpels stellte das Ministerium [[klar]], daß Berneys [[Vertrag]] nicht erst Ende 1934 auslaufe, sondern ihm schon längst gekündigt sei und ihm als „ehemaligen Frontkämpfer“ nur gewährt sei weiterzulesen. Das mußte er aber auch, wollte er seine venia nicht verlieren. Er tat es „bis zum Ende“, in dem „[[Wille#Willen]], für mein Deutschtum einzutreten“ [Matthiesen S.62f.]. Ende 1935 wurde ihm dann die //venia// entzogen. \\+Sehr eindrucksvoll schildert Duchhardt, in welchem Wettlauf mit der Zeit - bei respektgebietender [[Loyalität]] seines Verlegers Oscar Siebeck - Berney 1933 den ersten Band seiner Biographie von [[Friedrich#Friedrich II. der Große]] zu Ende schrieb, der bis 1756 reichte. Er erschien 1934 und sollte Berney „an die Seite der damaligen Großen seines Faches stellen“ [Duchhardt S.65]. Die Bemühungen Ritters und Heimpels, Berney zu befördern oder wenigstens trotz der nationalsozialistischen „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ - [[Gesetz]] vom 7.4.1933 - dem Seminar zu erhalten, waren dagegen kontraproduktiv. Denn erst auf einen erneuten Antrag Heimpels stellte das Ministerium [[klar]], daß Berneys [[Vertrag]] nicht erst Ende 1934 auslaufe, sondern ihm schon längst gekündigt sei und ihm als „ehemaligen Frontkämpfer“ nur gewährt sei weiterzulesen. Das mußte er aber auch, wollte er seine venia nicht verlieren. Er tat es „bis zum Ende“, in dem „[[Wille#Willen]], für mein [[Deutschtum]] einzutreten“ [Matthiesen S.62f.]. Ende 1935 wurde ihm dann die //venia// entzogen. \\
Der württembergische Landeshistoriker Erwin Hölzle wollte eine Rezension, die Berney 1935 über ein Buch Hölzles von 1931 geschrieben hatte, nicht unerwidert lassen. Gleichzeitig fühlte er sich weiterhin verletzt von der scharfen Ablehnung seiner Habilitation in Freiburg 1929 durch Ritter. Heimpel hatte in diesem [[Zusammenhang]] ihm gegenüber sogar erklärt, daß „mir persönlich alle weiteren Habilitationen hier besonders im Interesse meines Freundes Berney nicht gerade erwünscht sind“. So erwiderte Hölzle 1935 nicht nur Berney, sondern spielte unzweideutig auf dessen jüdische [[Herkunft]] an. Berney hatte nun den [[Glauben]] verloren, „daß die ohnehin nicht mit allzu viel [[Zivilcourage]] gesegnete deutsche [[Geschichtswissenschaft]] sich offen und ehrlich mit meiner Darstellung auseinandersetzt. Um so mehr wird sie benutzt und anonym verschlissen werden“ [ebd. S.76.] \\ Der württembergische Landeshistoriker Erwin Hölzle wollte eine Rezension, die Berney 1935 über ein Buch Hölzles von 1931 geschrieben hatte, nicht unerwidert lassen. Gleichzeitig fühlte er sich weiterhin verletzt von der scharfen Ablehnung seiner Habilitation in Freiburg 1929 durch Ritter. Heimpel hatte in diesem [[Zusammenhang]] ihm gegenüber sogar erklärt, daß „mir persönlich alle weiteren Habilitationen hier besonders im Interesse meines Freundes Berney nicht gerade erwünscht sind“. So erwiderte Hölzle 1935 nicht nur Berney, sondern spielte unzweideutig auf dessen jüdische [[Herkunft]] an. Berney hatte nun den [[Glauben]] verloren, „daß die ohnehin nicht mit allzu viel [[Zivilcourage]] gesegnete deutsche [[Geschichtswissenschaft]] sich offen und ehrlich mit meiner Darstellung auseinandersetzt. Um so mehr wird sie benutzt und anonym verschlissen werden“ [ebd. S.76.] \\
Matthiesen schließt sich dieser eigenen [[Deutung]] Berneys an und meint offenbar, daß erst durch diese Erwiderung Hölzles von 1935 in der Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte das Judentum Berneys publik geworden und nun auch für den Verlag an einen zweiten abschließenden Band von Berneys „Entwicklungsgeschichte“.\\ Matthiesen schließt sich dieser eigenen [[Deutung]] Berneys an und meint offenbar, daß erst durch diese Erwiderung Hölzles von 1935 in der Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte das Judentum Berneys publik geworden und nun auch für den Verlag an einen zweiten abschließenden Band von Berneys „Entwicklungsgeschichte“.\\
 
berney.txt (223 views) · Zuletzt geändert: 2016/07/04 15:44 von aerolith
 
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