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DANTE ALIGHERI

Dantes Bronzebüstenbild aus dem 15. Jahrhundert 1265-1321
italienischer Dichter
- bestieg 1311 den Prato al Saglio und gab damit furchtsamen Zeitgenossen ein Beispiel für erlebte Naturliebe
- konnte durch seine höchste Visionskraft zum Invisiblen vordringen und vermochte sein himmlisches Legendenland mit Worten versehen → indirekte Himmelsbilder, die Anschauung eines gegebenen Glaubens (Bloch)
- gab der Idee des Universalismus und der der Menschheit vereinigenden Mission des römischen Reiches den großartigsten und dauerhaftesten Ausdruck; niemals wieder hat eine Idee oder eine Hoffnung sich in so überragender Weise manifestiert (Kohn)
- schrieb ohne erhobenen Zeigefinger oder sonstige oberlehrerhafte Penetranz
- sein Blickwinkel war der des Liebenden oder Leidenden, Irrenden oder Lernenden: er erzählt immer nur von sich selbst - aber es las sich so, als ob nicht der Dichter, sondern der momentane Leser zu sich selber spräche (Zehm)

De Monarchia

um 1316 entstanden, nach dem italienischen Abenteuer Heinrichs VII. (1310-13)
- ghibellinische Einstellung
Prämisse: Aristoteles, aber der Blick weitet sich auf das weltumspannende Kaisertum, geht über die Enge des griechischen Polis hinaus → das Kaisertum ist für Dante eine notwendige, wenn nicht sogar heilsnotwendige Institution, monarcha totius mundi, die Quidort leugnete
- Kaiser und Papst sind unabhängig; beide sind von Gott eingesetzt
- Folge: alle Fragen werden im Sinne einer kaiserlichen Herrschaft beantwortet: der Mensch steht im Mittelpunkt von Dantes Darstellungen; er verbindet die Universalität der imperialen Herrschaft mit dem anthropologischen Grundsatz Aristoteles', daher ist eine einzige politische Organisationsform wünschenswert, die das Menschengeschlecht politisch organisiert und ihm bestmögliche Entwicklung hinsichtlich seiner zwei grundsätzlichen, von Gott gegebenen Providentien läßt: Entwicklung eigener Tüchtigkeit (virtus) und die Glückseligkeit des göttlichen Anblicks, zu welcher eigene Tüchtigkeit nicht aufsteigen kann

Methode

scholastisch, also drei Angriffspunkte zur Bewältigung des Problems
- Dante prüft anfangs, ob zum Wohlsein der Welt, Ordnung und Wohlstand, das Amt eines Weltherrschers notwendig sei
- die zweite Zielstellung seines Fragens verfolgt das Ziel einer Rechtfertigung des Herrschaftsanspruches der Römer über die Welt
- die dritte Frage verbindet diesen Rechtsanspruch mit der Beziehung zu Gott, ob also Weltherrschaft von Gott direkt oder seinem Stellvertreter abhänge

Göttliche Komödie

Divina Comedia (Titelvorschlag stammt von Boccaccio)
1321, kurz vor seinem Tod, vollendet
Item: ein Mensch, begleitet von einem Toten (Vergil) und in den schönen Gefilden von seiner Geliebten (Beatrice), schreitet gemessenen Schritts durch den übersinnlichen Kosmos, durchmißt Hölle und Himmel und erzählt derweil von den dort Angetroffenen (allesamt tot): er schildert ihren transzendenten Alltag
- Satan hat drei Münder - Judas Ischariot, Brutus, Cassius
- Hyrkanien ist Wolfsland, Behemoth ist ein Riesennilpferd, Leviathan ist das Riesenkrokodil
- verwandelt die Architektur der sieben Himmel von der Fixsternsphäre ab in die Wunschgeheimnisse eines Raumes von ebenso inwendiger wie überweltlicher Tiefe
- bei Dante ist man angekommen; das Reich der Ruhe mit dem Symbol der Rose und des Vollendetseins → Gegensatz zu Faust, der auch in den himmlischen Sphären sucht
- der letzte Vers: Beim Eintritt hier [Hölle] laßt alle Hoffnung fahren!
- lud auf das stärkste zur Parodierung ein (Burckhardt)
- die dargestellte Welt aus der Sicht eines Thomisten, dazu die ästhetische Ebene des Vergil (Wundt)

Vita nova

- der Übergang von der lateinsichen zu einer volkssprachlichen Dichtung erfolgte, weil es dem Dichter galt, sich der geliebten Frau, der lateinische Verse beschwerlich waren, verständlich zu machen

 
dante.txt (435 views) · Zuletzt geändert: 2015/05/07 07:08 von aerolith
 
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