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DENKEN

- ist nicht von sich aus auf Erkenntnis ausgerichtet
- im sozialistischen Realismus durch das Identitätsgefühl überflüssig;
- Denken, das System und die Anschauung nicht im Einklang hält, verstößt gegen mehr als gegen isolierte Gesichtseindrücke, es kommt mit der realen Praxis in Konflikt. (Adorno)
- Wollte ich aufhören zu denken, gäbe es keinen Beweis meiner Existenz mehr. (Descartes)
- die Abstraktion alles Mannigfaltigen
- subjektive Reflexion
- Selbsttätigkeit der Vernunft, zu Wissen führend, weiter zum Bewußtsein
- innerer Charakter: unendliche Wiederholbarkeit von einem und dem selben in ein und dasselbe, d.i. die reine Identität
- Materie der Anwendung des Denkens: philosophische Vielfalt, d.s. Utopien (Hegel)
- mitgehen durch Bestimmung der Dinge
- das Denken gehört wesensmäßig zum Sein, es ist ein Ereignis des Seins
- Vorurteil christlichen Denkens: Denken dient der wahren Aussage (Heidegger)
- bildet mit Bewußtsein eine emphatische Einheit, wobei die Erinnerung als Urgrund aller Erfahrungen gilt (Henrich)
- bloße innere Bewegung (Humboldt)
- mit den Füßen die Mutter Erde berührend (Kant)
- für unser Denken herrschen andere Vollkommenheitsmaßstäbe als für Gottes Denken → theistischer Ansatz (Kaulbach)
- dem Denken steht es nicht zu, über den toten Gott zu verfügen (Kern)
- die wahrnehmende Einbeziehung der Erlebnisse in die Bewußtseinswelt und deren fortschreitender Ausbau (Kolbenheyer)
- gedrängte Anwendungsfähigkeit (Musil)
- nur in der Freiheit des Willens möglich (Nietzsche)
- Unterredung der Seele mit sich selbst
- ist der Sprache und den Grundtugenden übergeordnet (Plato)
- das Regierende (Sokrates)
- in der Struktur dem Stofflichen gleich - adäquat
- reines Erfassen
- die Dynamik des Denkens ist die Selbstbefähigung dazu (Spinoza)

bürgerliches Denken

- Mit der Formalisierung der Vernunft wird Theorie selbst, soweit sie mehr als ein Zeichen für neutrale Verfahrensweisen sein will, zum unverständlichen Begriff, und Denken gilt als sinnvoll nur nach Preisgabe des Sinns. (Adorno)

diskursives Denken

- begriffliches Denken → im Gegensatz zum intuitiven Denken (Lukacs)

griechisches Denken

- tritt uns mit der ersten Dichtung in Form der Götterwelt in abgeschlossener Rundung entgegen
- das kollektive griechische Denken kommt durch das Wunder, das im Dunklen und jenseits von Homer liegt
- nichts ist tot und verlassen: Pantheismus
- der angebetete Gott ist ein persönliches Einzelwesen, eines von vielen
- es gibt keinen Hang zum Monotheismus, selbst wenn Einer momentan für Alle gilt → das ist eine Vereinigung der Fülle der Segensmacht: Henotheismus (Rohde)

hypostatisches Denken

- eine Erscheinung nicht nach ihren Lebensgesetzen und in den unbegrenzten Ablauf der Natur eingeordnet betrachten, sondern den menschlichen Erlebniswert des anfallenden Ereignisses selbst als das Wesen des Ereignisses nehmen und danach das Geschehen beurteilen (Kolbenheyer)

kantisches Denken

- Idee eines anschauenden Verstandes - intellectus archetypus -, welcher für den Menschen eben nur eine Idee beibt (Lukacs)

konservatives Denken

- ist anti-romantisch (Schiller)

Kreisprozeß des Denkens

- vollzieht sich nach Cusanus in drei Stationen:

  1. Denken cogitatio
  2. Überlegen consideratio
  3. Begriffsbilden terminatio

mythisches Denken

- benötigt die Natur im Grunde nur als Peripherie
- es gibt keine scharfe Grenze,die die Welt in ein Diesseits und ein Jenseits, eine lediglich empirische und eine transzendente Sphäre teilt → Menschen- und Götterwelt kann man zusammendenken (Cassirer)
- Identifikation und Imitation → das einfache Welterleben, einförmig und wandelbar (Mann)

nationales Denken

- ist beherrscht von der Idee des autonomen Volkes

postmodernes Denken

  • Absage an das seit der Aufklärung betonte Primat der Vernunft und die Zweckrationalität (die bereits in der Moderne erschüttert wurde);\
  • Verlust des autonomen Subjekts als rational agierender Einheit;
  • Neue Hinwendung zu Aspekten der menschlichen Affektivität und Emotionalität;
  • Ablehnung oder Hinterfragung eines universalen Wahrheitsanspruchs im Bereich philosophischer und religiöser Auffassungen und Systeme (sog. Metaerzählungen oder Mythen wie Moral, Geschichte, Gott, Ideologie, Utopie oder Religion, aber auch, insofern sie einen Wahrheits- oder Universalitätsanspruch trägt, Wissenschaft);
  • Verlust traditioneller Bindungen, des solidarischen Gemeinschaftsgefühls;
  • strikt durchgeführte Arbeitsteilung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens → Bildung einer Vielzahl von Gruppen und Individuen mit einander widersprechenden Denk- und Verhaltensweisen;
  • Toleranz, Freiheit und radikale Pluralität in Gesellschaft, Kunst und Kultur;
  • Dekonstruktion, Sampling, Mixing von Codes als (neue) Kulturtechniken;
  • die Welt wird als ein System von Zeichen begriffen;

Problem des Denkens

- Alles Denken bedarf des Widerstandes; Denken ist Widerstand. Stellt man eine offizielle, staatlich geschützte Normallehre auf, dann gibt es nur noch ehrgeizige Lügner und Verstummte. (Flake)
- verstandesmäßige Schranken (Lukacs)

rationales Denken

- weiß sehr wohl, daß es nur diskursiv, das heißt von Schritt zu Schritt, und nur aus eigener Kraft, ohne das Wunder von Vision voranschreiten kann
- es weiß auch, daß es mit der genannten Beschränkung sicheren Siegen entgegengeht; darauf beruht von Anfang an sein Selbstvertrauen (Freyer)

romantisches Denken

- Kants in der Kritik der Urteilskraft begründete Lehre von der Notwendigkeit, organische Wesen auf den Begriff der Zweckmäßigkeit zu beziehen und sie daher als selbst hervorbringend, nicht bloß als entwickelnde aufzufassen, alles lebendige also als ein sich zweckmäßig durch sich selbst erzeugendes in der menschlichen Urteilskraft zu begreifen, schuf die Grundlage für ein romantisches organisches Denken (Blome)

 
denken.txt (1302 views) · Zuletzt geändert: 2018/10/07 15:34 von aerolith
 
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