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DING AN SICH

- Kants Annahme eines hinter der Wirklichkeit verborgenen unerkennbaren Ding an sich wird von Hegel und auch Fichte als unhaltbare Fiktion verworfen
- Fichte suchte – wie Hegel – über die dialektische Selbstbewegung der Begriffe aus den allgemeinen Formen der Erkenntnis den Inhalt selbst zu deduzieren
- seit alters her unterscheidet die Philosophie in Erscheinungs- und Verstandeswesen: wenn wir die Gegenstände als Erscheinungen sehen, so geben wir zu, daß ihnen ein tieferer Sinn zugrunde liege
- heißt soviel wie keine unbedingte Relation
- liegt der Erscheinung zugrunde, ist aber von dieser verschieden - Raum-Zeit-Problem -, es kann nicht angeschaut werden (Kant)
- Russell fragt, ob in der Frage der Ursachenbestimmung Kant nicht einen Widerspruch zuläßt, denn einerseits hält er das Ding an sich für Ursachen von Empfindungen, andererseits jedoch die freie Willensentschließung als Ursache von Vorgängen in Raum und Zeit. → Vielleicht löst sich Russells Problem dadurch, daß das Ding an sich die Möglichkeit schafft, die von der freien Willensentschließung dann zu Vorgängen genutzt wird.
- kein Ding, wenn es unerkennbar
- kein „an sich“, wenn es seiend sein soll (Schelling)

Ding an sich vs. Erscheinung

Wenn Erscheinungen Dinge an sich selbst wären, mithin Raum und Zeit Dinge des Daseins der Dinge an sich selbst: so würden die Bedingungen mit dem Bedingten jederzeit als Glieder ein- und derselben Reihe gehören, und daraus auch die dritte Antinomie entspringen, die allen transzendenten Ideen gemein ist, so daß diese Reihe für den Verstand unvermeintlich zu groß als unendlicher Regressus oder zu klein, d.i. das Problem des Unbedingten, ausfallen müßte. → Kant in B 563 seiner Kritik der reinen Vernunft

siehe auch Verstand vs. Vernunft

 
ding_an_sich.txt (560 views) · Zuletzt geändert: 2014/10/29 19:40 von aerolith
 
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