Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


ethik

ETHIK

Autorität
- von eqoz für SITTE, Brauch → als terminus technicus von der PHILOSOPHIE gebraucht
- andere etymologische Verbindung zu hden d.i. die Beziehung zur ÄSTHETIK
- Lehre von dem Streben, das den menschlichen WILLEN beseelen soll

Grundprobleme

  • die Frage nach dem höchsten GUT

- bleibt dem Zustand rationaler Entscheidbarkeit entzogen und somit THEORIE - ist aber unbedingte VORAUSSETZUNG fürs Tatsächliche;

  • die Frage nach dem richtigen HANDELN

- fragt nach der NATUR und den Begründungen moralischer Forderungen: intuitives Erkennen sittlicher WERTe oder VERNUNFT gibt Handeln vor oder STREBEN nach GLÜCK gibt Handeln vor oder die psychische KONSTITUTION des Menschen…
- fragt nach dem WESEN MORALISCH richtigen Handelns - wenn sie einen sittlichen Wert verwirklicht oder sie entspricht abstrakt einem sittlichen Wert oder sie soll einen sittlichen Zustand herbeiführen oder sie löst eine allgemeine Billigung aus - fragt nach dem Wesen moralischer Werturteile - als ERKENNTNIS formuliert oder Item als Nützlichkeitspostulat oder nur als von der Konstitution befohlenes URTEIL;

- materiale Wertethik: SCHELER, N. HARTMANN
Dinge, die für den MENSCHen irgendwie wichtig sind: GESUNDHEIT, Luft, LICHT, NAHRUNG, Wohlbefinden [Güterwerte]; Erfüllungen [sittliche Werte]
- Rangordnung der Werte → sittliche Werte sind an Güterwerten orientiert, Bedingungsverhältnis
- unser Wissen von den sittliche Werten ist APRIORIsch → Ethik kann lehren, was tatsächlich gut ist
- formale Ethik (KANT): der Wert der Handlung ist nicht vom Inhalt abhängig, sondern von der Struktur beziehungsweise Form, denn es gibt nur ein moralisches Gesetz, woraus jede Handlung einen Bezug findet, ob sie moralisch sei oder nicht
- genügt eine Handlung der VORSCHRIFT ohne um seinetwillen geschehen zu sein, so ist sie bloß legal, nicht jedoch moralisch → Handlungen ohne BEWUßTSEIN einer Achtung fürs moralische Gesetz sind nicht moralisch, seien sie so gut gemeint oder aus Freude geschehen - ethischer Rigorismus -, DENN der Mensch ist nur frei, wenn er einem autonom gewählten GESETZ gehorcht, das ethisch ist, wenn es immer gültig ist: IMPERATIV
- UTILITARISMUS - BENTHAM, DEWEY, Butler
- die Feststellbarkeit der Ergebnisse des Handelns, HEDONISMUS: ruht auf dem EGOISMUS des Menschen und dessen Streben nach Schmerzvermeidung und Lustgewinnung
- greift über Einzelwohl hinaus, denn die sittliche Natur des Menschen will das Allgemeinwohl auch, so daß Ethik zum Vehikel des Nutzens wird
Item:
Ist SITTLICHKEIT an das große Glück der großen MEHRHEIT gebunden oder nicht nur ein eigenständiges ELEMENT des Nützlichseins?
Wird Glück nicht meßbar?
PSYCHOLOGISMUS - HUME
- es ist unmöglich, Prinzipien der MORAL aus Erwägungen der bloßen Vernunft zu ziehen a la Kant, da Handlungen psychologisch-empirisch motiviert werden → Handlungen ergeben sich aus dem Anblick des GUTEn oder Schlechten
- die ethische HANDLUNG fördert beim Handelnden das GEFÜHL erhöhter Sicherheit
DETERMINISMUS: SPENCER, SCHOPENHAUER, SPINOZA → alles Handeln ist Täuschung in bezug auf die Freiheit, die man zur Schau stellen will
- die Triebe bedingen unser Handeln, gleich welches Vorzeichen WIR ihm geben
- die Erziehung durch die GESELLSCHAFT bedingt Handeln, v.a. gutes und SCHLECHTES durch STRAFEn

Ethik der Freiheit

- Inhalt eines Moralprinzips, welches frei gewählt wurde
- das ICH setzt sich die Bestimmungen seiner Handlungsmaximen (FICHTE)
- unterscheidet sich nur quantitativ von der POLITIK, qualitativ jedoch ruhen beide auf dem Gesetz der sittlichen HARMONIE namens GERECHTIGKEIT (PLATON)
- Ergebung in den Willen GOTTes: blindes VERTRAUEN in seine FÜHRUNG, verbunden mit energischer Selbstarbeit und ENTSAGUNG von allen niederen Gelüsten des Körpers (PYTHAGORAS)
- menschliche Handlungen werden geometrisch betrachtet
- der MENSCH ist unfrei, da wir nur Modifikationen der Ursubstanz sein können, letztlich also alles determiniert ist (Spinoza)
zwei Maximen, die Handeln konfigurieren:

  • gesinnungsethisch → verwirft jedes Handeln, das SITTLICH gefährliche MITTEL anwendet
  • verantwortungsethisch → rechnet mit Defekten des Menschen - schon bei Fichte (WEBER)

antike Ethik

- für die HUMANISTENen kein Quell von Anweisungen - aber: akousmata Pythagoras'

kapitalistische Ethik

- ABSTRAKT, unpersönlich, präzise, totalisierend, vereinnahmend und berechnend; eine zeitlose Ethik, gleichgültig gegenüber den Auswirkungen des Verlaufs der ZEIT auf Handlungen, Ursachen und RECHT/UNRECHT (Norton)

Neue Ethik

- ein um 1900 von Helene Stöcker entwickeltes KONZEPT, das sich gleichermaßen gegen die verkrustete wilhelminische Moral wie gegen die Suffragetten richtete
Prinzip: nicht die EHE, sondern die LIEBE zwischen zwei Menschen ist die Legitimation für auch körperliches Zusammensein → SEXUALITÄT muß gelebt und mit den Empfindungen der SEELE in Einklang gebracht werden
- Ablehnung der Doppelmoral in der liberalen Gesellschaft, die dem Manne Vorrechte einräumt und diese mit dessen Mehrleistung im PROZEß der kapitalistischen Aneignung begründet, dem sogenannten Leistungsprinzip
- statt dessen soll eine Kultivierung der Gesamtpersönlichkeit geschlechtsübergreifend die sittliche Höherentwicklung der MENSCHHEIT bewirken, d.i. ein romantischer Ansatz

religiöse Ethik

- aktiv-asketisch
- kontemplativ-mystisch (Weber)

ethik.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:10 (Externe Bearbeitung)