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GOETHE

Eosander von Göthe

schwedischer Architekt
- setzte Schlüters Werk nach 1706 fort

Johann Wolfgang von Goethe

1749-1832
Dichter und Politiker

- war ein schlechter Gärtner, haßte Hunde und liebte Kinder
- Herder befreite Goethe, einen Mann von Eitelkeit und sordidem Egoismus, der anderen schwerlich verzeiht, von den Fesseln der französie­renden Bildung → Goethe fand den Weg zu echter Volkspoesie
1782: Tuchfühlung zum Illuminatenorden - Codename ABARIS -, doch sind keine besonderen Aktivitäten bekannt
- fand sich in Italien und kehrte von dort zurück, weil er sehen wollte, wie weit wir's im Wollen bringen können (späterer Brief an Schiller)
1814: Wandel in Goethes Schaffen, der naiv-lyrische Zug schwindet, die Gestalten werden zu Mittlern milderen Fühlens
- soll 38000 Kilometer gereist sein, meist mit Postkutschen

Interpretationsansatz zu Goethes Werk

Wer Goethes Werk interpretieren möchte, sollte darauf achten, die vier in ihm liegenden Grundwidersprüche zu finden:

  • Beschränkung aufs Maß vs. Erfassung eines Ganzen

- Wissen ist Mittel, nicht Zweck: wer viel weiß (Wissen muß sich stets erneuern), ist noch lange nicht weise (das alte Wahre) → der Dichter ist stets bemüht, dem ewig Gültigen eine moderne Form zu geben, in dem das alte Wahre wieder auflebt
- Herstellung von Zusammenhängen des Denkens, Beziehungen von einem Teil zum anderen und von allen Teilen zum Ganzen; alles Dichten dient der Erweiterung des Herzens (Diastole), so ist die dem Dichten zugrundeliegende Idee ein Geistesorgan zur Erweiterung des Herzens
- der Meister des Dichtens beschränkt sich aufs Wesentliche, Symbolische, in dem die Wirklichkeit sich vollkommen darstellen läßt
- Einsetzung einer Kraft, die fähig ist, Leben zu erzeugen: das Maß, die einzige Kraft, die fähig ist, dem Chaos eine Richtung zu geben

  • Unterscheiden vs. Verbinden

- bezieht sich auf das Verhältnis des Menschen zu seiner nichtmenschlichen Umwelt und nur mittelbar auf das Verhältnis des Menschen als Erscheinung unter anderen

- betrifft das ausschließlich Zwischenmenschliche, die Ich-Du-Beziehung: die moralische, praktische und intellektuelle Förderung des Verhältnis, keine metaphysische Spekulation

  • Natur vs. Gott

Ilmpark - kein Bekenntnis Goethes zu Spinozas deus sive natura (Allgott oder Allnatur): Spinoza läßt das eine (auch als das Eine zu verstehen) im anderen (auch als das Andere zu verstehen) aufgehen; Goethe dagegen setzt ein polares Bedingungsverhältnis, in welchem das eine (das Eine als Gott) das andere (das Andere als Natur) fordert

Goethes Weltanschauung

Nach seiner Selbstauskunft: Ich für mich kann nicht an einer Denkweise genug haben; als Dichter und Künstler bin ich Polytheist, Pantheist hingegen als Naturforscher, und eins so entschieden als das andere. Bedarf ich eines Gottes für meine Persönlichkeit als sittlicher Mensch, so ist dafür auch schon gesorgt. (Brief an Jacobi)

  • Vor-Weimar

- mystisch-pantheistisch und vitalistisch

- von der Botanik kommend, in den Naturwissenschaften Struktur suchend, überträgt er die Methodik der Naturwissenschaften auf die übrigen Interessengebiete

  • Schiller-Zeit

- Veranlassung zu prinzipieller Besinnung auf Grundsätze, Voraussetzungen und Grenzen des Denkens
- gipfelt in der Anerkennung der höchsten Liebesoffenbarung und der Möglichkeit allgemeinen Verstehens → Philosophie des Verstehens trotz Farbenlehre-Fiasko (Leisegang)

Erkenntnistheorie

- die Idee tritt als Resultat aller Erscheinungen in den Erscheinungen zutage → sie ist erfahrbar durch die innere Wesensschau → Problem Proteus': Wie ist die festbenamte Idee zu erhaschen?

  1. Sinn fürs Wahre
  2. Ordnungsprinzipien für die Fülle → Symbol des All-Einen
Eckpunkte des Erkennens
  • Entwicklung
  • Freiheit
  • Persönlichkeit → die Gefahr künstlicher Harmonisierungen

- manche sehen in Goethe einen Vorgänger Schopenhauers, der sie Frage nach der Erkennbarkeit der Natur und des Menschen an den Willen band → Goethe fragte: Ob nicht Natur zuletzt sich doch ergründe?

Ästhetik

- fußt auf Winckelmann und dessen Ästhetik der Form, die Kunst als Geschaffenes, nicht Nachgeahmtes betrachtet → der Zwang zur Form führt den Künstler zu objektivierbaren und allgemeinen Formulierungen seiner subjektiven Abgeschlossenheit
- Kunst wird somit zu einem Schöpfungsprodukt innerer Kräfte und wird durch Selbständigkeit kreiert, eine Einheit der hervorbringenden Kraft, die historisch nicht verortbar ist, sondern ans Subjekt gebunden bleibt → die Kunstphilosophie ist somit eine Metamorphosenlehre und diese gibt stets den Naturspiegel seiner eigenen und lebenslang währenden und selbst gegen den Tod ungläubigen Herausproduzierung wider (Bloch)
- allerdings ist ein Wechselspiel von Schaffen und Zerstören festzustellen
- objektiver Gehalt liegt in der Fähigkeit der Kunst, dem Individuum Halt zu geben
- sucht Idee und Erscheinung zu assoziieren, doch ist er durch seine Urerlebnisse dazu bestimmt, die Idee als präfigurativ anzusehen → die Form genügt der Idee nie, sie drängt
- der All-Eine verschwindet, wobei die Ur-Pflanze eine Lösung widerspiegelt, so wird der Mythos ins Symbolische gehoben: Das ist die wahre Symbolik, wo das Besondere das Allgemeine repräsentiert, nicht als Traum und Schatten, sondern als lebendig augenblickliche Offenbarung des Unerforschlichen.
- Goethe ist ein Vertreter der Theorie von der Keimkraft des Kunstwerkes → dieses muß aus der eigenen individuellen Keim­kraft heraustreten

Goethe als Politiker

Goethe stand in der neuen Welt nach der Französischen Revolu­tion wie ein Fremder. Seit wann ist es ein Verbrechen, seinen alten Waffenkameraden die Treue zu halten? - Karl August war ein Feind Napoleons
Goethe ist Gegner der Volksrechte. Er ist ein Anhänger des aufgeklärten Despotismus, ge­gen ein Beteiligen des drängenden Volkes an der politischen Macht.

- wichtig ist die innere Gelegenheit zur Entwicklung des Individuums nach der ihm zuträglichen Richtung, und diese wird durch sozialökonomische Verhältnisse gegeben → dagegen wirken die Lehren der politischen Freiheit und das Parteiwesen
- Goethe will lieber von einem einzelnen regiert werden, dessen Beruf es ist zu regieren und dessen Interesse an Bestand und Folge gebunden ist, denn die Einmischung einzelner ins Regiment mit löblichen Anfängen führt unweigerlich zu unglücklichen Folgen
- nichts ist widerwärtiger als die Majorität, denn sie besteht aus wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen, die sich akkomodieren (anpassen), aus Schwachen, die sich assimilieren, und der Masse, die nachtrollt, ohne nur im mindesten zu wissen, was sie will

Goethe über Schiller

- eine besondere Rolle spielte hierbei die Auseinandersetzung mit Kant, dessen Philosophie der Freiheit ihm anfangs zusagte, doch über den platonischen Humanismus Shaftesburys und die Nähe zu Humboldt und Winckelmann überwand er den trockenen und blutarmen Moralismus, der im ästhetischen Sinne aus Kants striktem Imperativ folgen mußte - besonders sei hier die Stelle aus Anmut und Würde genannt
- er versöhnte synthetisch den Ästhetizismus mit der strikten Observanz eines Kant (bleibt jedoch nur zwiespältig, so daß Goethe ihm diese Distinktion gegenüber abstrakten Systemen immer als Dichter vorwarf)

Schiller über Goethe

Charakter: Ich glaube in der Tat, er ist ein Egoist in ungewöhnlichem Grade; er besitzt das Talent, die Menschen zu fesseln.
Verhältnis zu Goethe: Das Ganze stellt sich dem Ganzen gegenüber.
Goethes Poesie: Verbindung von modernem Realismus mit einer Portion griechischen Geistes

Achilleus

- verkünsteltes Alexandrinertum
- Wetteifer mit Homer; keine Wurzeldichtung
- Genuß der Tragik

Auf dem See

1775
- nach einer Schweizreise entstanden
- Liebe zu Marianne Schönbrunn, einer Bankierstochter, aber Unlauter­keit der schnöden Frankfurter Verhältnisse; Flucht vor Aussichten in Gesellschaft - Dekadenz
- mehrere Fassungen, symmetrischer Aufbau: drei Teile von Naturbeschreibung in mehreren Ebenen

  1. Teil: jambischer Rhythmus, Beschreibung

Hier auch lieb und leben ist trochäisch, ohne Auftakt
Inhalt: Verdrängung, keine Abfindung mit Zustand

  1. Teil: Achse des Gedichts
  2. Teil: Synthese von 1.+2. → freier Rhythmus - Trochäus und Daktylus

- das begreifende Lösen - der Blick des tobenden Ich auf die Ruhe des Äußeren
- die Natur ist die Mutter
- Rückkehr ist Ausgangspunkt für Späteres, aber Bewußtsein des Verlustes der Natur ist immanent

Clavigo

- zurückgehen zu Lessing, aber auch überschreiten
- echt dramatische Einheit der Handlung
- der Begriff der tragischen Schuld a la Shakespeare
Aristotelisches Gesetz: keine der dargestellten Personen darf niedrig schlecht sein, d.i. der Kampf gleichberech­tigter Gegensätze

Egmont

- eigentliche Darstellung der Charaktereigentümlichkeit Egmonts, nicht des niederländischen Freiheitskampfes → Goethe lag das Pathos des niederländischen Freiheitskampfes fern, er zeichnet keine historische, sondern eine Charaktertragö­die
- Egmont ist der ritterliche Mensch: „Ich sterbe für die Freiheit, für die ich lebte und focht, und der ich mich jetzt leidend opfere.“\\; Salto mortale in die Wunderwelt der Oper, denn wo bleibt die Aussage?
- Egmont ist Familienvater: Er wird nicht mehr das Opfer einer blinden törichten Zuversicht, sondern der übertrieben zärtlichen Ängstlichkeit für die Seinigen. (Schiller)

Erlkönig

- hinter der Gewalt des Erlkönigs ist die der Elemente, der Styx, an dem die alten Weiden stehen, ist das Schweigen der Steine

Farbenlehre

1810

Inhalt

Das Auge, höchstes Resultat des Lichts auf den Leib, vollendet die Totalität des Innern und Äußern, hier ist die Nahtstelle zwischen Mikro- und Makrokosmos.
- Gegen die Physikermeinung, aber die Anregung für die Phy­siologie des Sehens, die feine Beobachtung der sinnlich-sittlichen Wirkung der Farbe. Doch die falschen Tendenzen entzünden im Menschen oftmals leidenschaften: Der lebhafte Mensch fühlt sich um sein Selbst willen und ist nicht fürs Publikum da.
- Was sich als ein Getrenntes im Gemälde zeigt, wird durch die Übereinstimmung der Farben in eine höhere Ein­heit aufgenommen, und was eins zu sein scheint, tritt, durch schnellen Wechsel, reizende Übergänge der Farben, in ein zartes Leben sich spielend entgegen.
Mit der Sprache keimt Verwirrung. Die Sprachen trennen sich selbst unter sich und in sich; Begriffe treten streitend gegen Begriffe auf, und wechselseitige Zerstö­rung und Widerspruch scheinen dem Blicke die höhere Ein­heit des Lebens zu verbergen. Die Farben dagegen bekämp­fen und zerstören sich nicht, sie treten scherzend im Ge­wande des leichten-lebendigen Farbenspiels als Grablied des Untergangs hervor.

Faust

- Verbindung der Gelehrten- mit der Geliebtentragödie, dazu ein Kindsmörderinmotiv
- Sammlung loser Verse: Knittel-, Madrigalverse, Alexandriner
- Faust ist mehr als sich anmaßende Genialität, ihn trägt die Unzufriedenheit mit dem Abzufindenden
- er wendet sich vom gängigen Gottesbegriff ab und wendet sich dem Verbotenen zu, das interessant wird
- Faust will die Verbindung mit dem Teufel, aber nicht, um reich und berühmt zu werden, sondern das Wesen hinter den Dingen zu schauen

Interpretationsthesen

von Prof. Hense, Hannover, Sept. 1990

  • 1. Goethes Faust ist ein Werk
  • 2. Goethes Faust ist keine Tragödie

Die Tragödie muß Elemente der Komödie enthalten. Hohe Kunst muß Ernst enthalten. Es ist ein Vorurteil zu sagen: lachen passe nicht.
Das Gesamturteil über die Welt und die Menschen ist beja­hend.

- Selbständigkeit der Szenen
- Reihung als Bauprinzip
- Fülle und Totalität

  • 4. Goethes Faust ist eine ambivalente Figur

- er ist abschreckend und zu bewundern
- Faust und Goethe sind verschieden voneinander; keine Vorbildwirkung
Faust ist eine Möglichkeit, der anderes entgegengesetzt werden muß. Es ist nichts unschöner anzusehen als der Versuch, das Unbedingte in diese bedingte Welt setzen zu wollen.
Die Ambivalenz besteht nunmehr darin: Nichts wird so, wie der eine oder andere es haben will.

  • 5. der Text ist verstümmelt

Vers 4000: Sprung im Gefüge des dramatischen Kunstwerkes
A. Schöne: Aufsatz Verstümmelung - Götterzeichen, Liebeszeichen; 1982.

Faust II

1832
- Goethes höchste Visionskraft zum Invisiblen vermochte sein himmlisches Legendenland in Worte zu kleiden → die transparente Anschauung dessen im F. II
- das reale Weltbild mit dem optimistischen Schluß, mit der verheißenen Zukunft, d.i. der Faust!
Probleme: Nebenwerk, das allzu sehr wuchert
Ziel: Läuterung durch Schönheit - Zusammenleben mit Helena + die Identität des Wir und seiner Welt - Subjekt/Objekt-Problematik

Ganymed

1774
1. Teil: Aus der Ferne erwächst im Frühling die nach Taten dürstende Sehnsucht. Die Schönheit will umworben und ergötzt sein.
2. Teil: Der Konjunktiv wird verlassen: Ruf nach Aufnahme.
- Tal, d.i. ein Antonym zu den Höhen des Olymp
- Zweifel am AufbruchGanymedes kommt nicht
3. Teil: Hoffnung: er scheint zu kommen

Die Geheimnisse

- sollte ein religiöses Epos werden, blieb aber Fragment
- Goethes Auseinandersetzung mit den Rosenkreuzern u.a. → Wer hat dem Kreuze Rosen zugesellt? - Vers 70
- die Religionen geben dem Geheimnisvollen Ausdruck durch symbolische Mythen, die ihrerseits den Kern verhüllen → Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch, der sich überwindet.

Götz von Berlichingen

1771
Selbstdruck
- genialer Naturalismus, doch letztlich nur eine dramatisierte Biographie, deren Quellen nicht bekannt sind
- das Shakespearestück Goethes: keine strenge Fabel, aber nach der Shakespearschen Historie gebaut → das historische Drama um 1770 will den Zeitgenossen eine Botschaft überbringen!
- der Selbsthelfer in wilder Zeit
einfache Formel: Faustrecht a la Möser = Naturrecht (Rousseau), aber undramatische Komposition, der Schluß ist traurig, nicht tragisch; Grund: Verfall des Rittertums wird als Verfall der Naturkraft betrachtet, nicht als Sieg einer wohlberechtigten Ordnung
- Quellpunkt fehlt
- Goethe war mit seinem in sechs Wochen entstandenen Stück selbst unzufrieden; ihm fehlte die innere Einheit

Rezeption

- in diesem Drama unterliegen bodenentstammte Volksart, heimisches Recht, der neuen, auf sklavische Unterwürfigkeit gegründeten volksfremden Ordnung mit dem artfremden römischen Rechte (Lindens)

Harzreise

1777
Was passiert, wenn man mit dediziertem biographischem Interesse an einen solchen Text herangeht?

Erklärungen

Geyer = Lied: verbunden miteinander durch den Optativ schwebeZweck des Schwebens: Beginn der Beizjagd mit dem Falken
- bedenkenloses Schweben über der Erde, weil sowieso alles prädestiniert ist
Heteronymie: weder der Glückliche noch der Unglückliche sind für ihren Zu­stand verantwortlich, denn: man braucht nur zu warten, die Beute fällt irgendwann in den Schoß, aber: das Ergebnis ist zunächst negativ - das Pelztier schützt sich (das Bild) der Geyer - und die Sache (das Lied) sind differenziert, aber bedeutungs­identisch
Verwirrung: die Reichen - ein Bild
- die Wiedervereinigung von Dichter und Lied im Text ist problematisch; der Text als für sich Seiender läßt sich nicht in das biographische Ich integrieren

Herbstgefühl

1775
- das erste Gefühl beim Lesen des Gedichtes ist ein Zwie­spalt zwischen Form und Inhalt - Ausrufe ohne Satzzeichen!?
konkrete Situation: Standort Fenster - Goethe sitzt und säuft
- der Herbst ist das Symbol des Scheidens, auch der Einbringung der Jahresfrucht; Zeit zum besinnen
heut löst sich aus den ZweigenLenau: das negative Grunderlebnis des Vergehens; Puschkin: der positive Agens Herbst → Goethe: ein sowohl als auch
Klimax: grünenquellen - reifen; Reihenfolge als Interjek­tionen
- Sonne, brütenHimmel, umsäuselnMond, kühlen: die Einheit des Reifeprozesses
1. Teil: im Wechsel betont-unbetont
- das Regulativ ist euch; es bestimmt den Text, ist Aufhänger und Aufnahmewort
Auch im Herbst setzt sich Goethe in eins mit der Natur und trauert ein wenig der verlo­renen Lilly hinterher, um sich doch am Weine zu laben. Goethe ist nicht der Sänger des Vol­kes, er setzt seine Emanzipation in den Mittelpunkt seiner Intentionen. Das Persönlich-Erfahrene, die Gele­genheit, ist für ihn Ausgangsposition, das Verhältnis Mensch - Natur, Subjekt - Objekt darzustellen. Der Mensch selbst wird als Natur begriffen.

Hermann und Dorothea

- Gespräche mit dem Tod
- der Tod steht nicht als Schrecken dem Weisen und nicht als Ende dem Frommen

Iphigenie

1786
- kein trotziges Titanentum, sondern heitere Entfaltung einer reinen Menschennatur
Schiller: „Wirkung eigentlich dichterischer als tragisch. Das Eigentliche geschehe hinter den Kulissen.“
- seelenvolle Darstellung sittlicher Harmonie und Hoheit → der rächende Gott gehört nicht mehr ins 18.Jahrhundert
- Iphigenie durchbricht die Kette des Tantalidenmordens
- Übereinstimmung von Inhalt und Form
Goethe nennt sein Werk selbst „verteufelt human“, weil ein abstraktes Ideal höchster Charakter- und Seelenbildung die scharfen individuellen Züge verwischen half.; - Es war Herder, dem Goethe bei der Drucklegung seiner Iphigenie vollkommen freie Hand zu jeder Versänderung ließ. Herder hat ihm zu Verwandlung des stockenden Silbenmaßes in fortgehende Harmonie (Blankvers) mit wunderbarer Geduld die Ohren geräumt. (Chamberlain)

Inhaltliches

- Artemis, Apollons Schwester, soll durch ein Opfer versöhnt werden → Artemis entrückt Iphigenie, die nunmehr als Priesterin im Skythenreich Dienst tut
- Orest will seine Schwester befreien, aber der skythische König Thoas will Iphigenie ehelichen
- weil Thoas nach inneren Kämpfen schließlich einwilligt, wird das Stück zum klassischen Drama → die Griechen ziehen friedlich ab
punctum saliens: die Untreue Klytämnestras, ihr Mord am Gatten, Agamemnon, der seinerseits Fluch auf seinem Hause trug als Nachfahre Pelops', führten zum Frevel des Muttermordes → Orest war gezwungen, den Tod seines Vaters zu rächen und tötete die Mutter, was Apollon als Rachegott auf den Plan rief

Die Leiden des jungen Werthers

Leidensgeschichte eines ungebändigten, empfindsamen Her­zens
- Dokument des Überschusses an erotischer Phantasie (Bloch)
- Werther krankt an der Lähmung, welche die übergroße Erweiterung des Sinnes mit sich bringt
- wird inmitten der Menschen allmählich stumm und stumpf; sobald er dagegen in sich selbst zurückkehrt, findet er eine Welt (Chamberlain)
- wird mit seiner abstrakten Moralität dem Realismus der tragischen Konfliktlösung nicht gerecht (Lichtenberg)

Inhalt

Das Wichtigste ist das Gefühl des behandelten Wesens. Werther ist kein Intellektueller wie sein wahrscheinliches Ebenbild, der Jurist Karl Wilhelm Jeruslaem. Er will nach seinem Herzen leben und nicht die Welt durch Erklärung verständlicher machen. Er hat keine karrieristischen Ambitionen.
Der Held verliebt sich. Es zieht ihn zu den Arbeitenden. Prompt ist er einer Krise aus­gesetzt, die er nur lösen kann, indem er zu den Nicht-Arbeitenden zurückkehrt. Dies lehnt er jedoch ab. Motto: Lieber der kalten und harten Welt verachtend den Rücken zugekehrt, als das Recht sei­nes Gefühlslebens kleinlaut verleugnet!
Das Grundmotiv ist krankhaft, doch unzerstörbar in der Wirkung.
- Werther will nach dem Herzen leben, benutzt aber ständig Vergleiche von Büchern der Weltliteratur, die ihm ganz spezielle Lebenshilfe bieten.
- Werthers Tod: liest Galotti und Ossian; er will den Tod für sich. Werther muß wahnsinnig sein.
Werther: der wahre Idealist - ein Phantast
Liebe: Möglichkeit an der Existenz erfahren! Sammlung von Perversionen.
Krise: Erfassung der Realität, um neue Wege gehen zu können
Lotte: das Ebenbild von dem, was Werther mangelt - Lebensreali­tätssinn → die grenzenlose Liebe zu Lotte erscheint selber als das Grenzenlose in Lotte, im Glück, mit ihr nach ferneren, verhüllteren Seligkeiten der Welt zu ahnden
Werthermode: gelbe Weste, blauer Frack, Messingknöpfe, Stiefel
Bibliothek: Garten der Weisheit, Topos der Weltliteratur

Rezeption

- wenn du ausgeweinet hast, so hebe den Kopf fröhlich auf und stemme die Hand in die Seite (Matthias Claudius)

Mahomet

- Produkt des 18. Jahrhunderts mit einer dato typischen Fragestellung: Wie entstanden die kirchlichen Einrichtungen und Lehren?
- der Ursprung dieser Frage ist die ausschließliche Suche des Rationalisten nach der Übereinstimmung des Christen­tums mit der Vernunft, nach Goethe einer Naturreligion
- die Frage nach dem Ewigen Juden, dem Sinnbild für Verrat, lautet auch: Wie konnte Verderben der Kirche entstehen?

Pandora

- hochsymbolischer Inhalt, eine niemand erwärmende Allegorie
- aller Unfrieden wird durch göttliche Gaben der Kunst gestillt
Pandora: die Schönheit selbst
Epimetheus: der Dichter
Prometheus: Vertreter des fähigen, auf Arbeit und Sicherheit bedachten Mannes; fürderhin der Widersacher der Götter, der Kulturbringer der Menschheit und die Existenz aus eigener Kraft lebend

Rede zum Schäkspeare-Tage

- die Rede stammt aus dem Jahre 1771, wurde aber erst 1854 in Braunschweig gefunden
- der theoretische Auftakt des Sturm und Drang - Herders Journal 1769: Goethes Text fußt auf Herders Meinung, daß die aristotelische Dicht­form ungeeignet für die wahr­haftige Darstellung der Ver­hältnisse ist → also will er eine ästhetische Anarchie: so, wie bisher, so kann nicht länger Literatur geschrieben werden
Item: Sind die Stürmer nur Anti-Kantianer?
dagegen: Volksdichtung ist wahr und unverfälscht
Oh, fasse mich, ich bin es selbst
im Herzen reifen schönste Träume

- Loblied auf Shakespeare
- Goethe vergleicht Shakespeare mit den Werken der eigenen Zeit und be­wundert diesen: Natur, Natur… nirgends ist so viel Natur, wie in Schäkspeares Charakteren.
- Shakespeare nimmt sich in jedem seiner Stücke einen menschlichen Problemfall vor, um den er dann die Handlung kreisen läßt.
Grundidee: ausgelassenes Sollen wird durch äuße­ren Anstoß zum Muß. Charaktertheater
- die Subjekt-Objekt-Problematik wird von Goethe als der gehei­me Punkt - wo das Eigen­tümliche unseres Ichs mit dem Notwendigen zusammenstößt - bezeichnet, um den Shakespeares Stücke sämtlich kreisen; Konfrontation ist der Angelpunkt von Kunst
Im Sinne einer ästhetischen Erziehung tritt uns Goethe als Erneuerer entgegen.
Den Franzosen ist die griechische Rüstung zu schwer.
→ das Aristotelische Theater wird nicht vollends außer Kraft gesetzt
dagegen: die Welt ist ein Kreislauf und die Begehrer von heute werden morgen diejenigen sein, von denen morgen begehrt wird

Extrakt:
Shakespeare und Goethe

Torquato Tasso

1779
- thematisiert den Traum des Dichters von einem Goldenen Zeitalter, in dem die Dichter mit den Königen gehen;
- bejaht ganz das Recht und die Überlegenheit seines traumerfüllten, wenn auch libertinistischen Helden
- Tasso ist ganz ungebärdig, vom Drang des Inneren überfüllt, blind überströmend, er nennt sich selbst Welle, aber Antonio, den Weltmann, nennt er zuletzt den festen, stillen Fels (Bloch)
- die Seele wird unwiderstehlich in eine unwiderrufliche Verbannung gezogen (Grüning)

Thema

- das innere mit dem äußeren Leben ausgleichen
- Standesbewußtsein → es ist der Stand der Prinzessin, den Torquato Tasso liebt (Bahr)
- die erzieherische Macht edler und reiner Weiblichkeit

Charaktere

  • Tasso

- leidet an störender Zwiespältigkeit der Motive
- Mangel an zwingender Ein­heit und Folgerichtigkeit und innerer Wahrheit des Grundgedankens → es bleibt bei der „Hohlheit ästhetischen Scheins“ (Bloch)
1. + 2. Akt: Verherrlichung der Rechte des Genius ge­genüber anmaßender, vornehmer Beschränkt­heit, Antonio

  • Antonio

- nicht der verständnislose Feind, er spricht Tasso als älterer Freund besondere Menschenrechte und höchsten Rang ab
- in der ersten Fassung trug er alle Züge seiner verhaßten Herkunft aus der Gegenwelt des Sturm und Drang - Mischung aus Emporkömmling und Philistertum: schroff, hämisch, hochmütig und neidisch

  • Prinzessin

- wird geliebt, weil sie eine Prinzessin ist
- das Soziale bestimmt unsere Sexualität (Bahr)

- soll langweilig sein? → es wird zwar nur deklamiert, aber wunderschön und der Verstand wird angeregt
- ein Mensch in seinem hysterischen Zustand
- Goethe will die Grenzen seiner Natur hüten, d.i. eher Renaissance, Beethoven sich seinem Dämon opfern → die Griechen ertrugen beides
- wer das Stück inszenieren will, muß Goethe aufbrechen, denn weder nur das Problem - Standesbewußtsein und Anspruch - noch nur Goethe interessieren allein → man muß zuspitzen und vermitteln
- es bleibt das Formproblem des Verses → eventuell den Zuschauer an die Entstehung des Verses zurückführen! (Bahr)
- inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes erkennen → Erkenntnis nur über den Mitmenschen (Reimann)

Von deutscher Bauart

1771 in Straßburg geschrieben - der Münster und Goethe
- Differenzierung von Kultur (d.i. deutsch) und Zivilisation (Frankreich): das ist deutsche Baukunst, unsere Baukunst, da sich der Italiener keiner eigenen rühmen darf, vielweniger der Franzos
- Hinwendung zum Gotischen, Barbarischen, im Gegensatz zum Ungeheuren der humanisierten Waldwelt, das lyrisch Furchtbare in den Oden der Altvorderen aus Griechenland: Wenigen ward es gegeben, einen Babelgedanken in der Seele zu zeugen, ganz, groß und bis in den kleinsten Teil notwendig schön, wie Bäume Gottes; wenigern, auf tausend bietende Hände zu treffen, Felsengrund zu graben, steile Höhen drauf zu zaubern, und dann sterbend ihren Söhnen zu sagen: Ich bleibe bei euch, in den Werken meines Geistes; vollendet das Begonnene in den Wolken!
- Geistesprodukt der deutschen Gesellschaft zu Straßburg, mitsamt Wagner, Salzmann und Lenz;
- der Straßburger Münster ist der materielle Abdruck der Seele Erwin von Steinbachs (Emerson)

Auseinandersetzung mit Lenz

- Erbsünde und körperliche Liebe: Lenz sieht im geschlechtlichen Trieb das Hauptagens menschlichen Handelns
- Lenz schafft den Anti-Helden, der nicht den Dingen schwebt - Prä-Büchner
- Catharina von Siena fragt den Leser, warum es auf der Welt keine wahre Liebe gäbe! Sie gibt sich Jesus Christus hin, statt dem Maler, der nur seine Kunst liebt

Die Wahlverwandtschaften

1808
- eigentlich ein Oxymoron, da man entweder verwandt ist oder nicht, allerdings verweist Goethe in diesem Roman auf das Problem der freien Valenzen, die die Elemente auch in ihrer Verbindung noch haben
Der Stoff ist für ein dramatisches Motiv zu zart und lyrisch, zu innerlich. Goethe fragt sich nach dem Grundsätzlichen allen Daseins. Er terminiert diese Frage als das Verhältnis von Vernunfts­freiheit und unauflöslicher Naturabhängigkeit. Aufzulösen versucht er dieses Verhältnis durch die Einwirkung des Allerpersönlichsten.

  • 1. Teil: Schürzung des Knotens
  • 2. Teil: Katastrophe bringend

Thema ist weder die unbedingte Unauflöslichkeit der Ehe noch die prädestinierte fata­listische Naturverzauberung: beide können nicht ewiglich Schicksal spielen → daraus entspringt der Begriff des Dämonischen

Wanderers Sturmlied

- ganz dicht am Ursprung der Goetheschen Produktion
- erregt Betroffenheit, sowohl, indem der Sturm entführt, wie dadurch, daß er sich um einen fortschaffenden Mittelpunkt, dem helleuchtend umwärmenden Feuer, legt

Westöstlicher Diwan

Ich bin nun einmal einer dieser ephesischen Goldschmie­de, der sein ganzes Leben im Anschauen und Anstaunen und Verehren des wunderwürdigen Tempels der Göttin und in Nachbildung ihrer geheimnisvollen Gestalten zugebracht hat, und dem es un­möglich eine angenehme Empfindung erre­gen kann, wenn irgendein Apostel sei­nen Mitbürgern einen anderen und noch dazu formlosen Gott aufdrän­gen will.

Wilhelm Meisters Lehrjahre

- zwischen 1777/86 entstanden, 1795/6 überarbeitet veröffentlicht, während das ursprüngliche Manuskript erst 1911 gefunden wurde
- durch Sterne und Diderot beeinflußt
- Diderot fragt in „Jacques der Fatalist und sein Herr“, wer wann was entscheidet → so ist Goethes Buch eine Reise ins Unbekannte, wovon der Autor selbst keine Auskunft zu geben weiß, eben ein Entwicklungsroman in der Konzeption
Darstellung im 2.-6. Buch: gleißende Phantastik bloßlegen

  • Wilhelm Meister

- sucht Glück zu verwirklichen mit junger und schöner Schauspielerin, Marianne
- flieht die Wirklichkeit, anfangs
- er lebt nicht selbst, sondern wird von der Turmgesellschaft gelenkt, obwohl er selbst von sich glaubt, frei zu handeln
- die große Täuschung darüber, was notwendig und was zufällig geschieht

  • Mignon

- entlegenste und heimatloseste seiner Gestalten → das Subjekt einsamer, unerfüllter Sehnsucht, das auf keinem Boden steht, also nicht einmal sexuell ist: nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide
- das Konzept idealen Weibtums
- der Mignonraum: Italien, der Saal der Vergangenheit → Goethe wurde in Italien an Hamann erinnert (Lukacs)

Wertung

- Goethe gab jene Charakteristik “Hamlets“, die wie ein Schlüssel zu allen Werken des Dichters [Shakespeares] ist: hier ist aller Teil und getrennte Schönheit verschmäht und das Ganze erklärt aus dem Ganzen, die Seele der äußern Glieder und ihr lebendiger Hauch ist nachgewiesen, der das unsterbliche Werk erschuf und organisierte (Gervinus)
- Wilhelm Meisters Lehrjahre sind die Bildungsgeschichte eines Menschen, der von einem leeren, unbestimmten Ideal in ein bestimmtes, werktätiges Leben tritt, ohne die idealistischen Kräfte dabei einzubüßen. (Schiller)

Wilhelm Meisters Wanderjahre

1796
Anregung von Schiller
Der Wilhelm Meister ist Goethes geliebtes dichterisches Ebenbild, ein Kind der Ruhe.
Goethe ist durch seine ästhetische Reife Realist genug, um der Philosophie nicht zu bedür­fen.
Wilhelms Krankheit ist die Feindschaft gegen alles Feste, Wirkliche. Doch er überwindet die falsche Idealistik der Ju­gend. Er lernt mit der unüberspringbaren Realität umzuge­hen.
Des Menschen Bestreben muß sich selbst die Grenzen setzen. Die verschidenen Stände zeigen ihm einen Spiegel, seine Befindlichkeit zu lokalisieren. Das System ist das Metier, seine Befindlichkeit technisch zu meistern. Der Meister wirkt auf Gegenstände zurück, zeitigt Ergebnisse; d.i. Leistung. In diesem Sinne ist Schaffen mehr als Leistung, Schaffen veredelt das Geschaffene des Bürgers, der keinen Wert, wohl aber Güter zu leisten vermag. Das Tun des Edelmannes hat keinen Geldwert, ist aber wesentlich. Das Sein ist keine Ware, nur Symbol; das Symbol muß scheinen. Der Widerspruch: der Bürger will am Sein teilhaben. [Goethe spielt auf den Königsweg Aristoteles' an, Muße-Sein-Schein! aus der Metaphysik Buch I]: primum de vivere deinde philosophiae, siehe: Scholastik
Wilhelm suchte seine Idealität in der Welt des schönen Scheins und fand sie in der schönen Wirklichkeit. Er sucht seine Träume mit der jungen und schönen Marianne zu verwirklichen. Er flieht mit ihr aus der Enge.
Wilhelm lebt nicht selbst, obwohl er das glaubt, sondern wird von der Turmgesellschaft gelenkt → Goethe gibt den Roman heraus! Wilhelms Leben wird von der Turmgesellschaft aufgezeichnet. Er täuscht sich darüber, was notwendig und was zufällig geschieht. siehe Jean Paul: Die unsichtbare Loge;
- Antipode zu Werther: Meister verliert den Trieb zu handeln, denn die Ereignisse sind es, die Bestimmungsgewalt über ihn gewinnen, denn Meister nimmt auf, giert nach Aufnahme (Chamberlain)

Novelle in den Wanderjahren: Ein Mann von 50 Jahren

- Analogie zu „Wahlverwandtschaften“
Unterschied: „Wahlverwandtschaften“ gehen tragisch aus, weil der Blick aus der Konstruktion nicht erfolgt
- das Gleichgewicht der Kulturehe zwischen Edmund und Charlotte wird durch den Hauptmann zerstört
aber: Charlotte gestattet dem Hauptmann nicht, sie zu besitzen
Ottilie: wird zum Opfer, denn sie kann ihre Neigung nicht bezähmen → sie läßt sich sterben!
Charlotte: die Frauen sehen den Zusammenhang, die Männer schauen auf einzelnes
Einladung: weil sie sich selbst nicht ausreichen! → Ottilie und der Hauptmann wer­den eingeladen
- die Frauen stehen im Gegensatz zu Edgar, auf eine jeweils andere Weise

Rezeption

- Goethe gab den Deutschen das Gefühl, nie fertig zu werden (Bahr)
- Goethen war die Nachtseite des Ichs und der Natur nicht fremd, er wußte aber auch, daß nur die Sonne die Früchte reift (Grillparzer)
- In Goethe vollendete sich, was der Kern der Kämpfe des 18. Jahrhunderts gewesen. Durch Goethe haben wir Deutsche gelernt, was ein Leben der Weisheit und Schönheit ist, was es heißt, ein reiner und schöner Mensch zu sein. (Hettner)
- Neigung zum spontanen Materialismus und zur Dialektik
- in seiner Diderot-Studie gelangt er zu einer kritischen Theorie der mechanischen Widerspiegelung der Wirklichkeit
- steht in der Entwicklungsgeschichte des deutschen Idealismus inmitten der Vermittlung Kants und Hegels, doch geht er über Hegel hinaus
- stellte sich nicht das Ziel, die Leitsätze der Philosophie zu formulieren
- ist Hegel insofern überlegen, als er bei allen Überlegungen von einer materialistischen Basis ausging
- er ist kein Empiriker, denn er fragt sich, wie die Phänomene und Begebenheiten sinnvoll verbunden werden können (Lukacs)
- …sehe ihn am intimsten von allen: aus biedermeierischen Zügen deutscher Lebensbürgerlichkeit wächst Goethe gleichsam empor zu mephistophelischer Dämonie und sehr unbürgerlicher Lebensproblematik
- Goethe steht für die Möglichkeit, wie psychische Spannungen, die problematische kollektive Folgen haben, überwunden und aufgehoben werden können (Mann)
- Goethes Größe ist die Befreiung der Kunst von den Fesseln der Religion. (Marx)
- für das eigentlich Tragische ist seine Natur zu konziliant gewesen (Nietzsche)
- Bei Goethe ist alles Tat, wie bei anderen alles Tendenz nur ist. (Novalis)
- Analogon zu Platon – das Werdende (Spengler)

 
goethe.txt (4226 views) · Zuletzt geändert: 2017/06/03 10:52 von aerolith
 
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