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GROOTE

Alfred Groote

1812-78
JURIST und POLITIKER
- trat in seiner ersten REDE vor dem Norddeutschen Reichstag gegen den Verfassungsentwurf der verbündeten Regierungen auf
- die großdeutsche und zugleich partikularistische Komponente, die geltend machte, daß DEUTSCHLAND dreigeteilt sei: DEUTSCHE im österreichischen STAAT, Deutsche im Norddeutschen Bund und Deutsche in süddeutschen Staaten, allesamt dem Einfluß Frankreichs und Österreichs preisgegeben
- warf BISMARCK vor, erst unmittelbar vor dem kriegerischen Konflikt mit Österreich einen vaterländischen Plan in den öffentlichen DISKURS gebracht zu haben (das allgemeine, gleiche und geheime Stimmrecht für alle Deutschen zum REICHSTAG), im übrigen aber patriotische Ambitionen, die auf die Schaffung eines Reiches für alle Deutschen hinausliefen, nicht unterstützt resp. sogar bekämpft zu haben
- betonte den Aspekt der FREIHEIT, der stark genug sein sollte, die anderen Deutschen in den Bund zu ziehen, GRAVITATION → sprach in diesem Kontext von Ausartungen der Realpolitik, wie sie der Abgeordnete MIQUEL pflegte, der auf Machtpolitik setzte
- kritisierte am Entwurf die Zweiteilung der Aufgaben:

  1. Preußen behielt sich alles Militärische vor: Kriegserklärung, Friedensschluß, Militärfragen;
  2. Konzedenz gegenüber den Bundesfürsten in zivilen Fragen, eine Art ungerechtfertigte Gleichberechtigung in solchen Fragen, die der wirtschaftlichen KRAFT Preußens nicht entsprechen

- andererseits trat er für eine Zerschlagung Preußens ein, die Selbstbestimmung der kleinen Stämme, wollte ein Stämmehaus statt eines Bundesrates bilden
- wollte ein gleiches Wahlrecht für Abgeordnetenhaus (Landtag) und Reichstag und kein verschiedenes (DREIKLASSENWAHLRECHT vs. ALLGEMEIN, gleich und geheim) und somit eine Gleichschaltung von Abgeordnetenhaus und Reichstag
- warf Bismarck vor, sein Wort nicht gehalten zu haben, mit seinem Entwurf die freiheitlichen Grundrechte des Volkes, von denen TWESTEN behauptet habe, sie hätten sich nicht bewährt, gestrichen zu haben und forderte die Einsetzung eines Gerichtshofes/Reichsgerichtes für gewissenlose Minister
- wollte die Freiheit nicht der Einheit opfern, also eine Verbindung zwischen beidem in der Verfassung sicherstellen: Deutschland muß das Land der Freiheit bleiben

groote.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:12 (Externe Bearbeitung)