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HEGEL

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Grundsätzliches

- Hegel stellt sich in das Dasein Gottes hinein: Er will den Geist NACH-denken. Der Streitpunkt: Denken = Sein (Parmenides), also ist Denken der Logos in den Dingen selbst → die Dinge sind wirklich, mithin vernünftig: ALLES hat in sich die Notwendigkeit der Vernunft. Wenn die Welt schlecht ist, ist das für die Welt schlecht, denn dann muß sie passend gemacht werden.;
- denkt in geistigen Welten, d.s. Symbole (Bäumler)
- Hegel versöhnt Ideal und Wirklichkeit, so muß er sich den Vorwurf gefallen lassen, eine Staatsphilosophie der Genügsamkeit entworfen zu haben. → das Mächtigste muß vernünftig sein, der einzelne kann sich verlieren, wenn er nicht vernünftig handelt
- indem er den Staat auf das Irdisch-Göttliche hob, tötete er Nation und Person (Lagarde)

Ausgangspunkt seines Denkens

- Studium der geistig-historischen Welt, insbesondere der Entwicklung des religiösen Bewußtseins → gipfelt vorerst in mythischem Pantheismus
- in der Auseinandersetzung mit Fichtes transzendentaler Ableitung der Bewußtseinsstufen - durch Schelling auf die gesamte Natur erweitert - sucht Hegel den historischen Geist einzuordnen → Zusammendenken mit Begriff der Entwicklung, um das Universum als logisches Ganzes zu begreifen, darin die Bedeutung der Logik
- am Ende seines Denkens angekommen, will Hegel eine dreifache Systematik ausgemacht haben: Logik, Naturphilosophie und Philosophie des Geistes

Geschichtsphilosophie

- in der Geschichte waltet Vernunft
- dialektische Rechtfertigung der Vernunft in der Geschichte wegen des Übels in ihr, denn schließlich wird etwas Gutes aus der Geschichte;
- scheidet Tageswelt der Geschichte von der Nacht des Mythus, aber er verleugnet nicht seine Existenz, denn der Philosoph nimmt Vernunft da auf, wo sie in die Welt zu treten beginnt (Bäumler)

alle Motive und Denkmodelle tauchen bei ihm wieder auf

  • der durchs Christentum in die Welt gekommene Gedanke der Zeit und Geschichtlichkeit des Menschen - Augustin
  • der Glaube an die göttliche Vorsehung als Bestimmungsmacht des Weltgeschehens (Bossuet)
  • die Selbstgewißheit der aufgeklärten Vernunft (Kant)
  • die Deutung der Laster und Antagonismen als Mittel einer göttlichen List im Interesse eines von Menschen weder gewußten noch gewollten Guten (Mandeville)
  • die Befragung des Weltgeschehens hinsichtlich eines höheren sittlich-religiösen Sinns: Fichte, Schelling
  • der Motor der Entwicklung ist die Spannung beziehungsweise der Widerspruch, die zwischen dem an sich alle Wirklichkeit umfassenden, mit aller Wirklichkeit identischen Geist respektive dem Logos und seinen inadäquaten Erscheinungsformen besteht → Stufen der Entwicklung, bis der Weltgeist zu sich selbst gelangt ist

Methode

- weil Gott sich entwickelt, muß der Mensch einen inneren und lebendigen Zusammenhang zur Entwicklung des Geistes suchen
- durch den Widerspruch wird die Welt bewegt → alles Endliche ist dies, sich selbst aufzuheben
- der Geist kehrt in der Erkenntnis seiner eigenen Entwicklung zu sich selbst zurück → dann hat er das fremde gegenständliche Wesen abgetan und sich als freien Geist erfaßt, wobei er die Gegenstände in seiner Gewalt beläßt

Logik

- Wissenschaft von dem Wissen an sich, von den Kategorien

  1. Lehre vom Sein - Gedanke in seiner Unmittelbarkeit
  2. Lehre vom Wesen - Gedanke in seiner Reflexion
  3. Lehre vom Beginnen - Gedanke in seiner Rückkehr

- hebt das Gesetz vom Widerspruch durch Vermittlung auf: Thesis-Antithesis-Synthesis beziehungsweise Sein-Nichts-Werden (das Sein und das Nichts sind fast identisch) oder Entstehen-Vergehen-Dasein
- mit dieser Methode sollen die allgemeinen Vernunftbestimmungen alles Wirklichen dialektisch entwickelt werden

Phänomenologie des Geistes

Hegel und Napoleon1806
Anmarschweg zum individuellen Denken → man möchte sich hineindenken!
- entfaltet die Subjekt-Objekt-Einheit, welche im Bewußtsein besteht über das individuelle Bewußtsein hinaus zu einer wirklichen Einheit in der Totalität aller Subjekte und Objekte, der Standpunkt des absoluten Wissens
- Kein positives Werk noch Tat kann die allgemeine Freiheit hervorbringen; es bleibt ihr nur das negative Tun; sie ist nur die Furie des Verschwindens […] Das einzige Werk und Tat der allgemeinen Freiheit ist daher der Tod.
- die große philosophische Kavaliertour an die Höfe der Welt, und fehlt Hegel Fausts Zaubermantel, so besitzt er die Siebenmeilenstiefel des Begriffs
- immer wieder fährt das Subjekt durchs Objekt zu einem antwortenden Gegenstand zur jeweiligen Subjektart hindurch → neue Subjektstufen werden betreten
- Ziel ist die Offenbarung neuer Tiefen in explizit gestaffeltem Aufbau - der Weg zu immer neuer Sättigung (Bloch)
- die Beisetzung der Romantiker (Henrich)
- geht vom absoluten Subjekt aus, woraus die Aufgabe der Philosophie erkennbar wird → systematische Erkenntnis der Selbsttätigkeit dieses Subjekts
- Wissen des Absoluten ist Wissen um sich, ein Sichselbstwerden → Ausgang im elementar Sinnlichen und bis zur höchsten und abstraktesten Wissenschaft gehend

Weg

- Analyse des Wissensganzen, d.i. die Theorie der Wirklichkeit
- Auflistung einer Stufenfolge der Bewußtseinsgestaltungen als der Geschichte der Bildung des Bewußtseins der Wissenschaft → das Bewußtsein ist am Ende jeder Stufe dazu angehalten, über sich hinauszugehen, bis es nicht mehr weiter kann - Stadium des absoluten Wissens

Hauptstufen des Bewußtseins

  • das gegenständliche Bewußtsein - sinnliche Gewißheit bis verstandesmäßiges Erkennen der Natur
  • das Vernunftbewußtsein - durchläuft Vernunft, Geist und Religion

Philosophie des Geistes

- Idee, die aus ihrem Anderssein in sich zurückgeht: die Einheit des Geistes geht über das rein Geistige hinaus, bleibt aber ursprünglich als vom Bewußtsein getragen, vom Erkennen und Wissen her gedacht, vor aller Empirie
explitatio Dei, d.i. die Welt, denn Gottes Sein ist sein Werden → er kehrt zu sich selbst zurück
- die Verwirklichung Gottes vollzieht sich in der Kunst und in der Wissenschaft, wo das Gegenständliche in seiner Gegenständlichkeit als Selbst gewußt/geformt/begriffen wird

Wissenschaft der Logik

- ein System metaphysischer Kategorien, d.s. göttliche Schöpfungsverhältnisse zwischen Männlichem und Weiblichem → die irdischen Ereignisse sind tellurischer Ausdruck kosmischer (Bäumler)

Voraussetzung

- Identität von Objekt und Subjekt → Prinzip der Selbstbewegung der logischen Kategorien
Frage: Mit welchem Recht führt er die Bewegung als Grundprinzip in die Logik ein?

Kritik Trendelenburg

1862
„Das reine Sein, sich selbst gleich, ist Ruhe; das Nichts - das sich selbst Gleiche - ist ebenfalls Ruhe. Wie kommt aus der Einheit zweier ruhender Vorstellungen das bewegte Werden heraus? Nirgends liegt in den Vorstufen die Bewegung vorgebildet, ohne welche das Werden nur ein Sein wäre… Wenn aber das Denken aus jener Einheit etwas anderes erzeugt, trägt es offenbar dies Andere hinzu und schiebt die Bewegung stillschweigend unter, um Sein und Nicht-Sein in den Fluß des Werdens zu bringen. Sonst würde aus Sein und Nicht-Sein - diesen ruhenden Begriffen - nimmermehr die an sich bewegliche, immer lebendige Anschauung des Werdens. Es könnte das Werden aus dem Sein und Nicht-Sein gar nicht werden, wenn nicht die Vorstellung des Werdens vorausginge. Aus dem reinen Sein, einer zugestandenen Abstraktion, und aus dem Nichts, ebenfalls einer zugestandenen Abstraktion, kann nicht urplötzlich das Werden entstehen, diese konkrete, Leben und Tod beherrschende Anschauung.“
- der Gedanke Gottes in der Schöpfung
- Wie ist der Geist, bevor er in die Natur hineinkommt?
- die Logik des absoluten Geistes; daraus die menschliche Denkerei

Rezeption

- Ich traue Hegel zwar sehr viele Kenntnisse in der Natur, wie in der Geschichte zu: Ob nach den neuen Entdeckungen, die man doch stets machen würde, sich seine Gedan­ken nicht modifizieren müßten, und dadurch selbst ihr Katego­risches verlören, könne ich zu fragen doch nicht unter­lassen. (Goethe)
- Mit Hegel begann jener verkehrte Glauben an das geschichtliche Sein, der mit dem völligen Entleeren aller Werte enden mußte. (Edgar Jung)

seine Leistungen

  • Lehre vom dialektischen Denken
  • Lehre vom Denken der Dialektik

über Hegels Philosophie

- das Gesetz der Familie kommt nicht an den Tag des Bewußtseins, es ist an sich seiendes Gesetz, innerliches Gefühl (Bäumler)
- Hegels Philosophie, die die abstrakte Idee zum bestimmenden Subjekt erklärt und den Menschen als ein abhängiges Wesen begreift, ist der letzte Zufluchtsort, die letzte rationale Stütze der Theologie (Feuerbach)
- wichtigste Frage: Inwiefern hat Hegel mit den Romantikern zu schaffen?
- besitzt im Kantschen Sinne keine Erkenntnistheorie, denn die Untersuchung der Erkenntnisfähigkeit vor der Erkenntnis lehnt Hegel ab
- bestreitet das Element des Tragischen in der Geschichte keineswegs, aber will es im objektiven Gesamtzusammenhang einordnen
- sieht die Welt als Prozeß abstrakten Denkens → Schwierigkeit Hegels, sein System zum Rang eines abstrakten Systems zu erheben, denn die Begebenheiten können nicht immer sinnvoll verbunden werden → Gewalt bei Verbindung, sofern man Hegel als Systemphilosophen begreift (Lukacs)
- seine Philosophie gleicht einer grotesken Felsenmelodie (Marx)
- historische Bildung → wir müssen sie überwinden
- „Die Denkweise Hegels ist von der Goetheschen nicht sehr entfernt: man höre Goethe über Spinoza. Wille zur Vergöttlichung des Alls und des Lebens, um in seinem Anschauen und Ergründen Ruhe und Glück zu finden. Hegel sucht Vernunft überall, vor der Vernunft darf man sich ergeben und bescheiden. Bei Goethe eine Art von fast freudigem und vertrauendem Fatalismus, der nicht revoltiert, der nicht ermattet, der aus sich eine Totalität zu bilden sucht, im Glauben, daß erst in der Totalität alles sich erlöst, als gut und gerechtfertigt erscheint.“ (Nietzsche)
- Hegel setzte in der Phänomenologie die Romantiker bei (Schelling) → Schellings „Untersuchungen über die menschliche Freiheit“ ist Antwort auf die Phänomenologie

 
hegel.txt (1306 views) · Zuletzt geändert: 2016/11/19 12:10 von aerolith
 
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