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HITLER

Adolf Hitler

Karikatur von George Grosz 1889-1945
Maler und Politiker
- seine Mutter bekam 1907 eine teure und in ihrem Erfolg von vornherein zweifelhafte Jodoformbehandlung durch den jüdischen Hausarzt → die Mutter starb nach langen Kämpfen, was bei Hitler zu einer Persönlichkeitsveränderung führte: aus dem Müßiggänger wurde ein rastloser Arbeiter, der 1908 bloß noch keine Aufgabe hatte
- Hitler bestimmte fortan Deutschland zu seiner Mutter, dem Symbol seiner Liebe, das Volk an sich ist die Substanz aus Fleisch und Blut: 1914 überträgt er den äußeren Feind mit der inneren Infektion, d.i. die Umkehrung eines unbewußten Prozesses
- nach einem britischen Gasangriff am 15.Oktober 1918 mußte er ins Lazarett von Pasewalk, dort hörte er am 9.11. die Nachricht von der Revolution → eigentlich ist der Krankheitsverlauf bei einer Gelbgasvergiftung so, daß nach apathischer Hysterie wegen vorübergehender Blindheit nach ca. drei Wochen neuer Lebensmut mit zunehmender Sehkraft einsetzt, aber bei Hitler wurde dieser Prozeß durch den Schock der Revolution gestört
- der Arzt attestiert dem immer noch blinden Hitler „emotionsgeladenes Simulieren“, eine Hysterie
- der böhmische Jude Weiß heilt ihn: „Sie müssen blind an sich glauben, dann werden Sie aufhören, blind zu sein… Mit Österreich ist es zu Ende, aber mit Deutschland nicht.“
- wurde vom eher nüchtern lebenden französischen Kollaboratuer Laval dahingehend bestaunt, daß er aus der Nacht, aus der Musik Wagners und Beethovens Inspiration hole
- sein ideologischer Aspekt hieß Antisemitismus: seine eigene Gasvergiftung durch eine englische Gelbgasgranate leitete er fehl: die Judenvergasung als Rache für das vergossene deutsche Arbeiterblut
- glaubte, daß er sein Augenlicht zurückbekam, um Deutschland zu retten
- nach seiner Heilung im Winter 1918/9 begriff er sich als auserwählt, die Niederlage des Krieges ungeschehen zu machen, d.h. für ihn die Juden zu beseitigen
- im Hitler-Prozeß nach einem Putschversuch gegen das Reich zu Gefängnis verurteilt
- glaubte in „Mein Kampf“, daß bereits vor dem Kriege die Gewinnsucht über die Selbstaufopferung im Lebenskampf über das deutsche Volk gesiegt habe → der Krebs sei nur an der Wurzel zu packen, dieser ist für ihn das gewinnsüchtige Judentum
- zahlte bis an sein Lebensende Kirchensteuer

Ausweisungsverfahren

Hitler war ein Feind jeglicher Ausweisung von Volksgenossen
- seine im Raume stehende Ausweisung, Schweyer hatte Hitler für den Fall eines Putsches damit gedroht, wurde mit der Begründung im Hitler-Prozeß abgelehnt, Hitler sei Deutschösterreicher und betrachte sich selbst als Deutscher, weshalb auf einen Mann, der so deutsch denke und fühle wie Hitler, der freiwillig viereinhalb Jahre lang im deutschen Heere Kriegsdienst geleistet habe, „nach Auffassung des Gerichts die Vorschrift des § 9, Abs II des Republikschutzgesetzes ihrem Sinne und ihrer Zweckbestimmung nach keine Anwendung finden“ (Hitler-Prozeß, S. 228) könne
- ein später angestrebtes Ausweisungsverfahren wurde am 26.3.1924 von der Polizeidirektion München eingeleitet, wobei diverse Verhandlungen mit österreichischen Behörden steckenblieben
- Hitler beantragte am 7.4.1925 seine Entlassung aus der österreichischen Staatsbürgerschaft, die er am 30.4.1925 erhielt, danach war Hitler staatenlos

Hitlers Führertum

- beruhte auf seinem konkurrenzlosen Talent als Massenverführer, nicht auf nüchterner Lagebeurteilung (Gossweiler)
- In der Deduktion aus einem gegebenen Tatbestand ist er unübertrefflich; in der Feststellung des Tatbestandes trifft er oft unheimlich daneben, weil er, statt zu konstatieren, der Gefangene früherer Schlußfolgerungen bleibt. (Heiden) → der dogmatische Weltblick macht die Dinge passend, interpretiert Fakten in Hinsicht auf ihre Brauchbarkeit für ein vorgegebenes System

Programmatik

weltanschauliche Grundlagen

- im 11. Kapitel von „Mein Kampf“ artikuliert
Prämisse: in all den unzähligen Ausdrucksformen des Lebenswillens zeigt sich ein ehernes Grundgesetz: eine begrenzte Form der Fortpflanzung und Vermehrung
Folgen: jedes Lebewesen paart sich (im Normalfall) nur mit seinesgleichen oder einem Höherwertigen, denn die Paarung mit einem niedriger auf der Evolutionsleiter Stehenden führt unweigerlich zu Entartung (Verlust oder Minderung der Zeugungsfähigkeit) und Niederlage im Überlebenskampf
- der Stärkere herrscht und hat zu herrschen
- gäbe es dieses Gesetz nicht, wäre jede Höherentwicklung aller organischen Lebewesen undenkbar
- dieser natürliche Prozeß ist auf gesellschaftliche Vorgänge übertragbar (siehe Vacher), wie zahlreiche Beispiele aus der Geschichte belegen: immer wenn sich der Arier mit einer anderen Rasse vermischte, führte das zum Ende dieser Kulturträger, daher muß der Arier sich rein halten, d.i. sein ehernes Gesetz
- das Leben ist Kampf: Wer leben will, der kämpfe also, und wer nicht streiten will in dieser Welt des ewigen Ringens, verdient das Leben nicht.
- Ein Staat, der im Zeitalter der Rassenvergiftung sich der Pflege seiner besten rassischen Elemente widmet, muß eines Tages zum Herren der Erde werden - das sollten alle Anhänger der Bewegung nie vergessen.

Begründung des Antisemitismus

- der Jude bildet den gewaltigsten Gegensatz zum Arier\\, denn der jüdische Selbsterhaltungstrieb führt ihn zum Egoismus
- die Juden besitzen keine kulturbildende Kraft, was sie zu Parasiten für andere mache
- der Selbsterhaltungstrieb zwingt sie fortwährend zur Lüge und Verstellung
- in der Neuzeit wurden die Juden zum Kontrolleur der nationalen Arbeit, gleichzeitig jedoch organisieren sie die Arbeiterschaft gegen die kapitalistische Menschenausbeutung, wodurch sie sich immer die Zügel in der Hand lassen
- sie sind bestrebt, das Rassenniveau durch eine dauernde Vergiftung der einzelnen zu senken
- sie hetzen die Völker in den Krieg, dann zur Revolution aus dem Krieg und ziehen aus allem Nutzen
Konsequenz: es muß ein Staat geschaffen werden, der nicht einen volksfremden Mechanismus wirtschaftlicher Belange und Interessen, sondern einen völkischen Organismus darstellt
- In Rußland steht der Jude an der Spitze des Staates und kann von den Russen nicht mehr abgeschüttelt werden, da er kein Element der Organisation, sondern im Gegenteil ein Ferment der Dekomposition ist. → das nationalsozialistische Deutschland ist dazu ausersehen, Zeuge einer Katastrophe zu werden, die die gewaltigste Bestätigung für die Richtigkeit der völkischen Rassentheorie sein wird

Rechtslage der Juden

Prämisse: Juden sind keine Deutschen und fallen damit im Reich unter das Sonderrecht, hier aber noch speziell sind sie als Blutvergifter unbarmherzig auszurotten

außenpolitisches Programm

Prämisse: Erringung von Macht und Unabhängigkeit
- Frankreich ist der Hauptgegner; England und Italien sind die einzigen Bündnispartner für das Reich
- das Fernziel liegt in der Ostexpansion, eine Ostorientierung der Außenpolitik ist notwendig, die aus der heutigen Beengtheit des Lebensraumes hinausführt zu neuem Grund und Boden und damit auch für immer von der Gefahr befreit, auf dieser Erde zu vergehen oder als Sklavenvolk die Dienste anderer besorgen zu müssen
- Was immer wir nach außen ersehnen, kann nur durch vorherige innere Reinigung erzwungen werden.
- Mögen wir Unrecht tun! Aber wenn wir Deutschland retten, haben wir das größte Unrecht der Welt wieder beseitigt.

innenpolitisches Programm

1923 beim Putsch: Bis zum Ende der Abrechnung mit den Verbrechern, die heute Deutschland tief zugrunde richten, übernehme die Leitung der Politik der provisorischen nationalen Regierung ich.
- der nationalsozialistische Staat dient der Entfaltung aller in der Rasse liegenden Kräfte und ist der Staat aller Deutschen
- die unverletzt gebliebenen Bestandteile des Volkstums sind zu sammeln und zu erhalten und zur beherrschenden Stellung zu bringen → neue Funktion der Ehe und des Nachwuchses

Erziehungsprogramm

Prämisse: Eugenik

  1. körperliche Tüchtigkeit → Funktion des Sports
  2. Ausprägung von Charakterstärke von der Jugend an → Nachwuchsorganisationen vom Pimpf an
  3. Entschlußfreude
  4. Willenskraft → soldatische Tugenden
  5. Ständenivellierung → das ganze Volk muß gut genährt sein und jeder einzelne seine Leistungsfähigkeit entwickeln und ausleben können und nicht durch Ständegrenzen am Aufstieg gehindert werden: Ein Grund zum Stolz auf sein Volk ist erst dann vorhanden, wenn man sich keines Standes mehr zu schämen braucht.
  6. Staatsangehörigkeit wird durch Geburt erlangt; Staatsbürgerschaft muß sich erworben werden: nach nationalsozialistischer Erziehung und dem Dienst fürs Vaterland entweder mittels Dienst an der Waffe (Jungs) oder mittels Heirat bzw. Erwerbstätigkeit (Mädchen)
Staatsform für das Reich

Prämisse: aristokratische Struktur ist einem Volk des höchsten Menschentums am angemessensten und baut auf dem Prinzip der Persönlichkeit auf und nicht auf dem der Majorität
- Mehrheitsentscheidungen werden abgelehnt
- auf jeder Ebene des Staates werden beratende Gremien den jeweiligen Führer unterstützen, der aber allein entscheidet
- jeder sich durch seine besonderen Fähigkeiten zum Führer Gemachte besitzt Autorität nach unten und Verantwortungsbewußtsein nach oben

Rezeption

- Was führte zur Veränderung vom harmlosen Vorkriegsmaler zum fanatischen Wiedergänger der nationalen Schandesauflösung?
- die Synthese aus blutmäßiger Schicksalsvererbung und östlicher Seelenwanderungslehre
- will den einzelnen in die Masse zwingen und diese dann zum Kunstwerk stilisieren
- bekämpft die Nation als politischen Ausdruck von Demokratie und Liberalismus und will ihn durch den Begriff der Rasse ersetzen: Wir müssen diese falsche Konstruktion loswerden und an ihre Stelle die Konzeption der Rasse setzen, die politisch noch nicht verbraucht ist.
- seine Faszinationskraft beruhte darauf, daß er seine private traumatische Wut mit dem nationalen traumatischen Bedürfnis in Einklang brachte (Binion)
- verfügte über gute Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen (bei der Besetzung wichtiger Posten) (Herbst)
- während eines Jahrzehnts Bewegungszentrum der Welt (Fest)- Er eignet sich auch, die Nation im Zustand eines national würdelosen Masochismus zu halten, Herr Professor! (Kipphardt)
- Hitler ist Autodidakt und nicht etwa halb, sondern allerhöchstens zehntelgebildet. (Man muß diesen unerhörten Galimathias seiner Nürnberger Kulturreden lesen; grauenvoller als dieser Wust eines Karlchen Miesnick ist nur die Kriecherei, mit der das bewundernd hingenommen und zitiert wurde.) Er ist als Führer im selben Atem stolz auf seine Unbeschwertheit von der „sogenannten Bildung von früher“ und stolz auf sein selbsterworbenes Wissen. Mit Fremdwörtern prunkt jeder Autodidakt, und irgendwie pflegen sie sich an ihm zu rächen. (Klemperer)

 
hitler.txt (3143 views) · Zuletzt geändert: 2016/12/01 08:26 von aerolith
 
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