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HOBBES

Thomas Hobbes

1588-1679
englischer Philosoph
- die Wissenschaft ist die wahre und einzige Moralphilosophie: das Wissen von dem, was im Verkehr und in der Gesellschaft gut und böse (d.s. die Kategorien) ist
- Hobbes versucht sich an einer systematischen Gesellschaftstheorie, wobei er die Gesellschaft als einen künstlich geschaffenenen Körper begreift, den es zu sezieren und zu gestalten gilt, indem das, was gut ist, als gut bezeichnet wird und das, was schlecht ist, entfernt wird;

- will die Theorie des politischen Körpers schaffen, gleich der Galileischen Theorie der physikalischen Körper, denn das Leben ist nicht eine bloße Masse unzusammenhängender und zufälliger Tatsachen, sondern basiert auf Urteilen, die dieselbe objektive Gültigkeit und dieselbe feste Beweisbarkeit haben wie jeder mathematische Satz (Cassirer)
- Von Descartes bis Kant leitete die kontinetaleuropäische Philosophie ihre Vorstellung vom Wesen der menschlichen Erkenntnis großenteils aus der Mathematik ab, hielt aber die mathematischen Resultate für unabhängig von der Erfahrung. Infolgedessen unterschätzte sie die Rolle der Wahrnehmung, während sie wie Platon den Anteil des reinen Denkens überbewertete. (Russell)
- bewies die Schmiegsamkeit des Naturrechts, indem er den Absolutismus naturrechtlich begründete (Stillich)
- verstand sich darauf, die Streitaxt zu führen; großen Problemen ging er so aus dem Weg
- ist durch und durch Nominalist; es gibt keine Universalien: Ohne Wörter könnten wir uns allgemeine Ideen nicht vorstellen.

Leben

- Sohn eines ungebildeten und später arbeitslosen Landvikars
1610 auf Vermittlung seines Colleges Magdalen Hall Tutor und Hofmeister bei Lord Hardwick → das verschaffte ihm materielle Unabhängigkeit und garantierte eine stete Steigerung seiner Bildung durch Begegnungen mikt zahlreichen einflußreichen Persönlichkeiten, weiten Reisen und entsprechenden Verbindungen/Wirkungsmöglichkeiten
- Gegner der Demokratie
1628 Petition of Rights verfaßt
- wurde von zwei Erlebnissen geprägt:

  1. verunsichernde Erfahrung des englischen Bürgerkriegs und des Dreißigjährigen Krieges
  2. sichernde Erfahrung deraufstrebenden Naturwissenschaften

Erkenntnistheorie

- alle Philosophie beginnt mit der Sinneswahrnehmung, woraus die Ziele und Gesetzmäßigkeiten von Bewegungen erkannt werden
- als Konstruktionsmittel dienen Raum, Zeit, Zahl und Bewegung, die als Abstraktionen aus den Beobachtungen bewegter Körper als Erkenntnisse gewonnen werden
- die Außenwelt ist ein Phänomen, die keinem Zweifel unterliegen kann, was ihre denknotwendigen Voraussetzungen betrifft: Raum, Zeit, Zahl und Bewegung, die keine Fiktion sind und keinem Zweifel unterliegen → positioniert sich gegen Descartes
- im Gegensatz zu diesem Unzweifelhaften stehen die Sinnesphänomene, die bloß subjektive Erscheinungen sind

Ethik

- der Mensch muß als ein Mechanismus begriffen werden, ist ausgezeichnet durch Vernunft
- Begierden richten sich auf Macht und Eigentum
- Mensch ist zur Selbstregulation befähigt
- seine Leidenschaften müssen in bestimmbare Kanäle gebracht und gesellschaftlich gelöst werden, sonst droht die natürliche Veranlagung des Menschen, seine Verbindung zur Tierwelt mit ihrem bellum omnium contra belli
- des Menschen Bewußtseinserscheinungen sind Akzidentien, Körperhaftes → die Annahme einer besonderen geistigen Substanz ist unnötig, denn nichts außer dem Körper kann bewegt werden, Eleatismus
- der urkausale Zusammenhang gestattet keine Existenz von Geistern mit Bewegung und Einfluß, denn Bewegung wird nur aus Bewegung erzeugt → der Mensch ist also nicht frei, sondern nur bestrebt, sich zu erhalten, d.h. in Bewegung zu halten, ABER der Mensch hat alles Recht auf die Natur, auf alles Natürliche zur Selbsterhaltung
- zur Bewegung gehören die Leidenschaften: Lust, Liebe, Begehren, Schmerz, Abneigung, Furcht
- aus dem Trieb nach Selbsterhaltung ist auch der Staat, mit ihm Recht und Moral entstanden
- die beste Führung des Staates ist die autoritative

Selbstgesetzgebung des Vernunftwillens der Menschen

  1. jeder muß unter allen Umständen Frieden suchen: der Friede wird zum Zweck menschlichen Zusammenlebens;
  2. die Individuen müssen einen Vertrag schließen, in dem sie ihre friedensstörenden Ansprüche, d.s. ihre individuellen Rechte als solche, aufgeben und einer souveränen Gewalt übertragen, die die egoistischen Bestrebungen in Schach zu halten und damit Frieden zu verbürgen vermag

Leviathan

1651
- die Wissenschaft ist die einzige und wahre Moralphilosophie
- sobald das Band zwischen Herrscher und Beherrschten einmal geknüpft ist, ist es unauflösbar → der Pakt des Verzichts auf Durchsetzung persönlicher Freiheiten ist der erste Schritt zur sozialen Ordnung, denn von nun existieren die Individuen nicht mehr als unabhängige Wesen und sind einem ihren Willen repräsentierenden Herrscher untertan, der auch den sozialen Willen repräsentiert → Vorwurf der Kritiker dieser Meinung, daß die Menschen aufhörten, ein moralisches Wesen zu sein, sofern sie ihre Persönlichkeit übergeben
- die Staatsform ist gleichgültig (wobei Hobbes der Monarchie den Vorzug gibt), so lange nur der Frieden bewahrt wird und die Macht beim Staat bleibt: der Staatsgewalt stehen alle institutionellen, materiellen und geistigen Mittel zur Verfügung

 
hobbes.txt (929 views) · Zuletzt geändert: 2017/02/07 14:06 von aerolith
 
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