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JÜNGER

Ernst Jünger

- riß 1913 von zu Hause aus und verpflichtete sich für die Fremdenlegion
- das Frontabenteuer stürzte ihn nicht in einen realistischen Ernüchterungsprozeß, sondern stärkte seine Ansichten in bezug auf Pflichtbewußtsein, Treue und Dienstbereitschaft
- 1923 schied er aus der Reichswehr aus, tummelte sich bis 1925 im Freikorps Roßbach → kritische Bedenken
- Studium in Leipzig, Zoologie und Philosophie

Lehre

- fragt, ob es eine durch Erdvergeistigung sich anbahnende Weltordnung geben könne
- der Krieg als solcher ist unbedingt anzuerkennen, denn seine bloße Existenz verleiht ihm Notwendigkeit → der Sinn müsse in der Existenz selbst liegen, da er nach menschlichen Maßstäben keinen Sinn erkennen lasse
- der Arbeiter hat nur als Krieger Anspruch auf eine Existenz
- die Magie des Verborgenen → deshalb hat Jünger für die kalte Ratio nur beißenden Spott und Verachtung übrig

Afrikanische Spiele

1936
- es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem nicht eine bestimmte Ordnung herrscht, mit der sich der einzelne auseinandersetzen muß → Flucht ist kein Ausweg

Der Arbeiter

1932
- fordert die Machtergreifung durch den Arbeiter, der den bürgerlichen Liberalismus ablösen müsse
- stammt gedanklich aus dem Niemandsland zwischen bürgerlichen Nationalismus, Nationalsozialismus, utopischem Sozialismus und Kommunismus
- der Arbeiter soll die planetarische Herrschaft anstreben

Auf den Marmorklippen

Hauptmann Jünger 1939/40, Infanterist, mit Pour le Merite und EK auf einer Bank vor seiner Abreise nach Paris 1939
Schlüsselroman
- der Ich-Erzähler lebt mit seinem Bruder, Otho, zurückgezogen in der Rauten-Klause am Rand der Marmorklippen
- in den angrenzenden Wäldern terrorisiert ein Oberförster mit einem Geheimbund namens Mauretanier die Gegend und will die totale Macht
- der Kampf in den Wäldern ist hart: Menschenjagden, Hinterhalte, Mordbrand
- in Schinderhütten bei Köppelsblek werden Menschen geschunden
- Totentanz (ästhetisches Spiel?) von Nihilisten (Braquemart, einer aus der Truppe des Oberförsters mit eigenen Machtphantasien) und Gerechtigkeitsfanatikern (Fürst Sunmyra, der eine gerechte Welt will)
- nach der Erkenntnis dieser Pervertierung ihres kriegerischen Naturells widmeten sich beide der Botanik und geistigen Übungen → Was unsre Mühen dann überreich belohnte, das war die Einsicht, daß Maß und Regel in den Zufall und in den Wirren dieser Erde unvergänglich eingebettet sind.

Die totale Mobilmachung

1930
- ein Essay, das die Summe umtriebiger Jahre im rechten Spektrum zieht
- der verlorene Krieg kann nur ein Zeichen sein
- …das Ergebnis dieses Krieges für die wirklichen Krieger [kann] kein anderes als der Gewinn des tieferen Deutschlands sein
- Jünger tritt für die Ablösung der bürgerlichen Herrschaft ein, die durch den Arbeiterstaat ersetzt werden müsse → Staatsdemokratie

Rezeption

- der Sieger schafft den Mythos der GeschichteHochverrat des Geistes
- bekämpft die Sekurität des Bürgertums und stellt ihr die elementare Kraft der Arbeiterschaft gegenüber, die vom Preußentum gebändigt, aber nicht zerstört wird
- bringt Begriff der Gestalt in politische Bedeutung (Lukacs): Eine Gestalt ist, und keine Entwicklung vermehrt oder vermindert sie… Die Entwicklung kennt Anfang und Ende, Geburt und Tod, denen die Gestalt entzogen ist. Die Geschichte bringt keine Gestalten hervor, sondern sie ändert sich mit der Gestalt. Sie ist die Tradition, die eine siegreiche Macht sich selbst verleiht.

JüngerBarres
- sieht Barres als Strategen der nationalen Revolution in Frankreich- sieht wie Jünger die Machtfrage als Kristallisationspunkt des politischen Kampfes
- stellt durch das traumatische Erlebnis des 1870/1er Krieges die psychisch-physische Identität in Frage, die er zu erringen hofft, indem er Revanche nimmt → Frage der Behauptung des Ich
- setzt auf die Macht der Technik und die Führernatur- setzt auf die Masse

- sein Schreiben war stets an die konkrete Situation gebunden (Schöttker)

 
juenger.txt (955 views) · Zuletzt geändert: 2017/06/25 05:33 von aerolith
 
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