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KARL

Karl der Böse von Navarra

- verliert 1378 im Hundertjährigen Krieg die Normandie an FRANKREICH und verkauft Cherbourg an ENGLAND

Karl der Große

- steht für die erste RENAISSANCE in EUROPA, aber vielleicht hatte er zu Lebzeiten nie die BEDEUTUNG, die ihm im nachhinein verordnet wird
- von Einhard als der hochgelobte Carl mit dem alttestamentarischen David verglichen - Karl singt übel, aber gern -, womit sich Einhard lieber der Kritik der Nachfahren aussetzt, die v.a. seinen STIL tadeln würden, als auf den Lobgesang seines Herrschers zu verzichten
- Latein wird wieder nach festen Regeln geschrieben - Bedeutung ALKUINs
- 812 setzt er seinem SOHN Ludwig der Fromme) die Krone auf den Kopf und läßt ihn als Mitregenten zu
- setzte die Bildungssucht an seinem HOFe fort (zumal die Sitten in den drei Jahrhunderten zuvor arg litten):

  • fränkische KLEIDUNG (die Hose setzt sich endgültig durch)
  • römische Badekultur
  • Übernahme antiker Umgangsformen
  • Prunksucht
  • Gottesfurcht

- aus dem DIADEM entwickelte sich die Krone, die BYZANZ schon kannte → eigentlich erst 100 Jahre nach Karl ist wirklich von einer Krone zu SPRECHEN

Sachsenkrieg

- konnte auf die Hilfe der Sorben und Obotriten (Slawenstämme) zählen, während die wendischen Wilken es mit den Sachsen hielten

Karl der Kahle

843-77
- Eroberer, v.a. nach dem Tode Lothars, von Lothringen
- mußte sich gegen die Normannen behaupten → verteilte Königsgut im WESTEN an die weltliche Oberschicht, um sie gegen die NORMANNEN zu mobilisieren

Karl I. von England

- regierte seit 1629 ohne PARLAMENT
- das Parlament wiederum versuchte erfolgreich, sich das Heer zu unterstellen, was sich Karl nicht gefallen lassen konnte → Eingriff in die königliche Prärogative
- brauchte für den KRIEG gegen Schotten 1639 und Iren 1641 GELD
- wurde indirekt vom Parlament, über seine Ratgeber, angeklagt und mußte ins Feld gegen die Truppen des Parlaments, Grundbesitzer und GENTRY, Niederadel
- paktierte seit 1647 mit den Feinden und zettelte einen verzweifelten BÜRGERKRIEG an, den er haushoch verliert
- Anfang 1649 hingerichtet → England wird Republik unter CROMWELL

Karl III. der Dicke

regierte 885-87 als KAISER
- vereinigte als letzter KAROLINGER und Urenkel Karls dessen REICH unter einer Hand → nach dem Tode seiner Brüder war er legitimer ERBE
- konnte MASSE konkurrierender Adelsgeschlechter dem Reich zurückgewinnen, dennoch gewöhnen sich die Adligen daran, dem KÖNIG überlegen zu sein
- Karl konnte nicht die starke Herrscherpersönlichkeit sein, derer es bedurft hätte, um die INTERESSEn zusammenzuzwingen
- wurde 887 auf dem Reichstag zu Tribur von den ostfränkischen Stämmen wegen Unfähigkeit, keine Verteidigung des Reiches gegen die Normannen, abgesetzt
- fortan reagieren im Osten Arnulf von Kärnten, der sich mit dem ostfränkischen ADEL einigt
- im Westen lösen sich die Bande zum Frankentum, schließlich entstehen vier Reiche nach Karl: West- und Ostfranken, Hochburgund und Niederburgund, sowie ITALIEN

Karl IV.

-1378
- kommt mit sieben Jahren an den französischen Hof, hieß Wenzel (nach dem böhmischen Nationalheiligen) → aus Verehrung für die Franzosen nennt er sich fortan Karl
- mit 14 geht er nach PRAG zurück, kann inzwischen fünf Sprachen fließend sprechen und schreiben
- kann sich gegen Anschläge – durch Adso von Mailand – behaupten → Karl will der Hohepriester seines Volkes sein
- setzte den falschen Waldemar als Markgraf von Brandenburg ein, um so von Ludwig dem Bayern eingesetzten Sprößling Ludwg politisch zu binden → an den falschen Waldemar (der echte stammte aus dem Hause der Ballenstedter; Askanier) hängen sich zahlreiche Prätendenten von Magdeburg bis Lebus, nur Brietzen, Frankfurt/O und Spandau bleiben Ludwig treu, so daß Ludwig gegenüber Karl einlenkt und dem gegen das Versprechen, seine Herrschaft über Brandenburg anzuerkennen, die Reichskleinodien 1349 aushändigt, die er von seinem Vater übernommen hatte
- verkündete in der „Goldenen Bulle“, 1356, den BEGRIFF der NATION als ein Unterscheidungskriterium
- galt in seiner ZEIT als der größte Reliquiensammler
- legte Stützpunkte im Wettiner LAND an (Schönberg, Strehla, Mühlberg, Tangermünde), um sich gegen die Ansprüche der WETTINER durchzusetzen → es gab verwandtschaftliche Bindungen zwischen Karls Gegnern und dem vorigen Kaiser, der die Wettiner aufmüpfig werden ließ
- auch soll MEIßEN nach 1356 Prag als Erzbistum anerkennen → Karl übte bis zu seinem Tod 1378 Druck auf Meißen aus
- besuchte Nürnberg 52mal

Karl V.

1500-58
Kaiser ab 1519
- Sohn Johannas von SPANIEN
- wuchs in den Niederlanden auf
- will Einheit des Abendlandes wieder herstellen
- kühler POLITIKER, den DEUTSCHLAND nur peripher interessiert und der keinen Zugang zu den deutschen Fragen besitzt → begreift Luthers Weigerung in WORMS 1521 als Kampfansage, währenddessen Luther nur theologische Aspekte einwirft
- um 1526 wird er in den europäischen Zerwürfnissen als eventueller Schirmherr einer REFORMATION endgültig aufgebraucht → der PAPST steht nunmehr auf französischer Seite und behindert ein Friedenskaisertum
- Karl zieht nach Rom, setzt den Papst „wie einen räudigen Hund in einer Holzhütte ein“ (TANSILLO) und plündert Rom
- 1529 kann Karl Suleiman vor WIEN abschlagen, so daß er den REICHSTAG als Sieger betritt und sich den innerdeutschen Auseinandersetzungen wieder zuwendet, doch seiner Aufforderung zum Kriegseintritt gegen die Türken kommen die Protestanten nicht nach, so daß der Reichstag in einer Sackgasse endet
- nach einem mißglückten Zug gegen die Türken 1532 zieht sich Karl bis 1540 nach Spanien zurück
- einen dritten Versuch, Frankreich zu bezwingen, startet er 1536, doch 1538 muß er im FRIEDEN von Nizza beigeben → RÜCKWENDUNG auf deutschen Belange, FRANKFURTER ANSTAND verlängert das Stillhalteabkommen zwischen den Reichsfürsten von 1532, Nürnberger Stillhalteabkommen
- führte in Afrika, Tunis und Algerien, Feldzüge 1535 und 41
- legte 1556 seine Krone nieder: Spanien, Neapel und die NIEDERLANDE regierte ab dann sein Sohn Philipp II., Kaiser wurde sein Bruder Ferdinand I.

Rezeption

- ist nicht nur der mächstigste Herrscher, sondern auch bedeutendste Mensch der ganzen Epoche: In seiner Person und in seiner Politik, die zum ersten Male die Erde umspannt, doch ganz der NOT des christlichen Abendlandes gewidmet bleibt, hat das ZEITALTER der Hochrenaissance seinen gültigen Ausdruck gefunden.
- Der Gedanke des allgemeinen Konzils zur Erneuerung der Kirche und zur Beilegung der Häresie ist ihm nie nur ein taktisches Instrument, sondern immer ein innerliches Anliegen gewesen. (Freyer)

Karl X.

1757-1836
französischer König
- wurde durch die JULIREVOLUTION gestürzt
- Griff nach Algerien

09.1827

- Besuch der Engländer, die Probleme um Spanien und den Balkan, v.a. Griechenlands Kampf gegen die Türken, besprechen
- Frankreich muß sich zu den britisch-russischen Plänen gegen die Türken äußern

karl.txt · Zuletzt geändert: 2019/09/25 08:01 von Robert-Christian Knorr