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KIERKEGAARD

Sören Kierkegaard

1813-55
dänischer Philosoph
- der eigentliche Vater der Existenzphilosophie und Gegner Hegels, dem objektiven Denker
- befindet sich weitgehend noch in einiger Sicherheit, dem Bewußtsein der Existenz des ewigen Gottes, aber lehnt das bislang Verbindliche, alle bisher geltenden Werte bis zur vollkommenen Reduktion aufs entwurzelte Ich ab
- Dominanz der Phänomenologie der Verzweiflung, so daß die religiösen Inhalte zersetzt werden, was christliche Handlungsmotive ins Optative, Wunschvorstellungen, oder Postulative verwandelt und letztlich zu existentialistischem Nihilismus führt
- entwickelte das Paradoxon - Anwendung der Hegelschen Dialektik zur Ablehnung des status quo bei gleichzeitigem Anerkennen bestehender Verhältnisse - als Mittel der Erschütterung, die statt zur ästhetischen und ethischen Lebenseinstellung des Nihilismus zur religiös-existenziellen Hingabe an Gott führt
- stellt der Hegelschen Dialektik eine höhere „qualitative” Dialektik gegenüber, die den Umschlag von Quantität in Qualität leugnet: Es ist deshalb Aberglaube, wenn man in der Logik meint, daß durch ein fortgesetztes quantitatives Bestimmen eine neue Qualität entstehe; und es ist eine unerlaubte Vertuschung, wenn man zwar nicht verheimlicht, daß es nicht ganz so zugehe, dagegen die Konsequenz dieses Satzes für die gesamte logische Immanenz verbirgt, indem man ihn in die logische Bewegung mit aufnimmt, wie Hegel es tut. Die neue Qualität kommt mit dem Ersten, mit dem Sprung, mit der Plötzlichkeit des Rätselhaften.
→ will Dialektik-Begriff der Griechen wieder einführen, die Spontaneität des Umschlagens
- seine Geschichtsphilosophie ist Fatalismus, d.h., er verkündet die vollendete Sinnlosigkeit und Sinnwidrigkeit und nennt die Verzweiflung - man muß wählen, entweder das Ästhetische zum Totalgedanken zu machen und so alles auf diese Weise zu erklären, oder das Religiöse - die Grundkategorie jedes menschlichen Verhaltens → Ist Kierkegaards Philosophie ein Asyl für gestrandete dekadente Ästheten?
- betont die Bedeutung Jesus Christus als Wendepunkt menschlicher Verhaltensweisen in Sinn, Inhalt und Form → ein Sprung in der Geschichte!

Kierkegaard unterscheidet

  • simples historisches Faktum → annähernde Erkenntnis möglich
  • absolutes Faktum → ist historisch, aber nur für diejenigen zugänglich, die von Gott die Bedingungen empfangen
  • ewiges Faktum → steht völlig außerhalb des geschichtlichen Ablaufs

- setzt Gegensatz zwischen allein absolut individualistischer Subjektivität - wenn man interessiert ist - und der sich ins Nichts des Relativismus notwendig verlierenden abstrakten Allgemeinheit des gesellschaftlich-geschichtlichen Lebens → d.i. der Abgrund zwischen Theorie und Praxis, zwischen Geschichte und Ethik: Der beständige Umgang mit dem Weltgeschichtlichen macht nämlich untauglich zum Handeln.
→ darin liegt der deutlichste Gegensatz zu Hegel: die Leugnung von Geschichtlichkeit als Entwicklung zum Höheren, denn Ethik und Geschichte widersprechen sich bei Kierkegaard
- eine nicht über das Allgemeine hinausgehende Ethik ist atheistisch, was Kierkegaard der Möglichkeit nach denkbar sieht, dem Werturteil nach jedoch schroff ablehnt

Folge: der Einzelne steht als der Einzelne höher als das Allgemeine, durch die der Einzelne aber erst hindurchmüsse - Dominanz der Phänomenologie der Verzweiflung (Lukacs)

 
kierkegaard.txt (566 views) · Zuletzt geändert: 2015/02/13 19:35 von aerolith
 
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