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LUXEMBURG

Rosa Luxemburg

1871-1919 (von Frei-Korps getötet)
POLITIKER
- als Tochter wohlhabender jüdischer ELTERN im südöstlichen Polen geboren, engagierte sie sich früh in sozialistischen Zirkeln, mußte Polen verlassen, absolvierte in der SCHWEIZ eine akademische Ausbildung
- entwickelte sich aus ihrer kosmopolitisch-liberalen ERZIEHUNG heraus zum Marxisten, ging ins fortschrittlichste Land ihrer Zeit, ins REICH, und mischte kräftig in der innerparteilichen Auseinandersetzung der SPD, Revisionismusstreit, mit
- Repräsentant der auf die Erhaltung großstaatlicher Gebilde gerichteten Internationalität des proletarischen Internationalismus
- entwickelte Prinzipien nationalitätenfeindlicher POLITIK, die sie aus den Interessen der Arbeiterklasse ableitete, die im proletarischen KLASSENKAMPF kollektive Lernprozesse erfahre
- Streitpunkt zu LENIN, der eher eine Selbstbestimmungsinvariante durchsetzen wollte
- unterstützte unter Vorbehalten den Spartacus-Aufstand Quelle: August Winnig: Das Reich als Republik. Stuttgart 1928. S. 140/41.

Die Akkumulation des Kapitals

1913
- das Hauptwerk erschien posthum 1925 → nimmt mit AKKUMULATION einen zentralen Begriff MARX' auf
- betont gegenüber BERNSTEIN, der die Entstehung von Konzernen etc. als Belege für die Überlebensfähigkeit des entwickelten KAPITALISMUS anerkannte, daß genau das nur Indizien für die Übermacht des organisierten Kapitalismus seien
- sieht im IMPERIALISMUS die Realisation des kapitalistischen Mehrwerts als Unmöglichkeit, da er fortlaufend investiert werden müsse, was eine tendenzielle Schrumpfung der Nachfrage mit sich führe, die noch durch Expansion in unterentwickelte Märkte aufgehalten werden könne, letztlich aber notwendig zur Revolution des Proletariats führen müsse

Freiheit der Andersdenkenden

1918
Prämissen:

  1. Die politische Demokratie ermöglicht den Klassenkampf;
  2. die Leninsche Auffassung der Diktatur des Proletariats behindert aufgrund der Beschneidung bürgerlicher Freiheiten die politische Schulung und ERZIEHUNG der ganzen Volksmasse;
  3. ohne die freie, ungehemmte Presse, ohne ungehindertes Vereins- und Versammlungswesen ist gerade die HERRSCHAFT breiter Volksmassen undenkbar.

Schlußfolgerung:
Freiheit nur für die Regierung und ihre Anhänger, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der anders Denkenden. Jawohl: Diktatur! Aber diese Diktatur besteht in der Art der Verwendung der Demokratie, nicht in ihrer Abschaffung, in energischen, entschlossenen Eingriffen in die wohlerworbenen Rechte und wirtschaftlichen Verhältnisse der bürgerlichen GESELLSCHAFT, ohne welche sich die sozialistische Umwälzung nicht verwirklichen läßt. Aber diese Diktatur muß das Werk der Klasse, und nicht einer kleinen, führenden Minderheit im Namen der Klasse sein, d. h. sie muß auf Schritt und Tritt aus der aktiven Teilnahme der Massen hervorgehen, unter ihrer unmittelbaren Beeinflussung stehen, der Kontrolle der gesamten Öffentlichkeit unterstehen, aus der wachsenden politischen Schulung der Volksmassen hervorgehen.
Begründung:
Nicht wegen des Fanatismus der GERECHTIGKEIT, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem WESEN hängt und seine WIRKUNG versagt, wenn die Freiheit zum Privilegium wird.

vollständiger Text: http://www.marxists.org/deutsch/archiv/luxemburg/1918/russrev/teil4.htm

bürgerliche Interpretation : http://community.zeit.de/user/loki45/beitrag/2009/07/27/rosa-luxemburg-und-die-freiheit-der-quotandersdenkendenquot

Massenstreik, Partei und Gewerkschaften

1906
- das geistige Fundament der Linksradikalen in der Sozialdemokratie, die deutlich gegen BERNSTEIN und KAUTSKY Stellung beziehen → 1909 führte ein innerparteilicher STREIT zwischen Luxemburg und Kautsky zum Bruch zwischen radikalen Linken und marxistischem Zentrum, da KAUTSKY es ablehnte, über Massenstreiks das DREIKLASSENWAHLRECHT abschaffen zu können
- der MASSENSTREIK ist der Auslöser des revolutionären Hammerschlags, eines sich innerhalb kollektiver spontaner Lernprozesse ergebenden geballten Moments im tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel
- stärkt die ERFAHRUNG kollektiver und spontaner Prozesse, die revolutionäre Praxis des Klassenkampfes → das Wechselspiel von Organisation und SPONTANEITÄT (antiinstitutionalistisches und antiorganisatorisches Moment), wodurch sie in Konflikt mit LENIN seit 1904 und dessen Modell einer jakobinischen AVANTGARDE-Partei gerät, das Luxemburgs MEINUNG nach nicht dazu geeignet ist, Klassenaktionen der Arbeitermassen zu fördern

luxemburg.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:16 (Externe Bearbeitung)