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MACHT

- Die Angst vor der Analyse ist ihr immanent.
- Herrscher hat das Recht der Zensur über alle Meinungen
- vornehmstes Ziel: Erhaltung des inneren Friedens
- wird im Leviathan nicht durch etwaige Körperschaften begrenzt, d.i. bei Rousseau, Montesquieu… anders
Wer darf teilhaben? - Die Gesamtzahl der auf der Basis zureichenden Besitzes zu allseitiger Tüchtigkeit erzogenen Bürger. (Aristoteles)
- Was eine Macht hervorbringt, ist nicht allein die Intensität, sondern auch die Ausrichtung. (Barres)
- natürliche Macht ist das Herausragen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten wie außerordentliche Stärke, Schönheit, Klugheit, Geschicklichkeit, Beredsamkeit, Freigebigkeit und Vornehmheit (Hobbes)
- nur beschränkt, wenn sie Willen nicht durchsetzen kann (Leibniz)
- Prinzip der ästhetischen Aufklärung (Erziehung) heißt der Gedanke, der dem die Macht bringt, der Geist hat - d.i. die ewige Minderheit (Schiller)
1. Macht: göttliches Recht; unbefohlene Sitte
2. Macht: Recht des Wissens; Frucht vom Baume der Erkenntnis (Sokrates)
- ist Befriedigung auf kurze Zeit, kein Glück (Zweig)

Strukturmuster

  • vertikal → im Kommunalismus, d.h. als genossenschaftliches Modell erfolgt eine flächendeckende Gleichverteilung - Problem der Entscheidungsfähigkeit und Durchsetzung
  • horizontal → im Feudalismus, d.h. als Hierarchie von oben nach unten - Problem der Legitimation

Ethische Überlegungen zum Machtbegriff

Leben kann für sich bestehen, bleibt aber (ethisch) leer. Der Mensch hat dieses darüber hinausreichende Vermögen, in das Leben hinein wollen (wichtig, dies hier getrennt, per se, zu betrachten) zu können.
Der Wille des Menschen muß sich in der Natur verwirklichen. Für sich genommen ist der Geist ebenso (ethisch) leer - in meiner lebenstoten Phantasie kann ich mir ausmalen, wie es sich lebendig leben läßt, doch einmal herausgelassen aus der Brust, gehört mein Wollen jenen tückschen Mächten an, die stets nur töten und vernichten wollen, um ihren Stärksten zu erweisen, der lebenslang drauf rechnen muß, von einem Stärkren noch herausgefordert zu werden; die Kraft ist das Prinzip, nicht ein Wollen -, aber er ist dem Leben vorbedeutend (propädeutet), er kann es bilden und prägen. Nur schwachen Geistern geschieht das Leben, weshalb diese auch als böse Geister gelten. Sie können es nicht selbst bilden, also lassen sie sich prägen. Das Leben (Natur) selbst ist in diesem Sinne böse , weil ungerichtet, immer den kleinsten Widerstand suchend, immer gegen den Willen des Wollenden aufbegehrend.
Genau dies war und ist das Problem: Wie läßt sich Natur zwingen?
Mittelbegriffe ständen das Recht und der Verstand. Aber sie können nicht dem Geist genügen. Der Geist sucht seinen Willen, sucht sich in den Artikulationen des Seins, in der Natur. Der Mensch steht allein, in allen Ar-tikulationen dieses allgewaltigen Lebens, steht allein allem Sein und Dasein gegenüber, ist selbst Kosmos und allein im Kosmos.
Alles Leben ist beseelt. Es gibt keine Ausnahmen. Keine Stufen. Keine Ränge des Menschseins. Mensch ist Mensch. Keine Ausnahme! Menschsein kann nicht verwirkt werden. (Wohl aber erachten wir die Todesstrafe - verwirktes Leben - für Mörder und dergleichen als sinnvoll an.)
Alles Lebendige strebt, drängt sich in die Welt, will sich behaupten. Es ist ein Gefühl, hier allerdings existieren Stufen, nach Rasse und Art, innerhalb der Rasse etc., Stufungen. Hin zum Licht! Hin zum Wasser! Hin zu Gott! Der Grund ist zumeist unbewußt, aber hier ist das besonders wichtig, damit der Wille selbst rein bleibt und seine größtmögliche Kraft in Raum und Zeit entfalten kann. Dieser Wille durchzieht die gesamte Natur bis hin zum Menschen. Es ist eine Spielfläche mit Hin- und Rückmeldung. Die Natur gibt ungewollte - denn sie kann nicht wollen, sie folgt -, streng ihren Gesetzen folgende Zeichen an das wollende Ich zurück, das diese aufnimmt und das eigene Handeln modifiziert. Wer dies am besten vermag, wird sich in dem Stoff NATUR am besten zurechtfinden und weiterentwickeln, will hier heißen seinem eigenen Wollen den bestmöglichen Lebensrahmen schaffen können. Geben und nehmen.
Das fällt nicht in den leeren Raum, sondern es sind Erinnerungen vor-handen, die Instinkte, die das sind, weil sie zu Assoziationen fähig sind. Dieses Vermögen besitzt nicht nur der Mensch, sondern alles Leben (Pflanzen und Tiere), der Mensch aber ist als einziges Lebewesen in der Lage, sich darüber bewußt zu werden; sein Handeln kann aus Instinkt erfolgen, kann aber auch ein bewußter Akt sein, der die Instinkte selbst weiterentwickelt, modifiziert. Der Mensch ist hierin Glied einer Kette. Sein Leben ist insofern Pflicht, als daß er Erfahrungen sammeln muß, die er durch Fortpflanzung beziehungsweise Belehrung an die Nächstgeborenen weitergibt.
Zum Streben und zur Assoziativität tritt beim Menschen der Geist. Geist ist Akt. Geist ist gezwungenermaßen aktiv.
Geist und Trieb sind Antipoden, aber nicht antagonistisch. Sie suchen und bedingen einander, bekämpfen und brauchen einander. Der Geist sucht die Herausforderung, der Trieb will sie ebenfalls. Beide können den Kampf nicht gewinnen, aber letztlich ist es der Geist, der den Trieb modelt und sich selbst dadurch seinem Ziel, der Empfindung des Schönen und der Bildung des Schönen zum Zwecke der Freiheitsbewußtwerdung in der Welt, näherbringt. Der Trieb kann unterstützend wirken, Katalysator sein. Den Stoff bietet die Natur.
Geist ist also zweierlei, einmal Wirkung als Akt in Raum und Zeit, diese dadurch erst bildend und zum zweiten Auseinandersetzung mit dem Trieb, diesen hemmen wollend, letztlich aber immer darauf achtend, den Trieb nicht zu einem Handlanger zu machen, also sich selbst den Widerstand, der nothwendig ist, um sich selbst zu bewegen, außer Kraft zu setzen. Geist ist sich seiner bewußt, Trieb nicht. Trieb will schaffen und vernichten, das ist ihm einerlei, er wirkt den Gesetzen der Natur gemäß, unabdingbar, unre-flektierend und immerzu, so Geist ihn läßt. Trieb und Geist sind jeweils unzerstörbar, können aber verkümmern. Und, um dies eindeutig zu sagen: Der Geist kann mehr als der Trieb. Der Trieb kann gar nichts, er muß sich selbst folgen, der Geist kann auch neben sich stehen. Der Geist ist also nur partiell Neinsager zu den Trieben. Der Geist will selbst durchschaut und durchdrungen sein von den Trieben, will sich verbinden im Sinne einer Kraftgewinnung: Vergeistigung der Drangsale.
Jede ernstgemeinte Ethik muß darauf hindeuten, daß darin der Sinn des Lebens liegt!
Es ist hier wichtig zu betonen, daß die sog. Realfaktoren (Blut, Wirtschaft, Macht…) kein Übergewicht über die Idealfaktoren (Geist, Hoffnung, Freiheit…) besitzen. Das Wirkprimat besitzt der Geist, der aber hohl und leer bleibt, wenn er sich keine Aktualität (Raum und Zeit) schaffen kann. Ob die Materie selbst dem Geist vorgebildet ist, wagen wir zu bezweifeln. Materie ist nachgeordnet, trägt aber in sich ein Wirkprinzip. Gegenseitige Bedingnis.

Wie steht der Mensch als Träger des Geistes in der Seinswelt?

Es ist eine Vergrößerung des menschlichen Mikrokosmos. Das gegenseitige Bedingen und Befruchten erhält hier einen größeren Rahmen. Ob der Mensch nun in eine Verantwortung zur Verwaltung des Seins treten muß, wagen wir nicht zu behaupten. Aus seinem Ich heraus muß er, andererseits ist das göttliche Sein in der Lage, den Menschen zu bestrafen, ihm also mit Vernichtung zu drohen, weshalb diese Frage der Seinserhaltung eher in den Bereich des Verstandes gehört, denn ethische Fragen berührt. Eine in diesem Sinne artikulierte Ethik der Verantwortung ist also Humbug. Das ist alles.
Bei der Wechselwirkung muß gefragt werden, welches vorgelagert ist. Der Geist bedarf zur Entwicklung seiner selbst der Materie. Das ist das ganze Geheimnis. So könnte er, und er kann auch nichts ohne Materie. Die Materie wiederum ist nur Stoff, allerdings wirkt in ihrem Stoff der bereits in ihr gewirkt habende Geist, wodurch die Ideeierung des Stoffes Ziel und Zweck des Weltganges ist. Der Mensch steht im Weltganzen als agens, nimmt an, auf und entwickelt weiter. Er erkennt, schaut sich selbst und andere(s) an, nimmt eine Position ein, muß sich erweisen und weiterentwickeln. Das höchste Seiende steckt im niederen, es wirkt durch die Zeiten, modifiziert sich, muß aber erkannt werden. Das Wirkseiende ist manchmal verborgen, darin liegt ein Dilemma für den Suchenden, gleichzeitig jedoch ist dieses Hemmen nur Stachel im Fleische.
Die Körperwelt ist eine Bilderwelt, Abbilder und Phantasmagorien gleichermaßen. Die Bilder drängen ins Bewußtsein und schaffen sich einen Raum, in dem sie sind. Der Mensch trägt diese Bilder mit sich, sie sind in ihm, überkommen (dagegen kann er nichts machen, ist in diesem Sinne Enkel) und müssen jeweils modifiziert werden (daran kann er und muß er arbeiten, ist in diesem Sinne Ahne), aber sie sind aus seinem tiefsten Grund, idealiter. Der Mensch hat Besitz, muß sich diesen Besitz aber immer wieder neu erarbeiten. Das Erarbeitete wirkt auf die Bilder, die unabhängig vom Menschen weiterexistieren. Des Menschen Abbild seiner Arbeit am Wort- und Bildwerk und die überkommenen Bilder korrespondieren. Der Drang des einzelnen und der Drang des allgemeinen Wollens schaffen existentielles Alleben. Wir Menschen nehmen Anteil, sind interessiert an den Dingen um uns her, weil wir selbst Teil des Ganzen sind, im kleinen. Die Bilder selbst tragen in sich den Auftrag Gottes, zu sich zu finden. Eine vollkommene Bewegung. Der Kreis. Auf dem Wege Fährnisse.

Diese Ethik will keine formelle sein. Sie ist gegenständlich, ans Tun und Ergreifen gleichermaßen gebunden. Der Mensch ist in der Lage, Substanzielles, Ursprüngliches, Urmaterielles, Bilder anzuschauen, teilzuhaben an einer Gesamtschau der Dinge. Der Mensch ist dadurch aufgerufen, in den Drang gesetzt - ja, das Anschauen selbst evoziert Liebe, den Drang, es in sich aufzunehmen, Hingezogenheit zum Schönen! -, Hand anzulegen, sich Zugang zu den Werten zu schaffen, die ihn und andere gestalten.
Der Zugang selbst erfolgt nicht über den Verstand, dem das Reich der Erkenntnis zugeordnet werden muß, sondern über Gefühl und Phantasie. Eine verstandesorientierte Ethik muß sich letztlich selbst zerstören, weil sie dem Menschen einen Zweck unterschieben muß, will sie sich selbst (als Verstand) ernst nehmen. Denn der Verstandesorientierte muß, ja, er muß immer auch nach dem Gegenteil fragen, abwägen, relativieren, das jeweils kontextabhängige Beste wählen, entscheiden, muß sich einfügen und anpassen für ein eventuell Besseres. Diese Ethik lehnen wir rigoros ab, sie ist Teufelswerk und dem Menschen ungemäß, muß ihn früher oder später unglücklich machen. Ein Mensch, der immer erst nach den Umständen fragen muß, kann jederzeit umgestimmt werden, ist nur ein armes Würstchen in der Hand derer, die das Handwerk der Manipulation beherrschen, argumentieren können. Menschen dieser Ethik sind eingetaktet in einen Wirtschaftskreislauf, sind ein jederzeit austauschbares Rädchen im Getriebe dessen, was Welt heißt, funktionieren nur für Wirtschaft, Werbung und alternative Wolkenkuckucksheime. Ein solcher Mensch lebt nicht und ist nicht frei, auch nicht der, der die Macht besitzt und anscheinend anderen sagt, was sie zu tun oder zu lassen haben. Denn auch dieser Mensch der Macht ist dazu verurteilt, die Regeln politischer oder ethischer Korrektheit einzuhalten, er ist dadurch nicht frei, sondern nur ein Handlanger der Regeln, die er selbst nicht setzen darf, nur benutzen.

künstlerische Mächte

- die Verzückung des Rausches, die Steigerung des Subjekts zu völliger Selbstvergessenheit (Nietzsche)

moralische Macht

- es stellte sich im Verlaufe des ersten Krieges heraus, daß Deutschlands Zukunft nur in der Verbindung des Ältesten und Jüngsten liegen könne, daß sich die noch nicht vom Geiste des Kapitalismus angefreßnen, d.s. die radikal-konservativen Kulturelemente, daß sich also der germanische und gleichzeitig christliche Korporationsgedanke mit dem Geist des Gesinnungsmilitarismus und das formale deutsche monarchische Staatsethos mit der innerlich neugeformten Arbeiterbewegung, soweit diese nicht vom Geist des bürgerlichen Liberalismus angesteckt und nur ein etwas radikalerer Schleppträger desselben wurde, zu einer einzigen moralischen Macht zusammenschließen müßten (Scheler)

politische Macht

- das Recht, Gesetze zu geben mit Todesstrafe zur Regelung und Erhaltung des Eigentums
- alles fürs allgemeine Wohl (Locke)

 
macht.txt (1131 views) · Zuletzt geändert: 2017/04/11 15:40 von aerolith
 
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