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MYTHUS

- Begriff wurde durch Heyne eingeführt

- Prinzip der anfanglosen und uranfänglichen vertikalen Verankerung des endlosen menschlichen Lebens (Assmann)
- bestehende urtypische Lebenswirklichkeit
- Exegese des Symbols (Bachofen)
- rationale Philosophen und Anthropologen bezeichnen ihn als die sancta simplicia, die uranfängliche Stupidität der Menschheit, die unreflektierte Symbolik unbegreifbaren Daseins
- …schlechterdings ungeschichtlich. Der Mythus reicht nicht nur in die Urzeit, sondern auch in die Urgründe der Menschenseele hinab. (Bäumler)
- kein bloß äußeres allegorisches Sinnbild, in das sich der Gedanke kleidet, sondern ursprüngliche und unauflösliche geistige Lebensform
- Organon zur Erfassung von Wirklichkeit
- besitzt keine philosophische Freiheit, so daß sie nur über einen Menschen als Realitäten herrschen können, wollen sie echt sein
- die Macht des Ewiggestrigen, die es zu brechen gilt → die wichtigste Aufgabe von Platons politischer Theorie (Cassirer)
- Vorwurf der Wissenschaft anch Unfertigkeit, der aber nur die Behandlungsweise des Mythus trifft, nicht die Sache
- beinhaltet Erinnerungen an wirkliche Ereignisse
- ist Einhüllung eines Begriffes, Erfindung oder Erlebnisses in phantasiereiche Bildlichkeit
- jede Lebens- oder Leidensgeschichte einer gewaltigen Persönlichkeit oder jedes große religiöse Erlebensgeschehen wird Mythus, nicht bloß Historie, weil stets das äußere Geschehen als das naturnotwendige Symbol eines Inneren erlebt wird → mitteilen, Anteil geben denen, die selbst nicht wirklichen Anteil nehmen konnten (Dacque)
- der personifizierte kollektive Wunsch (Doutté)
- gehört nicht zur Wiederbelebung des Einst am anschauenden Geist (Humboldt)
- popularisiert das Wissen, das durch die Götter zu den Menschen kam und von den Priestern gepflegt wird (Jeremias)
- die Kunde, die Sage, die Geschichte, die herhallt aus jener unendlichen Vergangenheit, in der der Mensch sich selbst nur erst im Spiegel eines anderen, im Spiegel und Bilde von Göttern und Göttergeschichten, das irdische Geschehen als Abbild oder Entsprechung eines himmlisch-göttlichen zu erleben wußte (Mann)
- Sinnbild, nicht Inhalt
- eine äußere Feier, nicht selbst der Sinn
- feierliche Auslegung, nicht die Innenstruktur geschichtlicher Entwicklung (Mieth)
- ein Aspekt der Sprache; aber er ist eher negativer als positiver Art in bezug auf die Logik und Reinheit, denn Sprache ist logisch und rational, obwohl die Hauptleistung der Sprache durch die Bildung von illusionierenden Allgemeinbegriffen selbst eine Fehlerquelle ist (Adam Müller)
- Erst ein mit Mythen umgestellter Horizont schließt eine ganze Kulturbewegung zur Einheit ab. Die Bilder des Mythos müssen die unbemerkt allgegenwärtigen dämonischen Wächter sein, unter deren Hut die junge Seele heranwächst, an deren Zeichen sich der Mann sein Leben und seine Kämpfe deutet: und selbst der Staat kennt keine mächtigeren ungeschriebenen Gesetze als das mythische Fundament. (Nietzsche)
- Zusammenfassung aller Richtungen des Ich
- Folgen aus einem Zentrum des Selbstverständnisses, das Kraft gibt: der Mythus von der Schönheit des Apollo und der Kraft des Zeus gab den Griechen noch Jahrhunderte lang nach ihrer Eroberung Kraft (Rosenberg)
- ein allgemeines, ein notwendiges Produkt des menschlichen Dichtungsvermögens, gleichsam eine Urpoesie des Menschengeschlechts (Schlegel)
- zeitlose, unbewegliche und entwicklungslose Gegenwart
- Ort, in dem (eine allgemeine) Vergangenheit verschwindet (Spengler)
- bildhaftes, dichterisches Reden, geht der bildlos-vernunftmäßigen Erkenntnis voraus (Wehrli)
- unfähig, aus dem Nichts zu schöpfen → Gegensatz zur biblischen Dichtung
- gibt den Charakter der Götter wieder, der sich im Handeln zeigt
- Reich der Vorstellungen mit phantastischem Vordergrund und sinnlich erfahrbarem Hintergrund → das tatsächliche Sichabspielen hängt an wirklichen Gestalten (Wundt)

etymologischer Mythus

- soll Sitten oder Eigennamen, deren wirkliche Bedeutung in Vergessenheit geraten ist, erklären (Schwegler)

Mythus vs. Geschichte

- Mythus und Geschichte gehören zwei verschiedenen Ebenen der Zeit an

Trennung von Mythus und Geschichte: Creuzer, Görres, Grimm, K.O. Müller

 
mythus.txt (901 views) · Zuletzt geändert: 2014/12/22 18:02 von aerolith
 
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