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PHILOSOPHIE

Wozu Philosophie? - hat bis heute den Auftrag, den Mythos durch den Logos zu brechen (Apel)
- Denn ganz besonders die Dichter werden Philosophie, Besonnenheit und Gerechtigkeit benötigen, je mehr sie im Überfluß der Muße leben. (Aristoteles)
- eine Erscheinung in der Geschichte, an deren Überwindung durch die exakte Wissenschaft der Zeitgeist zu arbeiten hat (Comte)
- Magd der Theologie (Damian)
- als Begriff zuerst bei Herodot nachweisbar

  • Streben nach Wissenschaft schlechtweg
  • im 17. Jahrhundert ein Paradigmenwechsel hin zur kritischen Philosophie, d.i. die methodische Selbstbesinnung auf die letzten Grundlagen der Einzelwissenschaften und weiter der Kulturgüter → Wissenschaft von den Prinzipien
  • das Streben nach einheitlicher vernunftgemäßer Welt- und Lebensbetrachtung (Deter)

- allgemeine Richtschnur praktischer Lebensführung (Epikur)
- die Erkenntnis dessen, was ist (Feuerbach)
- wird herabgewürdigt, indem man sie als Vorkenntnis zur Geschichte benutzt
- Darstellung des Inneren einen Gegenstandes (Gans)
- zeitloses Begreifen, auch der Zeit und aller Dinge überhaupt, nach ihrer ewigen Bestimmung
- Wahrheitsforschung, also keine Meinung - die Gestaltung eines Gedankens → der auseinandergelegte Inhalt ist die Form des Gedankens: in uns bestimmend ist, die Idee zu erkennen (Hegel)
- Wissen von der Bestimmung des Menschen.
- zur Wesung des Seyns zugehörig → Ziel: Menschen erreichen!
- Selbstmord der Philosophie: Bestätigung durch „Tatsachen“ → Loslösung aus den Verstrickungen in die Wissenschaftsbegründung (Heidegger)
- mehr, denn nur beschränkte Erkenntnis des Vorhandenen (Hölderlin)
- höchstens der durchschaute Irrtum
- durch sich von sich unterschieden
- System der Erkenntnisse aus Begriffen
- Transzendentallogik der empirischen Wissenschaften (Kant)
- unter Philosophie wollen wir alle Versuche fassen, die darauf aus waren beziehungsweise sind, die Totalität der Welt rational zu erkennen, die Stellung des Menschen in der Welt, seine Tätigkeit und sein Verhalten zu ihr zu begreifen und zu begründen (Kranz)
- Heimweh, überall zu Hause zu sein
- Abbruch aller Brücken zum Verstand: Prozeß des Philosophierens (Lukacs)
- Verschönerung der Wissenschaft
- Atavismus höchsten Ranges
- Ist Philosophie möglich, nachdem sich der Philosoph tausende Jahre im Gewande der asketischen Ideale verpuppen mußte? (Nietzsche)
- Poem des Verstandes (Novalis)
- gehört nach ihrer geschichtlichen Entwicklung zur Wissenschaft in dem sehr weiten Sinne disziplinierten Umgehens mit bestimmten Fragen, die durch Argumente entschieden werden und auf soziale Resonanz rechnen können (Pleßner)
- das intellektuelle Gewissen eines Volkes; rettet die Einheit des Denkens, denn sie kann Kontradiktorisches nicht ertragen (Rothacker)
- ihr Mittelpunkt ist der Streit zwischen Not und Freiheit (Schelling)
- Es ist ein Vorzug und ein Unglück dieser, immer nur den Menschen, nie die Ausübung zum unmittelbaren Endzweck zu haben. Der Künstler kann ohne Philosophie Künstler, der Staatsmann ohne sie Staatsmann…, aber der Mensch bedarf ihrer, um sich selbst und die Natur zu kennen und diese Kenntnis fruchtbar zu machen. (Schümmer)
- Bei der Entstehung der griechischen Philosophie ging es um nichts geringeres als um den Übergang von der allgemeinen Vorstellung zum Begriff, von der Kenntnis einzelner Dinge zu ihrer Erkenntnis, vom naiven Realismus zur theoretischen Reflexion der Gesetzmäßigkeiten, vom Mythos zum Logos. (Seidel)
- kein Rückzug aus dem Leben (Sokrates)
- beansprucht Erforschbarkeit der ewigen Wahrheiten, die es nicht gibt → jede Philosophien ist Ausdruck ihrer und nur ihrer Zeit
- ein Haufen Worte, eine Reihe von Büchern, weder wahr noch falsch - an sich; die Sprache des Lebens in einem großen Kopfe (Spengler)

abstrakte Philosophie

- strebt nach Ideal und gesteht positiven Wissenschaften ihren Inhalt zu
- ersetzt positive Wissenschaften durch Gedanken (Gans)

barocke Philosophie

- versteht sich v.a. als Naturphilosophie → Mathematik, Physik und Astronomie

chinesische Philosophie

- entstand auf der Grundlage der Religiosität: Himmelskult und Ahnenverehrung
- zuerst die mythische Erkenntnis-Lehre einer alles beherrschenden Weltvernunft Tao, die Laotse um 600 v.Chr. weiterentwickelte, währenddessen Konfuzius um 500 v.Chr. sich auf die sittlichen Forderungen konzentrierte
- später wirkte auf diese beiden Zweige des chinesischen Denkens der Buddhismus in Form der Fo-Lehre → der Konfuzianismus blieb Sieger, weshalb die chinesische Philosophie v.a. Sittenlehre blieb

christliche Philosophie

- ihre größte Leistung bestand in der Ausbildung des geschichtlichen Bewußtseins, nach welchem eine innere Entwicklung des Menschengeschlechts als eine Einheit in der Stufenfolge nach göttlichem Heilsplan stattfindet (Deter)
- es gibt keine christliche Philosophie: christlicher Glaube und Philosophie sind grundsätzlich verschieden (Kern)

deutsche Philosophie

- der Mensch ist mehr als eine Rezeptionsstelle: es gibt zwar unabhängige Realität, aber diese ist nur Materie, der durch das Denken des Menschen erst Form gewinnt → Differenz zur französischen Philosophie
- der Mensch kann Ordnung in die Welt bringen
- fand gegen Ende des 18. Jahrhunderts jene Radikalformeln, die die Welthaftigkeit des Ich und die Subjektivität der Weltentwürfe behaupten (Humboldt)

Charakterzüge der deutschen Philosophie

Am Beginn steht das Doppelmotiv: der schöpferische Gebrauch der deutschen Sprache, zuerst durch Meister Eckehart, dann durch Paracelsus, weiter durch Jakob Böhme. Daneben steht die Anknüpfung des Paracelsus an die Volksmedizin samt ihrer Erfahrungen und an das Empfinden des ungelehrten Volkes. Damit verbunden steht das zentrale Motiv der paracelsischen Naturverbundenheit und seines faustischen Dynamismus. Dynamismus ist die Voraussetzung, um allgemeine (internationale) Motive besonders (national) abzuwandeln. In der Frühneuzeit galt die Parole „Weg von den Büchern und der Schulweisheit!“ Statt dessen sollte die unmittelbare Erfahrung, das Wahrnehmen mit den Sinnen, das Lesen der Natur gelten. Doch bei Paracelsus hat diese Erfahrung eine andere Färbung als bei Leonardo da Vinci o.a. nichtdeutschen Philosophen. Paracelsus' Buch der Natur ist trotz seiner Astrologie nicht in Galileis mathematischen Lettern geschrieben. Eher könnte man bei Cusanus von einer mathematischen Sternenklarheit des Universums sprechen. Auch Schelling betont das Geheime seiner Sprache; er nennt es die geheime Schrift, in der er schreibe. Die Odyssee des Geistes. Leopold Ranke benutzt eine Metaphorik mit Hilfe von Hieroglyphen und Chiffren. Das setzt sich bis Jaspers so fort.
Zurück zu Paracelsus: er will das Buch der Natur mit Füßen lesen. Dinge erlaufen, den Boden unter den Füßen, also in die Tiefe, um dort das Höchste zu erfahren. Ein empirischer Ansatz, aber eine metaphysische Intention. Ein stoffgebundener Drang ins Innere, in die Tiefe.

englische Philosophie

I. bis Bacon

- es herrscht der altruistische Utilitarismus vor → dem Gesamtwohl wird der Vorzug vor dem Einzelwohl gegeben

II. Hobbes

- Paradigmenwechsel hin zum egoistischen Utilitarismus → der Staat wird als die Summe der Einzelwillen aufgefaßt, weshalb der Gesamtwille eine Summe ist, mindestens ein Mehrheitswille

III. Locke

- hält daran fest, differenziert jedoch die Rolle des Einzelnen

IV. Spencer

- bei Spencer wird der Einzelne wird zum herrschenden Prinzip
- die Freiheit des Einzelnen ist am bedeutsamsten; die Frage, wie der Schutz gegen den Zwang durch die Gemeinschaft beschaffen sein muß, wird zum beherrschenden Thema
- Sonderung des kriegerischen von dem industriellen Völkertypus

Entwicklunsgperioden der Philosophie

  • 1.Periode

- entwickeln der Bestimmungen, Figurationen etc. aus dem einfachen Grunde - Abstraktionen

  • 2.Periode

- Zusammenfassung dieser Bestimmungen in eine ideelle, konkrete Einheit, Subjektivismus - Konkretheiten, d.h., daß das Absolute als eine sich selbst bestimmende Allgemeinheit gefaßt wird: abstrakte Totalität

  • 3.Periode

- Aufsplitterung, das Konkrete setzt sich in einzelne Ideelle, sich entgegensetzende Momente, die als Totalitäten auftreten - das Allgemeine und das Einzelne (Hegel)

europäische Philosophie

- besitzt die Stärke der Reflexionsfähigkeit über sich selbst → eine Kritik am eigenen Denken

französische Philosophie

leistete:

  1. Die Philosophie wurde seit dem 17. Jahrhundert Gegenstand der allgemeinen Bildung.
  2. Sie formulierte die Probleme des modernen Denkens, darin liegt auch ihre Grenze, sie hat nur formuliert, nichts gelöst.
  3. stellt sich die Frage: Wie ist es denkbar, daß aus dem menschlichen Egoismus auf dem Wege naturgesetzlicher Entwicklung der Altruismus hervorgehe?
  4. setzte die Wirklichkeit als unabhängig vom menschlichen Bewußtsein → der Mensch nimmt eine rezeptive Stellung ein, tabula rasa → der Mensch ist durch das Äußere bestimmt/bestimmbar

Geschichte der Philosophie

- Frage nach der Weise des Seins
- das Frühere wird zum Apriori für die weitere Forschung nach dem wahren Wesen des Seins (Heidegger)

griechische Philosophie

- will die konkrete Befriedigung des Einzelnen in Beziehung auf die Umwelt sein, will Bezug sein auf die Allgemeinheit, erfüllt somit den Tatbestand des sowohl als auch
- Schon die Tatsache, daß die Griechen philosophiert haben, hebt sie über viele, die Art, wie sie es getan haben, über alle Völker des Altertums empor. Wohl gab es auch bei den Indern und in China eine philosophische Spekulation, aber sie verließ nie den Boden der Religion, sondern hielt sich stets in den Grenzen des Dogmas. Persien begnügte sich mit Zarathustras religiöser Reform, und das israelitisch-jüdische Volk in seiner großartigen religiösen Einseitigkeit dachte nie daran, an die Stelle der göttlichen Offenbarung die menschliche Erkenntnis zu setzen… Eigentlich kommt die europäische Religion aus Syrien. Das Fremde wird als Anstoß benötigt. Die Griechen haben den Orient als Voraussetzung, sind aber ebenso aus sich selbst hervorgegangen. In abstrakter Subjektivität war ihnen die Natur und der Geist Eines, eine Einheit. Mit diesem Gedanken lösten sie sich aus dem morgenländischen Identitätsverlustieren entscheidend. Das griechische Bewußtsein war auf Schönheit ausgerichtet und diente letztendlich einer Idealisierung, welcher Seinsbejahend nachgeeifert wurde. Der Gedanke ist für sie ein Zeichen Gottes, das Individuum spiegelt sich in diesem Gedanken wider, ist also. So entstand die griechische Gedankenwelt auch als Pendant zur morgenländischen Seinsverneinung. Der Wert des Gedankens ist in der Realität und in der Abstraktion bestimmbar. (Hegel)
- die Griechen verwandelten die morgenländische Spekulation in klare Geistigkeit
- altgriechische Philosophie ist immer Wesensschau, Seinserkenntnis
- vom Standort, d.h. biographisch zu betrachten → Kennzeichen: Gespräch (Rombach)

Entwicklungslinien der griechischen Philosophie

  • ganz abstrakte Bestimmungen

- das Allgemeine wird in die Form einer Naturbestimmung gefaßt (Wasser, Luft) → Fortschritt = Verlassen dieser Grundbestimmung - Negation

- Zahl = Substanz, z.B. 1 = Form der Bestimmung → 1,2,3 = die Bestimmung dessen, was an und für sich ist, d.i. konkreter → Negation zu 1.

  • Eleaten

- gewaltsame, reine Losreißung des Gedankens von sinnlicher Form und Zahl
- dialektische Bewegung des Denkens
Das Bestimmte wird negiert, um zu zeigen, daß nicht das Viele, sondern das Eine wahrhaftig ist. → Negation zu 2.

- das Eine ist das Wesen des mitunter Vielen → Negation zu 3. (Hegel)

indische Philosophie

- vergegenwärtigt nicht die Welt im Denken und bestätigt nicht die Existenz des Menschen in ihr, sondern läßt das Ich sich seiner Einheit mit dem brahman bewußt werden
- ist nicht Theorie nach dem Ideal des anschauend-denkenden Gottes, sondern Aufhebung der illusionären Zweiheit von Seele und Welt (Freyer)
- sechs philosophische Schulen, darsanas, die die rational möglichen Standpunkte der Metaphysik zu erschöpfen trachteten:

islamische Philosophie

  • das griechische Erbe

- setzt die griechische Philosophie voraus mit der Ausnahme der Vorsokratiker, der Stoa und den Epikureismus
- Schulbetrieb in Syrien und Ägypten, wo der Islam seit dem 7. Jahrhundert herrschte
- Auseinandersetzung mit Christentum, v.a. die Frage nach dem Verhältnis von Vernunft und Offenbarung
- prüft christliche und jüdische Lehren, z.B. Philo, Philoponus
- die Kalifen von Bagdad al-Mamun, al-Mutasim und al-Mutawakkil fördern die Übersetzung christlicher Schriften

Kernproblem der Philosophie

- Daß Gott freie Wesen sich gegenüber schaffen konnte, ist das Kreuz, das die Philosophie nicht tragen konnte und an dem sie hängengeblieben ist. (Kierkegaard)

mittelalterliche Philosophie

- engt Standort ein, da der theologische Grundbezug vorhanden sein muß, d.h. sie ist doxographisch zu betrachten → Kennzeichen: Diskussion (Rombach)

negative Philosophie

- linke Hegelianer
- betrachten Hergang des wirklichen Werdens und legen die Bewegung, d.i. Entwicklung, nicht in Gott, sondern ins Werdende - das eigentlich Negative; d.i. die Vorstellung eines Prozesses, in dem Gott ewigerweise verwirklicht werde durch Menschen, die auch das Schlechte verwirklichen helfen → Gedanken Schellings, der so gleich mit der Hegelschen Dialektik und deren Anhängern aufräumen möchte (Lukacs)

neuzeitliche Philosophie

- steht in sich selbst
- mathesis universalis, d.i. das rein in sich selbst bleibende Denken
Grundgestalt → das sich selbst begründende Denken (Rombach)
- ihr Mangel besteht darin, daß die Natur für sie nicht vorhanden ist, es fehlt ihr am lebendigen Grunde → Abstraktheit (Schelling)

orientalische Philosophie

- oberflächliche Charaktere durch Subjektverneinung
- oberflächliche Form: Vielleibigkeit eines wenig durchdachten Gedankens - kein Sprung zur Idee
- Gott ist mehr das Allgemeine, d.h., die Individuen stehen in ebendiesem Verhältnis zum Allgemeinen

  • aus diesen Gründen folgt: die orientalische Philosophie ist religiöse Philosophie, eine Substanz ist wahrhaftig, das Individuum kann nur Wert erhalten durch Ineinssetzung mit dieser Substanz, d.h. mit dem totalen Verlustsetzen des Ego - verschwinden ins Bewußtlose
  • die nähere Bestimmung ist, daß die Substanz in einer Andacht den Menschen schuf, der zwischen den Tieren und dem Anorganischen steht
  • nur durch völlige Selbstaufgabe kann der Mensch in diese Substanz zurückkehren (Hegel)

politische Philosophie

- wird durch die wechselweitige Durchdringung des Aktuellen mit dem Prinzipiellen charakterisiert (Lübbe)

positive Philosophie

- begründete Hinwendung zur Theologie
- die Priorität des Seins vor dem Denken verblaßt; das Sein wird zu Gott, denn die Ursache der Vernunft ist die Ursache des vollkommenen Geistes
→ nur weil es diesen gibt, gibt es eine Vernunft
Folge: die Zerstörung der Vernunft als vom Geist unabhängigem Wesen/Prinzip
ABER: Sie ist nur eine dem Schein nach der Vernunft entgegengesetzte Wissenschaft. (Schelling)

postmoderne Philosophie

- steht nicht unverschuldet unter Irrelevanzverdacht (Seubert)

praktische Philosophie

philosophica civilior
- wurde von Morus vertreten und will auf das Leben wirken

Prinzip der Philosophie

- muß ein solches sein, in welchem der Inhalt durch die Form und hinwiederum die Form durch den Inhalt bedingt ist → Wechselbeziehung von universaler Stimmung und singulärer Problemerfassung (Schelling)

russische Philosophie

- keine Religionsphilosophie, sondern Philosophieren in der Religion
- Deismus ausgeschlossen → Konzept von Geschichte als Wiedererlangung der verlorenen All-Einheit
- Offenbarung ist nichts Feststehendes, sondern evolutionistisch zu begreifen, eine göttlich-menschliche Synergie
- Glanzzeit der russischen Philosophie zwischen 1863, Wiedererlangung der Hochschulautonomie, und 1922, Zwangsexilierung eines großen Teils der geisteswissenschaftlichen Intelligenz

Welche Rolle spielte philosophisches Denken in den Bestrebungen, die russische Gesellschaft auf die Anforderungen einer modernen Gesellschaft einzustellen?

- Möglich ist ihr die Synthese der westlichen und östlichen geistigen Traditionen, eine neue, die Spaltung von Natur- und Geisteswissenschaft aufhebende Einheitswissenschaft und eine auf die Lösung der Menschheitsprobleme gerichtete Überwindung der mit dem Verfall der gesellschaftlichen Autorität von Religion und Theologie verbundenen moralischen Erschütterungen. (Gardner)

zwei Tendenzen:

  1. Säkularisierung religiös-theologischer Konzepte noch aus dem Mittelalter
  2. Sakralisierung des menschlichen Lebens und seiner natürlichen Voraussetzungen

- die russische Philosophie will als konkrete Metaphysik die Welt nicht passiv abbilden, sondern eingreifend aktiv gestalten, d.i. die konstruktive Apokalypse → Florenski

Dilemma der russischen Philosophie

Wie soll und kann sich die Entwicklung zur Vollendung der Geschichte gestalten?

  1. Antwort 1: ein harmonisches Wachstum in Richtung auf einen prädestinierten Endzustand das Böse in der Welt ist das weniger Gute und somit schon eine notwendige, aber niedere Stufe des Guten
  2. Antwort 2: es gibt einen grundsätzlichen Gegensatz von Gut und Böse → das Böse ist in bezug auf das Gute ausschließlich negativ; der apokalyptische Prozeß ist die aktive Auseinandersetzung mit den historischen Formen des Bösen; das Finale der Geschichte ist ohne Kampf und Leiden nicht zu erreichen, weil das Böse ein selbständiges Prinzip in der Welt ist

Lösung des Konflikts: in der Vorstellung von der schöpferischen Partizipation des Menschen an der Schaffung der All-Einheit verbindet sich das kosmistische Motiv russischen Philosophierens mit der tiefverwurzelten ostkirchlichen Idee, daß der Mensch in der Lage ist, durch seine Aktivität - durch Askese und Onomatodoxie, dafür wird der Kultus genutzt - göttliche Energien freizusetzen → hieraus entsteht der projektive Charakter, den die Apokalypse in der russischen Philosophie annimmt

Gestaltung des Endes: Fedorow → Philosophie der gemeinsamen Tat

spanische Philosophie

- …die Philosophie der Dulcinea, die des nicht Sterbens, die des Glaubens, des des Wahrheit Schaffens. Und die läßt sich nicht auf Kathedern lehren, noch induktiv oder deduktiv beweisen, sie kommt nicht aus Syllogismen noch aus Laboratorien, sondern vom Herzen. (Bahr)

theoretische Philosophie

philosophica domestica bei den Neuhumanisten, die im Gegensatz zur praktischen Philosophie steht

Wozu Philosophie?

Damit wir uns weiter wundern, weiter Fragen stellen und nicht eines schönen Tages am Frühstückstisch sitzen und einander Fragen stellen wie „Schönes Wetter, heute?“ oder „Das letzte Spiel von Schweinsteiger war schlecht.“, im übrigen aber nichts mitzuteilen haben.
Wer es verlernt, Fragen an das Leben zu stellen, wer es verlernt, was wir aus Kindertagen kennen, das Staunen, wer bloß noch ein Teilchen im Getriebe der Welt ist und sich bloß noch an der Bewältigung von Alltagsproblemen reibt, nichts Aufregendes mehr vor sich zu haben glaubt, weil ihn die Sorgen erdrücken, der braucht Philosophie. Der braucht das Wundern, das Staunen wie ein Lebenselixier.
Lassen wir es nicht so weit kommen, daß wir solche Spießer werden, die sich einen behaglichen Bau geschaffen haben, darüber hinaus aber alles andere mißfällig betrachten, alle anderen Lebensformen beschimpfen und nichts weiter zu tun haben, als andere wegen Falschparkens anzuzeigen, sich über andere lustig zu machen und im übrigen von einer Langeweile zu sein, die ihnen in ihrer Dumpfheit nicht mehr auffällt.
Philosophie kann man erlernen, sie läßt einen nicht allein und bewahrt die Neugier, bewahrt die Lust am Gefühl, am Schmerz, an der Freude, an der Phantasie. Wer philosophiert, der schließt Freundschaft mit dem Leben und ist gegenüber denjenigen, die es nicht tun, besser auf Schicksalsschläge vorbereitet. Wer es kann, der versteht andere, der kann sich auf andere einlassen, ohne überheblich zu wirken, der besitzt die Gabe der Bewußtseinserweiterung durchs Denken. Der ist auch in der Lage, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, das aber, was unwichtig ist, deshalb nicht zu verdammen oder zu beleidigen, sondern sich auch darauf einlassen zu können, wenn es darauf ankommt. Philosophie kann helfen, die eigenen Grenzen besser einzuschätzen, sein Wollen an dem zu messen, was man kann. Wer philosophiert, läßt sich nicht von seinen Trieben leiten, kann es gegebenenfalls aber auch. Es gibt eine einfache Richtlinie: Entscheide in schwierigen Lebenssituationen immer nach dem Gefühl; einfache Angelegenheiten nimm sehr ernst und laß den Verstand entscheiden!
Was das Bewußtsein dauerhaft erweitert, das eröffnet neue Blickwinkel. Das nennt man Perspektive. Wer verschiedene Perspektiven entwickeln kann, der wird in scheinbar ausweglosen Situationen eine Möglichkeit finden, um sich daraus zu befreien, der läßt sich durch Medien, Meinungen anderer oder Schulbücher auch nicht dumm machen, denn der Philosoph erkennt, was ist und unterscheidet es von dem, was ihm vorgegaukelt wird.
Und schließlich, dieser Gedanke darf nicht verachtet werden, dient die Methode der Philosophie, die jeder erlernen kann, dem Seelenfrieden, der Lebenssicherheit. Philosophie besitzt nicht die Aufgabe, andere zu retten. Sie dient dazu, das eigene Leben zu retten. Aber indem man das tut, greift man auch in die Leben seiner Mitmenschen ein, denn keiner lebt für sich allein. Philosophie kann allerdings dabei helfen, das Leben allein zu leben, denn im Gegensatz zu vieler Meinung ist Philosophie nicht von der Kommunikation mit anderen abhängig.

Ziel der Philosophie

- So lange hat die Philosophie ihr Ziel noch nicht erreicht, als die Resultate der reflektierenden Abstraktion sich noch nicht an die reinste Geistigkeit des Gefühls anschmiegen. (Fichte)
- untersteht Geschichte
- Enthüllung der unheiligen Gestalten
- aus der Kritik der Theologie wird die Kritik der politischen Verhältnisse (Marx)

 
philosophie.txt (1534 views) · Zuletzt geändert: 2017/02/07 14:12 von aerolith
 
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