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prometheus

PROMETHEUS

Prometheus

- machte die Menschen aus ERDE und WASSER, nahm dann von jedem TIER eine EIGENSCHAFTEN
- hielt dem Menschen eine am himmlischen Wagen entzündete FACKEL an die Brust, so daß dieser lebte
- erfand Arznei, Weissagerei, Traumauslegung, Vogelflugdeutung, Eingeweideschau, Metallbearbeitung
- besonders in Athen verehrt → PROMETHEA;

- ein SOPHIST, ein Geistesmächtiger (ÄSCHYLOS)
- entzündet am Sonnenwagen die Fackel des unsterblichen Geistes → körperliche ZEUGUNG indirekt vom MOND, geistig und direkt ohne Zwischenstufe: heic de sole sumptus igne – dies von der SONNE genommene FEUER (BACHOFEN)
- der Jesus der alten MYTHOLOGIE
- der Menschenfreund, der zwischen der ungerechten GERECHTIGKEIT des ewigen Vaters und dem MENSCHENGESCHLECHT steht und bereitwillig dessen SCHULD auf sich nimmt (EMERSON)
- sein MYTHOS weht weit, bis in die moderne WELT, in der die IDEE der FREIHEIT nur noch technisch-sozial gedacht wird (GURDJIEFF)
- beschreibt das Bruder-Schwester-VERHÄLTNIS von arischem und semitischem VOLK: die Prometheus-SAGE ist EIGENTUM der arischen Volksgemeinde und ein Dokument für ihren tiefsinnig-tragischen CHARAKTER → der WERT des Feuers für den naiven Menschen, ein Palladium der aufsteigenden KULTUR
- die SÜNDE des Prometheus berührt das Semitische, denn der SÜNDENFALL-MYTHUS ist Eigentum der semitischen Volksgemeinde
- ein titanischer Künstler, der in sich den TROTZ fand, Menschen zu schaffen und GÖTTER vernichten zu können, sein LOHN: ewiges LEIDEN
- ihm blieb nichts als der herbe STOLZ des Künstlers (NIETZSCHE)
- das Urbild der SITTLICHKEIT (SCHELLING)
- Prometheus aber, weil er die Menschen zur ARBEIT verführt hat, so muß er nun auch arbeiten, er mag wollen oder nicht. Er wird noch LANGEWEILE genug haben und nie von seinen Fesseln FREI werden. (SCHLEGEL)

Anmerkungen zu Goethes "Prometheus"

„Prometheus“ umfaßt 58 Verse in acht Strophen von unregelmäßiger Versanzahl. Mit einer durchschnittlichen Wortlänge von 5,2 Buchstaben sind die Wörter relativ kurz, ebenso wie die LÄNGE der einzelnen Verse. GOETHE verzichtete beim Schreiben dieses Werkes durchgehend auf ein Reimschema, dafür weist das Stück ein paar andere Besonderheiten auf, wie zum Beispiel, daß in der ersten Strophe fast jeder SATZ mit „U“ oder „D“ beginnt. Auch die zahlreichen Enjambements in Strophe zwei sind auffällig, ebenso wie die vielen Fragesätze in der Mitte des Textes. Überdies ist die direkte REDE des Prometheus an ZEUS ebenfalls nicht althergebracht in Gedichten.
Inhaltlich behandelt das Stück den Halbgott Prometheus, der durch Zeus bestraft wurde und an einem entlegenen Stück des Kaukasus angebunden ist. Besonders quälend wird diese STRAFE dadurch, daß jeden Tag ein ADLER kommt und ihm ein Stück seiner Leber herausreißt, die über NACHT nachwächst. STERBEN kann er nicht, weshalb sich sein Martyrium über Jahrhunderte hinzieht, bis schließlich HERAKLES sein LEID beendet.

Prometheus beschimpft und verspottet die Götter, insbesondere Zeus, dem er seine SITUATION zu verdanken hat. Unverfroren weist er ihn bereits in den ersten Gedichtszeilen zurecht und erklärt, die ERDE falle in seinen Zuständigkeitsbereich. Prometheus verurteilt die Anhängigkeit der Götter von der EHRERBIETUNG der Menschen und bemerkt, daß es keine Vorteile für sie habe, den Göttern zu huldigen oder zu beten, weil sie in den harten Zeiten ohnehin auf sich selbst angewiesen seien.

Goethe verfaßte das Stück zwischen 1772 und 1774, also in seiner STURM & DRANG-Zeit. Zunächst wurde es anonym abgedruckt und erst 1789 nahm er es in seine neu edierten Schriften auf und ließ sie zusammen mit der Ganymed-ODE erscheinen. Da diese Epoche von dem Bestreben geprägt ist, ungerechte AUTORITÄTen zu überwinden, bot sich Prometheus geradezu als Mittlerfigur an. Eines der typischen Elemente jener Zeit, ist das gesteigerte Selbstwertgefühl, das Prometheus unverhohlen zur Schau stellt, da er sich mit Zeus auf eine Stufe stellt, ja sogar über ihn, denn er verurteilt diesen. Außerdem spiegelt das eigene DENKEN beziehungsweise das Vernunftdenken einen wesentlichen Aspekt der Sturm und Drangzeit wider, der blinden, nicht hinterfragenden GEHORSAM (hier gegenüber den Göttern) kritisiert. So wurden die Menschen auch zu einer Eigenverantwortung aufgefordert, wie es auch Prometheus tut. Dazu kommt die gefühlsbetonte SPRACHE, da Prometheus' VERACHTUNG in dem Text nicht gerade zu kurz kommt.
Prometheus nahm sich vor, die Menschen nach seinem Bilde zu schaffen, was jedoch nur das Äußere beschreibt. Allerdings kommen in dem Gedicht auch einige menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen zum Vorschein, die darauf hindeuten, daß Prometheus als SINNBILD für das menschliche NATURELL angesehen werden kann.

Menschen sind sehr durch ihr widersprüchliches Verhalten geprägt, das durch den Kampf von VERSTAND und GEFÜHL entsteht. Bei Prometheus ist das mehrmals erkennbar.

In mythologischen Überlieferungen wird berichtet, daß Prometheus bei einer Opfergabe Zeus betrog, indem er das Opfertier, den Ochsen, in zwei Haufen unterteilte. Auf dem größeren lagen die „schlechten Teile“, wie KNOCHEN und Sehnen unter einer Fettschicht getarnt, ein kleinerer Haufen beinhaltete die Innereien und das Fleisch unter dem Magen versteckt. Zeus durchschaute den BETRUG und bestrafte die Menschen für Prometheus' FEHLER, indem er ihnen das FEUER verwehrte. So intelligent und gerissen Prometheus doch war, konnte er der Versuchung nicht widerstehen, einen Vorteil für seine Sache zu erzielen. - In dem Gedicht hängt er hilflos an einen Felsen gebunden inmitten des Kaukasus, wo ihn eigentlich niemand retten oder finden kann, und beginnt seine Rede an die Götter. Die einzige Hoffnung auf Befreiung wäre die GNADE des Zeus, durch die er letztendlich befreit wird, denn Herakles durfte ihn nur befreien, da Zeus keinen Einspruch mehr einzuwenden hatte. Obwohl er um seine auswegslose Situation weiß, läßt er seinem ganzen Groll freien Lauf und verspottet und beschimpft Zeus und die anderen Götter ohne Rücksicht.
Da er als listenreich und intelligent gilt, müßte man davon ausgehen, daß er sich über seine Situation im klaren ist, aber er scheint sich entweder aufgegeben zu haben, oder er war nicht stark genug, seinen ZORN zu unterdrücken. Eine andere seiner menschlichen Eigenschaften ist der Drang zu schaffen, was, speziell in Goethes Epoche, als etwas sehr Hohes angesehen wurde.

Der griechischen MYTHOLOGIE nach wußte Prometheus von dem göttlichen Samen, der in der Erde verborgen lag. Er nahm Ton und formte daraus eine GESTALT und gab ihr sowohl GUTe als auch schlechte Eigenschaften mit. Die Göttin Pallas ATHENE, die sein WERK bewunderte, blies der Gestalt ihren Atem ein und gab dem Menschen damit den Geist. Und mehr noch als nur seine Schaffenskraft zu nutzen, verteidigte er sein Werk wie eine Mutter ihr Neugeborenes und ging sogar so weit, den Göttern eine Fackel des Feuers zu stehlen, womit er deutlich ein Verbot von Zeus brach. Auch setzte er alles daran, seine SCHÖPFUNG zu fördern und spielte für sie den Lehrmeister, wodurch sie Fähigkeiten, wie Tiere und Bodenschätze zu nutzen, erlernten und KUNST und KULTUR entwickelten. Allerdings wird das LEBEN eines Menschen nicht nur durch seine Charaktereigenschaften bestimmt, sondern auch durch die Konflikte und Rollen mit denen er sich auseinandersetzen muß.
Wie bereits erwähnt, mimt Prometheus die ROLLE des Freigeistes und Rebellen, der sich gegen vorherrschende Kräfte zur Wehr setzt. Sein „Gegenspieler“ ist Zeus, der HERRSCHER und Übervater. Prometheus' vor SELBSTVERTRAUEN strotzende Gebärden erinnern stark an die eines Heranwachsenden. Hierbei übernimmt Zeus die Rolle des Vormunds, der gezwungen ist, für ORDNUNG zu sorgen, Grenzen aufzuzeigen und gegebenenfalls Strafen zu verhängen.
Goethes GEDANKE hierbei wird allerdings mehr politischer NATUR gewesen sein. So könnte man also ihren Konflikt auch als den Kampf zwischen dem unterlegenen oder hilflosen VOLK und der herrschenden OBRIGKEIT auslegen, was zu jener Zeit, ebenso wie heute eine Rolle im Leben der Menschen spielt. Auch zeigt Prometheus in dem Gedicht eine starke Verbitterung den Göttern gegenüber, da er anscheinend schlechte Erfahrungen im Leben gemacht hat und sie ihm dabei nicht geholfen haben, ihn vielmehr „im Stich ließen“. Dadurch keimte in ihm der ZWEIFEL an dem Einfluß der Götter am SCHICKSAL eines jeden Menschen. Er stellte fest, daß es in jedem selbst liegt, die Herausforderungen des Lebens zu meistern und die Götter dennoch Opfer und Anbetung verlangen, was wiederum seinen Gerechtigkeitssinn fordert und seinen Haß anstachelt.
Die Liste der Überschneidungen des menschentypischen Verhaltens Prometheu' ist recht ansehnlich, wodurch ich zu dem Ergebnis komme, daß Prometheus, von der Genetik abgesehen, stark dem Menschen gleicht, wie eine Art Vormensch, nicht zuletzt deshalb, da er, wie es aus dem Gedicht hervorgeht, nicht auf dem OLYMP gehaust hat, sondern auf der Erde.

Prometheus tat alles in seiner MACHT stehende, um den Menschen das Feuer zu schenken, was auch in der tatsächlichen ENTWICKLUNG der Menschen ein wichtiger Faktor war. Es gehört zu den bedeutendsten Faktoren, die den Menschen vom Tier unterscheiden: Sie lernten es, Feuer zu erzeugen und zu nutzen. So bescherte es den Menschen LICHT in der Nacht und Wärme im Winter, machte Nahrungsmittel haltbar, bot Schutz vor wilden Tieren und half bei der Bearbeitung von Werkzeugen.8 Der Frühmensch hat das Feuer bereits vor etwa 790.000 Jahren kontrolliert genutzt, was Überreste von verbranntem Samen, HOLZ und Feuerstein an einer Fundstelle in Israel nahe legen. Durch das wissen, über die Erzeugung des Feuers, kam eine neue Unabhängigkeit, welche es den Menschen ermöglichte auch in schwierigen Gebieten zu leben, da sie so unabhängiger waren. Ein Beispiel dafür ist die EISZEIT, während der es das Feuer ermöglichte, sich auch in den vegetationsarmen Tundren Eurasiens aufzuhalten.
Die Menschen waren sich dieser Gabe bewußt und so entwickelten viele Religionen GOTTHEITen, die damit zusammenhängen. Die Römer verehrten als Göttin des Herdfeuers die Vesta mit einem eigenen Frauenkult. Im HINDUISMUS ist Agni, das Feuer, die Verkörperung Gottes, der auf der Erde in Flammenform erscheint.

Ich habe bereits die List erwähnt, mit deren Hilfe Prometheus versuchte Zeus, bei der Opfergabe eines Ochsen, zu betrügen. Dieser jedoch durchschaute es und als Konsequenz versagte er den Menschen das Feuer. Offen bleiben die Motive für Prometheus' HANDELN. Zum einen ist es MÖGLICH, daß Prometheus einzig und allein im Interesse der Menschen handelte. Da sie ihm sehr ähnlich sind, kann er sich gut mit ihnen identifizieren und beschloß deshalb, seiner Schöpfung zu helfen.
Allerdings sind andere Gründe wahrscheinlicher, denn es ging um nur einen Ochsen, dessen Verlust für die Menschen keine Hungersnot zur Folge gehabt hätte. Gleichzeitig hat Prometheus sie einem großen Risiko ausgesetzt, denn Zeus ist nicht für seine Sanftmütigkeit bekannt. Zutreffender sind demnach persönliche Gründe.
Wie bereits in den ersten Versen des Gedichtes deutlich wird, war Prometheus bestrebt, die Götter insbesondere Zeus, von der Erde fernzuhalten, da er sie als seinen Zuständigkeitsbereich ansieht. Vielleicht hatte er sich erhofft, wenn er auf diese Weise ein ZEICHEN setzt, würde Zeus sich zurückziehen. Allerdings ist Prometheus zu klug, als daß er ihn so falsch einschätzen würde. Die ERSCHAFFUNG der Menschen war eine große LEISTUNG, denn sie waren das Ebenbild der Götter, und möglicherweise führte das dazu, daß Prometheus sich in einer Art Höhenrausch befand. Infolge dieser Selbstüberschätzung kam er dann auf die Idee, Zeus' Macht auf die Probe zu stellen, denn er zweifelte diese an.
Neben all diesen Nebenmotiven, denke ich, daß es vor allem Prometheus' stark ausgeprägter Gerechtigkeitssinn war, der ihn dazu veranlaßte, Zeus das Opfer zu unterschlagen, weil er nicht einsehen konnte, warum die Götter belohnt werden sollten, wenn sie doch nichts taten, was dies rechtfertigte. Es ging ihm um das PRINZIP, was ihn risikobereit machte, und außerdem wollte er vielleicht auch den Menschen zeigen, daß sie keinen Respekt vor Zeus und den übrigen Göttern haben sollten und nutze somit seine Vorbildfunktion. Beim Thema Zeus fragt man sich überdies, warum er sich überhaupt für den großen Haufen entschieden hat, denn es heißt, daß er die List durchschaut hatte, bevor er diesen wählte. Er könnte vorgehabt haben, den Spieß umzudrehen und Prometheus zu testen, ob er es wirklich wagen würde ihm, dem Göttervater, den schlechten Haufen zu geben, handelte also aus reiner Neugierde. Oder aber er ging strategisch vor.
Prometheus stammt zur Hälfte von den Titanen ab, ein altes, gewalttätiges Göttergeschlecht, das einst von Zeus entmachtet und in den TARTAROS verbannt worden war. Auch wenn sich Prometheus in dem Kampf auf der Seite der Olympbewohner gestellt hatte, ist Zeus' MIßTRAUEN gegenüber Prometheus möglicherweise geblieben.
Hinzu kommt, daß der mächtigste Gott die Menschen immer mehr als eine Bedrohung wahrnahm, die es galt, in Schach zu halten. Immerhin besaßen die Menschen Kultur und INTELLEKT, sie hatten zwischenmenschliche Beziehungen, Wünsche und Neigungen, wie auch die Götter. Zeus sah hier also eine Möglichkeit, die Menschen von den Göttern abzugrenzen, indem er ihnen das Feuer entsagt, und gleichzeitig Prometheus zu verletzen, gerade da wo es ihm am meisten wehtut.

Prometheus hat sich sehr für seine Schöpfung eingesetzt und viel dabei gewagt. Sein größtes Opfer hierbei, war die eigene FREIHEIT, auf die er für einige Jahrhunderte verzichten und die Schmerzen, die er Tag für Tag aushalten mußte. Nun gelangt man zu der Frage, ob die MENSCHHEIT diese Entbehrung rechtfertigt.

Aus Sicht der übrigen Götter haben die Menschen sich nicht gerade zu ihrem Vorteil entwickelt: Sie zerstören langsam, aber sicher ihren Lebensraum, also ihr Werk, indem sie Bodenschätze plündern, die Meere verschmutzen und ganze Landstriche mit Atomkatastrophen verwüsten. Sie mißhandeln und töten Tiere und richten sich dabei auch gegen die eigene RASSE. Und was vermutlich am schlimmsten für sie ist, ist die TATSACHE, daß der Mensch in seiner heutigen FORM, sich nicht mehr für sie interessiert, geschweige denn sie in furchtsamer Ehrerbietung anbetet. Manche glauben an Gott, manche an Allah, aber ich persönlich habe noch von niemandem gehört, der noch der griechischen Götterwelt huldigt. Prometheus wäre stolz auf UNS!
Es war sein WUNSCH, ein WESEN zu schaffen, das so ist wie er. Ein Teil, der ihn ausmacht ist die Ignoranz, welche er den Göttern entgegen bringt und die er sich auch von den Menschen gewünscht hat. Tatsächlich scheint es ihm, noch während er an den Kaukasus gefesselt ist, eine Form von grimmiger Zufriedenheit zu bescheren, wie man es in den letzten Versen des Gedichtes sieht, zu wissen, dass seine Schöpfung den Göttern nicht bedingungslos hörig ist.
Außerdem hat sich bereits Prometheus' Ähnlichkeit mit dem Menschen herausgestellt, und jeder Mensch sehnt sich instinktiv danach verstanden zu werden, weil er sich sonst allein fühlt.
Damit hat er sein ZIEL erreicht und der Einsatz hat sich für ihn gelohnt.

Die Frage, ob das Schicksal eines Menschen durch ihn selbst oder durch höhere Mächte bestimmt wird, beschäftigt die Menschen schon seit Jahrhunderten. Ägypter, GRIECHEN und RÖMER hatten alle bereits ihre eigene Götterwelt, der sie huldigten. Heute gibt es, neben den Weltreligionen, eine Vielzahl anderer Glaubensrichtungen, die meistens an nur einen GOTT glauben, und viele haben sich für den ATHEISMUS entschieden.
Auch in Goethes Werk nimmt dieses THEMA einen großen RAUM ein, wobei Prometheus seine MEINUNG kund tut, daß jeder seines Schicksals eigener SCHMIED sei und die Götter es nicht POSITIV lenken würden. In gewisser Weise spiegelt dies auch Goethes Denken wider.
Durch die umfangreiche Papsthistorie in der Bibliothek des Vaters, entwickelte er eine dauerhafte Abneigung gegen die KIRCHE, schon im Jugendalter. Im weiteren Verlauf seines Lebens charakterisierte er die KIRCHENGESCHICHTE als „Mischmasch von IRRTUM und von GEWALT“.
Glaubt man an keine höhere Macht, egal in welcher Form, bedeutet das für die eigene PERSON, daß man zumindest darauf vertrauen kann, nichts im Leben geschenkt zu bekommen und aktiv etwas tun muß, um Veränderungen zu bewirken, denn von alleine werden sie nicht kommen oder zumindest nicht so, wie man es sich wünscht. Durch das Bewußtsein von AKTION und REAKTION wird auch ein gewisses Verantwortungsgefühl wachgerufen. Solange, wie der Mensch erfolgreich ist und keine extrem negativen Erfahrungen gemacht hat, funktioniert dieser GLAUBE an einen selbst gut. Aber wenn man nicht immer wieder bestätigt wird und Ungerechtigkeit waltet glaubt die Person irgendwann nicht, daß jeder bekommt was er verdient, und versinkt statt dessen in einem Gefühl der Machtlosigkeit oder Verbitterung. Bestätigt wird dieses Bild der ungerechten WILLKÜR, mal abgesehen davon, daß es keine wissenschaftlichen Beweise für etwas Gegenteiliges gibt, durch all die Dinge die geschehen und so schrecklich sind, daß gefragt werden muß, wie sie Bestandteil eines größeren Plans sein könnten.
Beispielsweise wurden Tausende Menschenleben in Konzentrations- und Vernichtungslagern ausgelöscht, aus Gründen, wie der falschen HERKUNFT, sexuellen ORIENTIERUNG oder politischen Interessen. Das vermittelt nicht unbedingt den Eindruck höherer GERECHTIGKEIT, denn diese Menschen taten nichts, was dieses Schicksal gerechtfertigt hätte.
Überzeugte Anhänger Gottes oder anderer Gottheiten, erklären sich dieses mit „Gottes unergründlichem Plan“, der auch solch grausame Dinge mit einbezieht. Allerdings bietet der Glaube an eine höhere Macht noch den Vorteil, daß er durch schwere Zeiten hilft.
Man kann sich einer GEMEINDE anschließen und ist so nie allein, und auch sonst nicht, da Gott ja immer hinter einem steht, was ein Gefühl der Sicherheit und des Trostes vermittelt. Außerdem bietet er eine Erklärung für fast alles, was man nicht erklären kann und manche mögen sich durch ihren Glauben auch anderen überlegen fühlen.
Tatsächlich kommen viele im eigenen Leben zu dem SCHLUß, daß ihnen Dinge geschehen sind, die sie leiden ließen und, die sie sich nicht gewünscht hätten, doch bereuen sie diese im Nachhinein nicht, da sie sie zu dem Menschen gemacht hätten, der sie heute sind. Das muß nicht immer etwas mit Gott zutun haben, man kann es auch einfach dem Schicksal, welches ein guter KOMPROMIß zwischen RELIGION und dem GLAUBEN an überhaupt nichts Überirdisches ist, zuschreiben. (Gesa Bahnsen)

prometheus.txt · Zuletzt geändert: 2019/09/21 17:08 von Robert-Christian Knorr