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PYTHAGORAS

auch Pythagoras von Samos

Leben

21. Mai 532 v.Chr. - ca. 450 v.Chr.
- Schüler des Pherekydes
- war in seiner Jugend am Hofe des Tyrannen Polykrates auf Samos und reiste nach einem Zerwürfnis durch Kleinasien, Phönizien und Ägypten
- gründete in Kroton als erster Volkslehrer der Geschichte eine Gemeinschaft
- durch einen Krieg zwischen Kroton und Sybaris oder Metapont, ist nicht genau bekannt, mußte Pythagoras fliehen und kam wahrscheinlich dabei ums Leben
- sein Geburtstag fiel mit dem Apollons zusammen und „…ward später von seinen Verehrern alljährlich festlich begangen, und schien um so bedeutsamer, als auf denselben [Tag] auch zu Athen, Delos usw. das Fest der Geburt Apollos, die Thargelien, fielen, woraus dann die neuplatonische Mystik Anlaß nahm, ihren Heros selbst gleichsam als eine wiederholte Erscheinung des Gottes auf Erden und als das Produkt eines übernatürlichen Prozesses darzustellen.“ (Hermann)
- Lebensführung, d.i. seine Philosophie (Rohde)

Lehre

  • die Seelenwanderungslehre
  • eine Anzahl religiös-ethischer Lebensregeln
  • der Übergang von der Real- zur Intellektualphilosophie

- die Seele ist unsterblich, einst aus Götterhöhe herabgestürzt und zur Strafe in Körper eingesperrt

Erkenntnislehre

- zerschlug alles, was der Vorstellung als real galt und vertilgte das sinnliche Wesen, denn es würde kein Objekt der Erkenntnis geben können, wenn alles unbegrenzt wäre → es wurde zum Wesen des Gedankens, der fortan als Prinzipienstreit beziehungsweise –harmonie in einem dialektischen Verhältnis den Dingen ihre Existenz gab. Etwas qualitativ von der materiellen Substanz Abstechendes mußte zur Grundbestimmungsquantität des Seins gemacht werden. Bestimmten die Ionier etwas Greifbares zum Prinzip, erhoben die Pythagoräer einen Gedanken, die Zahl, zum Prinzip. Die Zahl als Begriff ist ihm vom Sinnlichen verschieden dadurch, daß sie unendlich und unbewegt ist. Von den Ideen unterscheidet sich die Zahl dadurch, daß sie Vielheit enthält und sich deshalb ähnlich und gleich sein kann; die Idee ist jede für sich nur eins - die Zahl ist wiederholbar. Die Zahl ist nicht sinnlich, aber sie ist auch nicht der Gedanke. Zugleich ist die Zahl die tote, begrifflose, gleichgültige, unentgegengesetzte Kontinuität, 1,2,3,…kontinuierlich; dies ist ein gleichgültiger Fortgang. Die Zahl hat das Prinzip des Gedankens, als auch das der Materialität - die Bestimmung des Sinnlichen - in sich. Der Gedanke lautet, das Wahrnehmbare in Kategorien und Vergleichen darzustellen eben durch die Zahl. Das Denken wird zur Notwendigkeit der Bewegung gemacht.
- Gegensatz wird zum beherrschenden Prinzip, zur weltschaffenden Kraft
- der Kosmos wird von Harmonie durchwaltet, d.h., er ist ein in ein Verhältnis zueinander zu setzen, was gleichzeitig dem materiellen Gestus der Zahl entspricht: Zeus und die Zeit und die Erde waren eins. Eros war der erste Beweger dieser Einheit.
- Entwicklung vollzieht sich in Perioden, kreislinienförmig
- das Prinzip Körper kann durch die Zahl ausgedrückt werden
- die Zahl ist konkreter als Feuer, Erde, Wasser, Luft

Methode zur Bestimmung der Dinge - immer im Vergleich zueinander und auseinander

  • 1.nach der Verschiedenheit

für sich selbst, Bestimmung der Identität: Pferd, Blume…

  • 2.nach dem Gegensatz

das eine wird dem anderen entgegengesetzt: gut und böse

  • 3.nach dem Verhältnis

die Vorstellung gelingt nur durch das Bewußtsein zum Pendant: rechts und links; das Doppelte und das Halbe; Größeres und Kleineres: es muß nicht unbedingt das Gegenteil sein

MORALSÄTZE

  • nicht über eine Waage schreiten → nicht auf unrechten Gewinn ausgehen
  • das Feuer nicht mit einem Messer schüren → den Zornigen nicht mit scharfen Worten reizen
  • nicht das Herz essen → sich nicht betrüben
  • sich nicht beim Verreisen umkehren → im Sterben nicht am Leben hängen
  • nicht die Landstraße gehen → nicht der Menge folgen

- Pythagoras entwickelte Richtlinien, an die sich jeder Novize zu halten hatte → verschiedene Ebenen in Orden - dieses Fehlen eines inhaltlichen Freiheitskodex dürfte den Grund abgegeben haben, warum sich der Pythagoräismus in Griechenland nicht durchsetzte, ja sogar als Bedrohung des Gemeinwesens empfunden und verfolgt wurde

Rezeption

- Wenn nur die Grenze und das Unbegrenzte zugrunde gelegt wird: so sagen sie damit nicht, wie die Bewegung wird und wie ohne Bewegung und Veränderung Entstehen und Vergehen ist… (Aristoteles) → Aristoteles schreibt in seinem Buch „Pythagoräische Philosophie“, die Welt sei Eins, sie ziehe aus dem Unbegrenzten Zeit, Atem und das Leere an, das allem einzelnen den Raum abstecke
- Pythagoras ist der Vater der Kabbala, denn durch die Zahlen offenbart sich die Weisheit Gottes (Czepko)
- Führer und Vorbild für die Sucher nach einer höheren Daseinsform (Friedelll)
- die Eins ist nur das abstrakte Fürsichsein, die anderen Zahlen entsprechend mechanische Zusammenstellungen dieses abstrakten Fürsichseins ABER um den Begriff bestimmen zu können, muß man die Natur des Begriffs anerkennen, das Innere, das die Welt zusammenhält; dazu ist die Zahl unfähig (Hegel)
- die ungerade Zahl drückt Begrenztheit aus, die gerade dagegen das Böse, das Unbegrenzte
- Materie ist geformter Geist
- der kühne Versuch, die Wissenschaft der Dinge mit dem reinsten Begriff der menschlichen Seele, einer deutlich gedachten Größe, zu paaren (Herder)
- Harmonie der zum Körper verinnigten entgegengesetzten Bestandteile (Philolaos)
- die pythagoräische Wissenschaft zog die Seele aus ihrer Vereinzelung gegenüber der Natur, in der sie pythagoräische Theologie festgehalten hatte (Rohde)
- schuf Mathematik aus der Tiefe antiken Seelentums: die Zahl ist das Wesen aller sinnlich greifbaren Dinge: d.i. der Unterscheid zur modernen Mathematik, die nicht greifbar ist, sondern Infinitisimalrechnung
- das Chaos ist ohne Harmonie, ein vorläufiges Nichts → der Gegensatz ist der Kosmos (Spengler)

 
pythagoras.txt (1044 views) · Zuletzt geändert: 2018/11/25 17:01 von aerolith
 
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