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SCHELLING

Friedrich Wilhelm Schelling

Philosoph

Entwicklungsphasen:

  1. ästhetischer Idealismus 1800-01
  2. absoluter Idealismus 1801-3
  3. Freiheitslehre 1804-13
  4. positive Philosophie

Erkenntnistheorie

Drei Freunde: Hegel, Schelling und Hölderlin- versucht aus dem absolut Unendlichen, die empirische Welt, die natura naturata, mit ihren räumlichen Dimensionen und ihrer temporalen Entwicklung naturphilosophisch zu konstruieren → Thema seiner Philosophie, das Absolute begreifen
- will die Selbstkonstruktion der Natur und ihre Entwicklung zu höheren Potenzierungsstufen entschlüsseln, denn Raum, Zeit und Materie werden nicht mehr als ewig vorausgesetzt – Kant hatte sie als apriorische Anschauungsformen gesetzt -, sondern als entstanden gedacht
- die Natur entfaltet sich intrinsisch, d.h. in eigener zeitlicher und räumlicher Organisation
- die Natur wird durch die Prozeßkategorien des Magnetismus, der Elektrizität und der chemischen Verknüpfung in eine dreidimensionale Struktur eingespannt
- die Zeit besitzt neben dem Lineargeschehen eine transzendente Potenz, die sie durch Sprünge in die nächsthöhere Epoche repräsentiert
- die Natur besitzt eine erkennbare, empirische Seite, natura naturata und einen unsichtbaren inneren Produktionsprozeß, natura naturans (Heuser)

Ästhetik

- die Kunst zu leben und zu genießen

AllegorieSchemaSymbol
ArithmetikGeometriePhilosophie
LyrikEpikDrama
MusikMalereiPlastik

Logik

- die alte tiefsinnige Logik differenzierte Subjekt und Prädikat als Vorangehendes und Folgendes, antecedens et consequens, und drückte damit den reellen Sinn des Identitätsgesetzes aus
- andere Erklärung: Subjekt und Prädikat werden als das Eingewickelte und Entfaltete entgegengesetzt, implicitum et explicitum antecedensconsequens, inductio; implicitumexplicitum - Rückfolgerung; deductio

Ideen zur Philosophie der Natur

1797
- weil die spekulative Physik die Natur im Gegensatz zur empiristischen Naturforschung betrachtet, stößt sie auf den Gegensatz zum tätigen Urgrund des absoluten Ichs → wie wird etwas?
→ daraus folgert die Aufgabe, aus der Natur des endlichen Geistes die Notwendigkeit einer Sukzession von Vorstellungen abzuleiten und mit dieser zugleich die Entstehung zu urgünden, denn die Materie erklärt sich aus der Natur der Anschauung selbst
- die Anschauung beruht auf dem Wirken des Gegensatzes zweier ursprünglicher Tätigkeiten, deren eine ins Unendliche wirkt, Repulsion (Abstoßung), die andere aber begrenzend wirkt, Anziehung; im Objekt vereinigt

Kritik zur „Mythologie”

1793 Paulus Memorabilien

  • 1. historisch-kritische Einleitung → die sukzessionslose Zeit läßt den Mythus entstehen

- Zusammenhang zwischen Völkerentstehung und Mythosentstehung → die geschichtliche und vorgeschichtliche Zeit sind relativ, es sind verschiedene Zeiten

  • 2. Darstellung des Monotheismus
  • 3. Philosophie der Mythologie im besonderen

- ist Mythologie Dichtung, ist sie unwahr: Mythologie ist aber keine Erdichtung
- allegorische Deutung möglich, aber nicht als Wahrheit; die religiöse Deutung setzt Wahrheit voraus

Deutungsmuster: moralisch, philosophisch, ethnologisch
Begriff: nach § 38 der Philosophie der Kunst
- die notwendige Bedingung und der erste Stoff aller Kunst

Lehre

- der Gegensatz gehört in den Mittelpunkt einer Bewußtsein und Natur zur Einheit verbindenden Identitätsphilosophie

Potenzenlehre

- drei Potenzen sind nicht aufeinander reduzierbar - menschliches Denken ist triplizitär: Subjekt, Objekt, Subjektobjekt heißen die Konstituenten des Satzes → der Subjekt-Objekt-Gegensatz bildet den Schwerpunkt seiner Philosophie, nicht der Mann-Weib-Gegensatz (Bäumler)
- Grund der Schellingschen Philosophie
- die Wirklichkeit geht nur um den Preis ihrer Vergewaltigung im Gedanken auf, weil das Denken als Fakt zuvor an Erfahrung gebunden ist
- Option aufs Irrationale als Konstituente der Vernunft
- zwischen Inhalt und Form kann nicht getrennt werden - Gegensatz zu Hegel

System des transzendentalen Idealismus

1800
- Darstellung der fortlaufenden Geschichte des Selbstbewußtseins
- aus dem Absoluten, Subjekt, entsteht die Natur – ohne Bewußtsein -, später die bewußte Handlung → deshalb gibt es die theoretische, ohne Bewußtsein schaffende Natur, und die praktische, der sich selbst entwickelnde Gott des Protestantismus, Philosophie
- die theoretische Philosophie geht durch intellektuelle Selbstanschauung vom Akte des Selbstbewußtseins aus, woraus alles Empirische allmählich entsteht
- das Selbstbewußtsein als Wollen, d.i. Ursein und keine Sache wie noch bei Spinoza, fußt auf einem Sollen, dem Inbegriff gegebener Forderungen, die aus dem Außerhalb der Individuen/Intelligenz, d.i. die Gemeinschaft vernünftiger Wesen, ihren Sinn beziehen: Nur Intelligenzen außer dem Individuum und eine nie aufhörende Wechselwirkung mit solchem vollenden das ganze Bewußtsein mit allen seinen Bestimmungen.
- ins Praktische wirkt die Bestimmung durch eine Rechtsordnung gebracht, die zu erhalten der Staat angehalten ist → Einheit von Theorie und Praxis
- das Schöne ruht auf dem Unendlichen, das durch das Genie zur Anschauung gebracht wird → die Kunst ist das eigentliche Organon der Philosophie, auch in Harmonie von Bewußtlosem, Unbewußten, und Bewußtem, denn die Kunst öffnet Pforten zum Allerheiligsten

Über die menschliche Freiheit

1809
- der Wille ist das eine Weltprinzip, das die Wechseldurchdringung von Realem und Idealem deutlich macht

Untersuchungen zur menschlichen Freiheit

- Antwort auf Hegels Phänomenologie
- will mit dem Begriff Gottes, causa sui, beginnen, d.i. der Begriff, von dem sich alles andere ableitet

Vom Ich als Prinzip der Philosophie

1795

Prämisse

- wir brauchen einen Realgrund all unseres Wissens, der nicht weiter befragt wird, unbedingt ist → in dem absoluten, alles Entgegengesetzte ausschließenden Ich gegeben
- in diesem ich fallen Mechanismus und Teleologie zusammen, denn die physische Welt ist die Manifestation der geistigen
- das große Prinzip, das den Menschen Einheit gibt, ist die Freiheit: das A und W der Philosophie ist Freiheit

Von der Weltseele

1798
- die Urkraft wirkt auf organische und anorganische Natur → aus Anorganischem kann Organisches entstehen
- was lebt, setzt sich in Beziehung zu den es umgebenden Kräften → Einheit des Konflikts - Dualität beziehungsweise Polarität - der Kräfte
- das organisierende und die Welt selbst zum System bildende Prinzip ist die Weltseele

Rezeption

- Naturphilosophie als Tochter des philosophischen Idealismus → erstarrte Intellektualität der Natur
- Gegenstück zur Philosophie des Ich, analog zur produzierenden Intelligenz
- das Zentrum seiner Lehre ist der Organismus-Begriff, eine lautere Produktivität eines freudigen und aktiven Geistes ohne Tod
- die Natur ist das verkleidete Ich ohne weibliche Konnotationen
- seine Methodik konstruiert idealiter den theogonischen Prozeß (Bäumler)
- Es gibt nur einen Schelling!
- die von Jaspers in die Rezeption gebrachte Vorstellung eines durch Böhme, Oettinger und Baader ins Dunkel von Größe und Verhängnis geratenen Schelling ist falsch, denn Schelling blieb bis ins hohe Alter der rationalen Darstellung seines Prinzips gewidmet (Ehrhardt)
- behauptete, einzeln könne nichts eigentlich gewußt werden
- die Geschichte war ihm ein wissenschaftlich undurchdrungener Glauben (Gans)
- kommt verschieden von Hegel von der Naturphilosophie, bricht jedoch im späten Alter mit der Konzeption der Einheit Mensch/Natur, denn unser Selbstbewußtsein ist keineswegs das Bewußtsein jener durch alles hindurchgegangenen Natur, es ist nur eben unser Bewußtsein und schließt keineswegs eine Wissenschaft allen Werdens in sich; dieses allgemeine Werden bleibt uns ebenso fremd und undurchsichtig, als wenn es gar nie einen Bezug auf uns gehabt
- benutzt unbedenklich Fichtes Methode der Dialektik → die objektive Methode der Dialektik + subjektive Wissenschaftslehre = neue Naturphilosophie
- aus ihm sind links Goethe, Oken und Treviranus und rechts Baader und Görres ableitbar
- der dialektische Widerspruch ist Kategorie der objektiven Wirklichkeit selbst → deshalb hat Schelling große Affinität zum Materialismus → anders als bei Kant und Fichte
- Philosophie will dem Menschen zum Bewußtsein heben, was die unbewußten Naturprozesse produziert haben → der Geist arbeitet an der Bewußtwerdung bewußt: „Odyssee des Geistes“
- die intellektuelle Anschauung beinhaltet ein irrationalistisches Zurückschrecken vor den ungeheuren Perspektiven und logischen Schwierigkeiten, die mit dem Hinausgehen über das bloß Verstandesmäßige verknüpft sind
- statuiert starre Trennung zwischen Vernunft und Verstand: es gibt keine dialektischen Übergänge
- betont Gegensatz zu Hegel: Die Philosophie, die Hegel dargestellt, ist die über über ihre Schranken getriebene negative, sie schließt das Positive nicht aus, sondern hat es ihrer Meinung nach in sich, sich unterworfen.
- die Entwicklung der Menschheit erfolgte nicht sine numine, gleichsam tappend: diese Auffassung ist irrig; deshalb existiert so etwas wie Evolution nicht, denn man müßte wirkliche, sukzessive Schöpfungen annehmen
- versucht, die Philosophie auf die Höhe der Zeit zu heben - Dialektik als Zentralproblem der philosophischen Methode - diskursiv-intuitiv: entscheidende Dichotomie in Schellings Philosophie (Lukacs)

 
schelling.txt (1561 views) · Zuletzt geändert: 2015/05/02 11:19 von aerolith
 
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