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SPENGLER

Oswald Spengler

1880-1936
- der große Dilettant: zeigt den Prozeß des ständigen Aufblühens und Vergehens in den großen Kulturen → eine hermetische Entwicklung
- Geschichtsphilosoph mit großer Wirkung auf das Weltbild des Nationalsozialismus, war den Nazis gegenüber jedoch skeptisch
- man bezeichnete seine Lehre als pessimistisch, doch nannte Spengler selbst den Untergang des Abendlandes zwar einen Verlust, der jedoch nicht zu bedauern sei, da etwas Neues entstehe

Lehre

Spenglers Lehre - die Weltgeschichte ist nicht auf das Abendland hingeordneter Prozeß, sondern spiegelt sich in acht Kulturkreisen wider, die allgemeinen und analogen Entwicklungsgesetzen folgend wachsen und vergehen
- mit dem Tage der Kriegserklärung (3.8.14) verstummen die resigniert-kontemplativen Stimmen der Lebensphilosophie in Deutschland
- setzt anstelle der Kausalität die Analogie → Zurechtrücken von Tatsachen, d.i. dilettantisch
- will aus Geschichte eine Universalwissenschaft machen; er eliminiert die historischen Gesetzmäßigkeiten zuungunsten des Fortschrittglaubens → Schematismus in historischen Epochen, Primat der Geschichte vs. Naturwissenschaften
- Logik der Zeit (d.i. Schicksalszusammenhang) vs. Logik des Raumes - anstelle der Kausalität, die er als Erfindung des Barockzeitalters bezeichnet
- betont gleich Simmel die Relativität des Erkennens und wendet sie an: die Physik ist der faustischen Kultur geschuldet: Atom, Lichtgeschwindigkeit, Gravitation sind ebenso mythische Kategorien des faustischen Menschen wie die Gewittergeister, Flurdämonen Kategorien der magischen Periode gewesen sind
- proklamiert die Gestalt, den Typus je einer Kultur zur realen Grundlage aller ihrer einzelnen inhaltlichen, formellen, strukturellen und dynamischen Erscheinungsweisen → ein nur auf dem Wege der Intuition erfaßbarer Realgrund: Monadentraum
- betont Gegensatz von Zivilisation und Kultur, aber jede Kultur hat ihre eigene Zivilisation, sie ist ihr unausweichliches Schicksal: jede Kultur hat ihre Zivilisation

Entwicklungsstufen

  1. Frühkultur
  2. metaphysisch-religiöse Hochkultur
  3. zivilisatorische Spätkultur

Idee des Es

- das Kosmische, das mit unmittelbarer Gewalt am Werke ist, dem alle augenblicklichen Äußerungen gehorchen: Mythus, Sitte, Technik, Ornamentik

Religionsphilosophie

- die Juden, Perser und Chaldäer trieben die Entwicklung der Religion vom Polytheismus zum Monotheismus: sie ersetzten die urmenschlichen Kosmogonien durch prophetisch-magische Religionen, die auf Erfüllung und Erlösung zielten
- im Mittelalter wurden diese Erlösungsreligionen durch faustische abgelöst

Preußentum und Sozialismus

1919
Grundidee: als sich das sozialistische System gegen das preußische wandte, wandte es sich gegen sich selbst
- hätten beide Systeme zusammengewirkt, hätte Deutschland den Krieg gewinnen können und müssen

- mit dem Preußentum ist eine tiefe innere Unabhängigkeit verbunden; ein System sozialer Pflichten verbürgt dem großdenkenden Menschen eine Souveränität der inneren Welt, die mit einem System sozialer Rechte unvereinbar ist;

- Preußen und Engländer repräsentieren zwei sittliche Imperative gegensätzlicher Art, die sich aus dem Wikingergeist - germanische Idee in sich=persönliche Unabhängigkeit - und dem Ordensgeist der Deutschritter - germanische Idee über sich=überpersönliche Gemeinschaft - langsam entwickelten
- den Sieg wird der preußische Sozialismus davontragen
- lehnt jeder soziale Demagogie ab und kommt deswegen in Differenz zum Nationalsozialismus, Jahre der Entscheidung (Lukacs)

Literatur

1. Eduard Meyer: Spenglers Untergang des Abendlandes. Berlin 1925.
2. Ludwig Stein: Gegen Spengler. Berlin 1925.
3. Wolf Goetze: Die Gegensätzlichkeit der Geschichtsphilosophie Oswald Spenglers und Theodor Lessings. Dissertation Leipzig 1930.

Wertung

- aufgeputztes Analogon (Lukacs)
- verbindet zwei nicht zusammenfallende Ideen der Geschichtsbetrachtung: Kausalität und Schicksal
- prüft nicht die rassisch-organische Entstehung der Kulturkreise, in denen Geschichte konstruierbar ist → für Spengler fallen diese Kreise auf die Erde
- naturalistisch-marxistisches und vorderasiatisch-magisches Denken werden unter dem faustischen Deckmantel subsumiert, mit unabsehbaren Folgerungen für das Kommende → aber er hat heimgefunden zu urewigen Werten (Rosenberg)

 
spengler.txt (1238 views) · Zuletzt geändert: 2016/10/13 21:59 von aerolith
 
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