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strafe

Inhaltsverzeichnis

STRAFE

- heißt: absichtlich ein ÜBEL zufügen
- dient im bisherigen Rechtssystem der Abschreckung
causa fiendi: Zwecksuche in der Strafe, SINN → Anpassen ist das ZIEL
ABER Ist die Strafe nicht der AUSDRUCK des Mächtigen, das Durchsetzen seines Willens?;
- kommen aus der TUGEND und sind notwendig
- verfügen über das sittlich RICHTIGE, das
- wünschenswert: nicht nötig (ARISTOTELES)
- moralische VERANTWORTUNG bei höherer KULTUR (Äschylus)
- Wenn man durch Erlasse leitet und durch Strafen ordnet, so weicht das Volk aus und hat kein GEWISSEN. Wenn man durch die KRAFT des Wesens leitet und durch SITTE ordnet, so hat das VOLK Gewissen und erreicht das GUTE. (KONFUZIUS)

zweierlei Strafe

  • das relativ Dauerhafte

a. das DRAMA der strengen Abfolge von Prozeduren
b. die Prozedur ist älter als die eigentliche Nutzanwendung der Strafe

  • Strafe wird in die Prozedur hineingelegt

Strafe für

  • Abzahlung des Schadens am Geschädigten
  • Isolierung einer Gleichgewichtsstörung, um Weitergreifen zu vermeiden
  • Furchteinflößen
  • AUSGLEICH für Vorteil des Betrügers
  • als Fest - VERGEWALTIGUNG und Verhöhnung des Feindes
  • Gedächtnismachung zwecks Besserung - soll GEWISSEN wecken
  • als Honorar - Racheschutz
  • als Kriegserklärung gegen FEIND - Gesetzesbrecher

ABER: Strafe kältet den Täter ab und führt zur ENTFREMDUNG gegenüber den Mitmenschen
- WIRKUNG der Strafe beruht auf Verschärfung der Klugheit durch die Verlängerung des Gedächtnisses - grausame Mnemotechnik → das BÖSE geht danach vorsichtiger, gezähmt vor
- das vorsichtigere Vorgehen des Bösen ist keine Besserung des Menschen, sondern bloß sublimierte Bosheit (NIETZSCHE)
- der Strafer muß sich eines höheren Auftrags zuversichtlich bewußt sein (RADBRUCH)

strafe.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:23 (Externe Bearbeitung)