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THOMAS

Thomas von Aquin

1225-74
Grafensohn aus der Nähe Monte Cassinos, Benediktiner
- wurde Dominikaner und ging nach Köln zu Albertus Magnus
- in Paris 1269/72 Auseinandersetzungen mit Averroisten, die behaupteten, die Seele sei, soweit sie individuell ist, nicht unsterblich; unsterblich sei nur die Vernunft, die unpersönlich und bei den Lebewesen ein und dieselbe ist
- der größte scholastische Philosoph: besaß umfangreiche Kenntnisse von Aristoteles und schrieb Kommentare, um Aristoteles rein und unverfälscht gegen neuplatonischen Kommentare darzulegen
- Rücktreten der heilsgeschichtlichen Entfaltung des Glaubens (wie sie Joachim lehrte) hinter die immergleiche Einsichtigkeit der ewigen Schöpfungsordnung → dennoch besitzt der Mensch eine synthetische Kraft, die ihn wandlungsfähig mache
- lehrte, daß der Anfang der Zeit und die Weltgeschichte als Heilsgeschichte nicht zu beweisen seien

- der konkrete Inhalt des Glaubens wird zur systematischen Weltformel, die aus rationalen Begriffen aufgebaut ist (Freyer)

über Ketzerei

Ketzer dürfen nicht geduldet werden.
Die Kirche vergibt zwei Verwarnungen.
Die dritte Verwarnung der Kirche übergibt sie dem weltlichen Arm, was die grenzenlose Liebe der Kirche zeige.
Der weltliche Arm schafft sie aus der Welt.

Begründung: Es ist schlimmer, den Glauben zu verderben, von dem das Leben der Seele abhängt, als Münzen zu fälschen, die nur für das zeitliche Leben den Unterhalt bieten. Darum, wenn Falschmünzer und andere Übeltäter mit Recht sogleich zum Tode verurteilt werden, müssen Ketzer mit noch viel mehr Recht zum Tode verurteilt werden. Die Kirche wird Sünder in ihren Schoß aufnehmen; die Liebe gegen den einen darf nichts Böses für andere mit sich bringen. Der erstmalige Ketzer, der bereut und widerruft, wird zur Buße angenommen, der mehrmalige kann sein Seelenheil erlangen, doch von der Todesstrafe nicht befreit werden.
- Die Ketzer werden u.a. dadurch bestraft, daß die Heiligen die Strafen (Bestrafung) der Gottlosen vollkommen schauen dürfen.

Die Summe wider die Heiden

Summa contra Gentiles 1259/64
- will Wahrheit der christliche Religion beweisen
- in der Offenbarung widerspricht nichts der Vernunft
- man muß Teile des Glaubens, die sich mit Vernunft beweisen lassen von denen trennen, bei denen das nicht der Fall ist
- er verwirft den ontologischen Beweis Gottes: Weise Menschen wissen mehr von Gottes Wesen als unwissende, und Engel wissen noch mehr; aber kein Geschöpf ist weise genug, um Gottes Sein aus seinem Wesen ableiten zu können.
- Gott ist der unbewegte Beweger: begreift die Ewigkeit der Bewegung in sich, aber mit Erstanstoß

Summa Theologiae

oft zitiertes Buch, gleichwohl es noch zahlreiche andere Bücher mit dem Titel summa theologiae gibt

Gottesbeweise

  1. der unbewegte Beweger
  2. das Argument der ersten Ursache - Unmöglichkeit eines Zurückgehens ins Unendliche
  3. es muß eine letzte Ursache aller Notwendigkeit geben
  4. es gibt verschiedenes höchste Vollkommenes, was auf ein höchst Vollkommenes zurückgehen muß
  5. selbst manche unbelebten Dinge haben einen Zweck, weswegen es ein außer allem liegendes Wesen geben muß, das nur ein in ihm liegenden Zweck besitzen kann

- Gott ist sein eigenstes Wesen, Wesen und Sein sind identisch
- Gott besitzt keine Akzidentien und Nebensächlichkeiten, nichts Zufälliges, Akzidenzienstreit
- Gott kann nicht definiert werden
- Gott begreift sich selbst vollkommen (Gegensatz zu Johannes Scotus)

Erfordernisse der Schönheit

  1. Vollständigkeit oder Vollkommenheit: Unvollständiges ist häßlich
  2. die rechte Proportion oder Harmonie
  3. Klarheit, denn wir nennen solche Dinge schön, die leuchtende Farben haben

Erkenntnislehre

von Gott aus

- Gott erkennt alles gleichzeitig, nichts einzeln

  • das Immaterielle kann nichts Materielles erkennen
  • ein unwandelbares Wesen kann nichts Wandelbares erkennen
  • das Besondere ist zufällig, nicht notwendig
  • nur der wollenden Person kann der Willensakt bekannt sein (des geschaffenen)
  • das Besondere ist unendlich, bleibt unerkannt
  • Gott bekümmert sich nicht ums Besondere
  • das Böse kann Gott nicht erkennen

aber: die Weltordnung ist etwas Edles, was Gott erkennt samt den unedlen Teilen

Universalienstreit: die Universalien sind nicht außerhalb der Seele, aber der Verstand begreift Dinge außerhalb der Seele, wenn er Universalien begreift

vom Menschen aus

- die Erkenntniskraft der menschlichen Vernunft vermag als lumen naturale (ratio naturalis) das, wovon sie durch Gott Prinzipien in sich trägt, zu erkennen → der Mensch erkennt gemäß seiner natürlichen Vernunft (nötig, um zu glauben; praeambula fidei), aber muß Offenbarungen (Schöpfung, Erbsünde, Fegefeuer, Menschwerdung) als übervernünftig begreifen
- die Naturerkenntnis ist also der Vorläufer/Vorstufe der Gnade, durch sie wird der Mensch vervollkommnet → über den Glauben, der auf der Erfahrung gründet, wird aufsteigend analogisch auf Gott geschlossen;
- machte für das Kirchendogma ein gefährliches Geständnis, indem er ein von der Theologie unterschiedenes Recht des Daseins einräumt, das durch die Philosophie beschrieben werden kann (Chamberlain)

Ethik

- das Böse ist Zufall
- alle Dinge streben danach, Gott gleich zu werden
- das Höchste: die Kontemplation
- niemand vermag sich göttlichen Beistand verdienen (Gnade ist die Form der Gewährung des Loskommens von der Sünde)
- es gibt keine Annäherung ans Ideal, aber die Kreaturen sind mittels der Gnade durchaus imstande, zur divinae bonitatis similitudo zu gelangen, zu der sie bestimmt sind
- heilige Handlungen verlieren nicht ihre Heiligkeit, wenn sie von schlechten Priestern durchgeführt würden

Ästhetik

- jedes Seiende nimmt am Göttlich-Schönen teil, welches mit dem Guten identisch ist
- das Schöne fügt begrifflich etwas dem Guten hinzu: die Beziehung zur Erkenntnis

Rechtslehre

Jedes von Menschen erdachte Recht hat nur gerade soviel Rechtscharakter, als es vom Naturrecht abgeleitet ist. Aber wenn es in irgendeinem Punkt mit dem Naturrecht nicht übereinstimmt, hört es alsbald auf, Recht zu sein; dann ist es nur noch eine Rechtsverdrehung.

Wirtschaftsvorstellungen

- Im Unterschied zu Tertullian lehnte T. den Handel nicht ab, sofern er der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Städte wie der Klöster dient.
- bei Geldgeschäften ist eine sittliche Haltung erforderlich, also darf es keine Wucherzinsen geben
- das Streben richte sich auf Erwerb, nicht aber auf Reichtum; gerechte Preise, justum pretium

Thomas von Kempen

1380-1471
- ein freundlicher Seelenberater der Fraterherren, der sich der Gegenbewegung zum Humanismus durch Gerhard G. anschloß und dessen Gedanken in 37 Einzelbändchen beschrieb
- saß mit einem meist mystischen Buch in einem beschaulichen Eckchen und liebte das Gespräch → ein Idylliker

 
thomas.txt (1083 views) · Zuletzt geändert: 2018/12/09 23:01 von aerolith
 
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