Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


thomas

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen Revision Vorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
thomas [2009/07/25 11:20]
Robert-Christian Knorr
thomas [2019/07/28 16:24] (aktuell)
Zeile 9: Zeile 9:
 - Rücktreten der heilsgeschichtlichen Entfaltung des [[Glaube]]ns (wie sie [[Joachim]] lehrte) hinter die immergleiche Einsichtigkeit der ewigen [[Schöpfung]]sordnung → dennoch besitzt der Mensch eine synthetische [[Kraft]], die ihn wandlungsfähig mache\\ - Rücktreten der heilsgeschichtlichen Entfaltung des [[Glaube]]ns (wie sie [[Joachim]] lehrte) hinter die immergleiche Einsichtigkeit der ewigen [[Schöpfung]]sordnung → dennoch besitzt der Mensch eine synthetische [[Kraft]], die ihn wandlungsfähig mache\\
 - lehrte, daß der Anfang der [[Zeit]] und die [[Weltgeschichte]] als [[Heilsgeschichte]] nicht zu beweisen seien\\ - lehrte, daß der Anfang der [[Zeit]] und die [[Weltgeschichte]] als [[Heilsgeschichte]] nicht zu beweisen seien\\
 +
 +- der konkrete Inhalt des Glaubens wird zur systematischen [[Weltformel]],​ die aus rationalen Begriffen aufgebaut ist (Freyer)
  
 ==== über Ketzerei ==== ==== über Ketzerei ====
Zeile 17: Zeile 19:
 __Begründung__:​ Es ist schlimmer, den [[Glauben]] zu verderben, von dem das [[Leben]] der [[Seele]] abhängt, als [[Münze]]n zu fälschen, die nur für das zeitliche Leben den Unterhalt bieten. Darum, wenn Falschmünzer und andere Übeltäter mit [[Recht]] sogleich zum [[Tod]]e verurteilt werden, müssen Ketzer mit noch viel mehr Recht zum Tode verurteilt werden. __Begründung__:​ Es ist schlimmer, den [[Glauben]] zu verderben, von dem das [[Leben]] der [[Seele]] abhängt, als [[Münze]]n zu fälschen, die nur für das zeitliche Leben den Unterhalt bieten. Darum, wenn Falschmünzer und andere Übeltäter mit [[Recht]] sogleich zum [[Tod]]e verurteilt werden, müssen Ketzer mit noch viel mehr Recht zum Tode verurteilt werden.
 Die Kirche wird Sünder in ihren Schoß aufnehmen; die Liebe gegen den einen darf nichts Böses für andere mit sich bringen. Die Kirche wird Sünder in ihren Schoß aufnehmen; die Liebe gegen den einen darf nichts Böses für andere mit sich bringen.
-Der erstmalige Ketzer, der bereut und widerruft, wird zur [[Buße]] angenommen, der mehrmalige kann sein Seelenheil erlangen, doch von der Todesstrafe nicht befreit werden.\\+Der erstmalige Ketzer, der bereut und widerruft, wird zur [[Buße]] angenommen, der mehrmalige kann sein Seelenheil erlangen, doch von der [[Todesstrafe]] nicht befreit werden.\\ 
 +- Die Ketzer werden u.a. dadurch bestraft, daß die Heiligen die Strafen (Bestrafung) der Gottlosen vollkommen schauen dürfen.
  
 ==== Die Summe wider die Heiden ==== ==== Die Summe wider die Heiden ====
 Summa contra Gentiles 1259/64\\ Summa contra Gentiles 1259/64\\
-- will [[Wahrheit]] der christliche Religion beweisen\\+- will [[Wahrheit]] der christliche ​[[Religion]] beweisen\\
 - in der [[Offenbarung]] widerspricht nichts der Vernunft\\ - in der [[Offenbarung]] widerspricht nichts der Vernunft\\
 - man muß Teile des Glaubens, die sich mit [[Vernunft]] beweisen lassen von denen trennen, bei denen das nicht der Fall ist\\ - man muß Teile des Glaubens, die sich mit [[Vernunft]] beweisen lassen von denen trennen, bei denen das nicht der Fall ist\\
Zeile 29: Zeile 32:
  
 ==== Summa Theologiae ==== ==== Summa Theologiae ====
-- fünf Gottesbeweise+oft zitiertes [[Buch]], gleichwohl es noch zahlreiche andere Bücher mit dem Titel [[summa theologiae]] gibt\\ 
 +=== Gottesbeweise ​===
   - der unbewegte Beweger   - der unbewegte Beweger
   - das [[Argument]] der ersten [[Ursache]] - Unmöglichkeit eines Zurückgehens ins Unendliche   - das [[Argument]] der ersten [[Ursache]] - Unmöglichkeit eines Zurückgehens ins Unendliche
Zeile 36: Zeile 40:
   - selbst manche unbelebten Dinge haben einen [[Zweck]], weswegen es ein außer allem liegendes [[Wesen]] geben muß, das nur ein in ihm liegenden Zweck besitzen kann   - selbst manche unbelebten Dinge haben einen [[Zweck]], weswegen es ein außer allem liegendes [[Wesen]] geben muß, das nur ein in ihm liegenden Zweck besitzen kann
 - Gott ist sein eigenstes Wesen, Wesen und Sein sind identisch\\ - Gott ist sein eigenstes Wesen, Wesen und Sein sind identisch\\
-- Gott besitzt keine Akzidentien und Nebensächlichkeiten,​ nichts Zufälliges, ​[[Akzidenz]]ienstreit\\+- Gott besitzt keine Akzidentien und Nebensächlichkeiten,​ nichts Zufälliges, ​Akzidenzienstreit\\
 - Gott kann nicht definiert werden\\ - Gott kann nicht definiert werden\\
 - Gott begreift sich selbst vollkommen (Gegensatz zu [[Johannes#​Johannes Scotus]])\\ - Gott begreift sich selbst vollkommen (Gegensatz zu [[Johannes#​Johannes Scotus]])\\
 +=== Erfordernisse der Schönheit ===
 +  - Vollständigkeit oder Vollkommenheit:​ Unvollständiges ist häßlich
 +  - die rechte Proportion oder [[Harmonie]]
 +  - Klarheit, denn wir nennen solche Dinge schön, die leuchtende [[Farbe#​Farben]] haben
 +
 +
 +
  
 ==== Erkenntnislehre ==== ==== Erkenntnislehre ====
Zeile 51: Zeile 62:
   * Gott bekümmert sich nicht ums Besondere   * Gott bekümmert sich nicht ums Besondere
   * das [[Böse]] kann Gott nicht erkennen   * das [[Böse]] kann Gott nicht erkennen
-aber: die Weltordnung ist etwas Edles, was Gott erkennt samt den unedlen Teilen \\+aber: die [[Weltordnung]] ist etwas Edles, was Gott erkennt samt den unedlen Teilen \\
  
 [[Universalienstreit]]:​ die Universalien sind nicht außerhalb der Seele, aber der [[Verstand]] begreift Dinge außerhalb der Seele, wenn er Universalien begreift\\ [[Universalienstreit]]:​ die Universalien sind nicht außerhalb der Seele, aber der [[Verstand]] begreift Dinge außerhalb der Seele, wenn er Universalien begreift\\
Zeile 58: Zeile 69:
  
 - die Erkenntniskraft der menschlichen Vernunft vermag als //lumen naturale// (//​[[ratio]] naturalis//​) das, wovon sie durch Gott Prinzipien in sich trägt, zu erkennen → der Mensch erkennt gemäß seiner natürlichen Vernunft (nötig, um zu glauben; //​praeambula fidei//), aber muß Offenbarungen ([[Schöpfung]],​ [[Erbsünde]],​ [[Fegefeuer]],​ Menschwerdung) als übervernünftig [[begreifen]]\\ - die Erkenntniskraft der menschlichen Vernunft vermag als //lumen naturale// (//​[[ratio]] naturalis//​) das, wovon sie durch Gott Prinzipien in sich trägt, zu erkennen → der Mensch erkennt gemäß seiner natürlichen Vernunft (nötig, um zu glauben; //​praeambula fidei//), aber muß Offenbarungen ([[Schöpfung]],​ [[Erbsünde]],​ [[Fegefeuer]],​ Menschwerdung) als übervernünftig [[begreifen]]\\
-- die Naturerkenntnis ist also der Vorläufer/​Vorstufe der [[Gnade]], durch sie wird der Mensch vervollkommnet → über den Glauben, der auf der Erfahrung gründet, wird aufsteigend analogisch auf Gott geschlossen;​\\+- die Naturerkenntnis ist also der Vorläufer/​Vorstufe der [[Gnade]], durch sie wird der Mensch vervollkommnet → über den Glauben, der auf der [[Erfahrung]] gründet, wird aufsteigend analogisch auf Gott geschlossen;​\\
 - machte für das Kirchendogma ein gefährliches [[Geständnis]],​ indem er ein von der [[Theologie]] unterschiedenes Recht des [[Dasein]]s einräumt, das durch die [[Philosophie]] beschrieben werden kann ([[Chamberlain]])\\ - machte für das Kirchendogma ein gefährliches [[Geständnis]],​ indem er ein von der [[Theologie]] unterschiedenes Recht des [[Dasein]]s einräumt, das durch die [[Philosophie]] beschrieben werden kann ([[Chamberlain]])\\
  
 ==== Ethik ==== ==== Ethik ====
 - das [[Böse]] ist [[Zufall]]\\ - das [[Böse]] ist [[Zufall]]\\
-- alle Dinge streben danach, Gott gleich zu werden\\+- alle Dinge [[streben]] danach, Gott gleich zu werden\\
 - das [[Höchste]]:​ die [[Kontemplation]]\\ - das [[Höchste]]:​ die [[Kontemplation]]\\
 - niemand vermag sich göttlichen Beistand verdienen (Gnade ist die Form der Gewährung des Loskommens von der [[Sünde]])\\ - niemand vermag sich göttlichen Beistand verdienen (Gnade ist die Form der Gewährung des Loskommens von der [[Sünde]])\\
Zeile 69: Zeile 80:
 - heilige Handlungen verlieren nicht ihre Heiligkeit, wenn sie von schlechten Priestern durchgeführt würden\\ - heilige Handlungen verlieren nicht ihre Heiligkeit, wenn sie von schlechten Priestern durchgeführt würden\\
  
 +==== Ästhetik ====
 +
 +- jedes [[Seiendes#​Seiende]] nimmt am Göttlich-Schönen teil, welches mit dem Guten identisch ist\\
 +- das [[Schöne]] fügt begrifflich etwas dem Guten hinzu: die Beziehung zur Erkenntnis
  
 ==== Rechtslehre ==== ==== Rechtslehre ====
-Jedes von Menschen erdachte Recht hat nur gerade soviel Rechtscharakter,​ als es vom [[Naturrecht]] abgeleitet ist. Aber wenn es in irgendeinem Punkt mit dem Naturrecht nicht übereinstimmt,​ hört es alsbald auf, Recht zu sein; dann ist es nur noch eine Rechtsverdrehung.\\+Jedes von Menschen erdachte Recht hat nur gerade soviel Rechtscharakter,​ als es vom [[Naturrecht]] abgeleitet ist. Aber wenn es in irgendeinem Punkt mit dem Naturrecht nicht übereinstimmt,​ hört es alsbald auf, Recht zu sein; dann ist es nur noch eine Rechtsverdrehung
 +==== Wirtschaftsvorstellungen ==== 
 +- Im Unterschied zu [[Tertullian]] lehnte T. den Handel nicht ab, sofern er der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Städte wie der Klöster dient.\\ 
 +- bei Geldgeschäften ist eine sittliche Haltung erforderlich,​ also darf es keine Wucherzinsen geben\\ 
 +- das [[Streben]] richte sich auf Erwerb, nicht aber auf [[Reichtum]];​ gerechte Preise, justum pretium 
 + 
 +===== Thomas von Kempen ===== 
 +1380-1471\\ 
 +-  ein freundlicher Seelenberater der Fraterherren,​ der sich der Gegenbewegung zum [[Humanismus]] durch Gerhard G. anschloß und dessen Gedanken in 37 Einzelbändchen beschrieb\\ 
 +-  saß mit einem meist mystischen [[Buch]] in einem beschaulichen Eckchen und liebte das Gespräch → ein [[Idylle#​Idylliker]] 
  
  
thomas.1248513623.txt.gz · Zuletzt geändert: 2019/07/28 14:37 (Externe Bearbeitung)