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zeitgestaltung [2019/09/22 10:28]
Robert-Christian Knorr [8. Entstehung der Welt (Licht und Finsternis)]
zeitgestaltung [2019/10/31 08:33] (aktuell)
Robert-Christian Knorr
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 Die Dehnung aber wird bewußt gemacht durch die vielfach ausgesprochene Bekanntheit des Bekannten, die Wiederholung des längst bekannten Augenblicks,​ des Stillestehens in der Erwartung des Eigentlichen. Man sitzt gleich Joseph unter dem Unterweisungsbaum (IV 400) und sieht im Zeitlupentempo die Weisheiten als [[Bild]] vor sich erstehen. Dadurch vergegenwärtigt TM das Vergangene und läßt es in der Romangegenwart vor den Augen des Lesers erstehen. Durch die Technik des Dehnens enthebt er das Geschehen der Vergangenheit. Es ist das Gespräch, das oft sich wiederholende,​ in dem die Weisheit des Alten Orients als Geheimnis gefeiert wird. In der Repetition der Augenblicklichkeit von Erkennen feiert sich die Ewigkeit wieder und immer wieder. Es ist eine beharrliche Wiederholung der großen Kreisläufe. Es ist das Bewußtsein des Gesetztseins in die Zeit und den Raum, den es für Eliezer genau zu bestimmen gilt! Er ist Josephs Lehrer und gleichzeitig der des Menschengeschlechts zur Josephszeit und, so möchte man hinzufügen,​ zu allen Zeiten, denn in Eliezer ist das Wissen seiner Zeit aufgehoben.\\ Die Dehnung aber wird bewußt gemacht durch die vielfach ausgesprochene Bekanntheit des Bekannten, die Wiederholung des längst bekannten Augenblicks,​ des Stillestehens in der Erwartung des Eigentlichen. Man sitzt gleich Joseph unter dem Unterweisungsbaum (IV 400) und sieht im Zeitlupentempo die Weisheiten als [[Bild]] vor sich erstehen. Dadurch vergegenwärtigt TM das Vergangene und läßt es in der Romangegenwart vor den Augen des Lesers erstehen. Durch die Technik des Dehnens enthebt er das Geschehen der Vergangenheit. Es ist das Gespräch, das oft sich wiederholende,​ in dem die Weisheit des Alten Orients als Geheimnis gefeiert wird. In der Repetition der Augenblicklichkeit von Erkennen feiert sich die Ewigkeit wieder und immer wieder. Es ist eine beharrliche Wiederholung der großen Kreisläufe. Es ist das Bewußtsein des Gesetztseins in die Zeit und den Raum, den es für Eliezer genau zu bestimmen gilt! Er ist Josephs Lehrer und gleichzeitig der des Menschengeschlechts zur Josephszeit und, so möchte man hinzufügen,​ zu allen Zeiten, denn in Eliezer ist das Wissen seiner Zeit aufgehoben.\\
 Es war gut, das Notwendige einzusehen und Gottes Gemütsart dabei zu durchdringen. (IV 404)\\ Es war gut, das Notwendige einzusehen und Gottes Gemütsart dabei zu durchdringen. (IV 404)\\
-Das Notwendige ist, was sich immergleich wiederholt; es sind dies im einzelnen der Tag, die [[Nacht]], das Aufgehen des Mondes, die Sterne, die Sternenzeichen,​ die Jahreszeiten,​ die Zahl, die es beschränkt und zur erkannten Gleichmäßigkeit bringt, bringen soll. Denn die [[Zahl]] reicht nicht hin in ihrer Abstraktheit,​ der Unendlichkeit die Grenze zu geben.\\+Das Notwendige ist, was sich immergleich wiederholt; es sind dies im einzelnen der Tag, die [[Nacht]], das Aufgehen des Mondes, die Sterne, die Sternenzeichen,​ die Jahreszeiten,​ die Zahl, die es beschränkt und zur erkannten Gleichmäßigkeit bringt, bringen soll. Denn die [[Zahl]] reicht nicht hin in ihrer Abstraktheit,​ der [[Unendlichkeit]] die Grenze zu geben.\\
 Gottes ​ Zahlenwunder war nicht ganz tadellos (IV  404), das will heißen, die zwölf Mondumläufe hatten nur dreihundertvierundfünfzig Tage, so daß man berichtigen mußte, denn ein Sonnenumlauf maß dreihundertundfünfundsechzig und einen Viertel-Tag. Die Dreizehn, die notwendig wurde, um die Diskrepanz zwischen einem Sonnenumlauf ([[Jahr]]) und zwölf Mondumläufen (fast ein Jahr) auszugleichen,​ wurde deswegen zur Unglückszahl;​ schließlich dauerten dreizehn Mondumläufe länger als ein Sonnen-Jahr und Benjamin, der Dreizehnte und Dina, die für das Unglück wohlwissend geopfert wurde (IV 183), gaben den Verlust, den sie mit sich brachten (Rahel verliert das Leben bei der Geburt Benjamins) nur schlecht wieder. Ein Vergleich, eine Raum-Zeit-[[Metapher]],​ dient der Bewußtwerdung des ewigen Kreislaufes,​ der Wiederholungen des Gewesenen (IV 405); Benjamin, da er durch den Hohlweg zwischen den Gipfeln des [[Weltberg#​Weltberges]] ging, und fast erlegen im Kampf mit der Unterwelt, weil er Jaakobs Dreizehnter war. Aber Dina war angenommen worden als Ersatzopfer,​ und sie verdarb. (IV 404)\\ Gottes ​ Zahlenwunder war nicht ganz tadellos (IV  404), das will heißen, die zwölf Mondumläufe hatten nur dreihundertvierundfünfzig Tage, so daß man berichtigen mußte, denn ein Sonnenumlauf maß dreihundertundfünfundsechzig und einen Viertel-Tag. Die Dreizehn, die notwendig wurde, um die Diskrepanz zwischen einem Sonnenumlauf ([[Jahr]]) und zwölf Mondumläufen (fast ein Jahr) auszugleichen,​ wurde deswegen zur Unglückszahl;​ schließlich dauerten dreizehn Mondumläufe länger als ein Sonnen-Jahr und Benjamin, der Dreizehnte und Dina, die für das Unglück wohlwissend geopfert wurde (IV 183), gaben den Verlust, den sie mit sich brachten (Rahel verliert das Leben bei der Geburt Benjamins) nur schlecht wieder. Ein Vergleich, eine Raum-Zeit-[[Metapher]],​ dient der Bewußtwerdung des ewigen Kreislaufes,​ der Wiederholungen des Gewesenen (IV 405); Benjamin, da er durch den Hohlweg zwischen den Gipfeln des [[Weltberg#​Weltberges]] ging, und fast erlegen im Kampf mit der Unterwelt, weil er Jaakobs Dreizehnter war. Aber Dina war angenommen worden als Ersatzopfer,​ und sie verdarb. (IV 404)\\
 Die Geburt in einer Zeit, da die Arithmetik nicht mehr stimmte, da die Zwölfzahl, mit der sich's so gut rechnen ließ (Zodiakus, Monate) gestört war in himmlischen Sphären durch die [[Sehnsucht]] nach der Geburt einer Sicherheit von der Liebsten: Was, mochte Jaakob denken, wenn der Dudumi starb? Aber Rahel starb bei der Geburt des Jüngsten. Sie war der größere Verlust, die [[Last]] an Benjamin.\\ Die Geburt in einer Zeit, da die Arithmetik nicht mehr stimmte, da die Zwölfzahl, mit der sich's so gut rechnen ließ (Zodiakus, Monate) gestört war in himmlischen Sphären durch die [[Sehnsucht]] nach der Geburt einer Sicherheit von der Liebsten: Was, mochte Jaakob denken, wenn der Dudumi starb? Aber Rahel starb bei der Geburt des Jüngsten. Sie war der größere Verlust, die [[Last]] an Benjamin.\\
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