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semasiologie

SEMASIOLOGIE

lexikalische SEMANTIK
- geht vom WORT/ZEICHEN aus und untersucht die Bedeutungen
- befaßt sich mit dem PROBLEM, daß die formative Seite der SPRACHE nicht auf natürliche Weise von der inhaltlichen determiniert wurde → Warum heißt der Stuhl Stuhl?
- vermutet, daß die Zeichen historisch entstanden, die REALITÄT widerspiegeln und einen sozialen CHARAKTER tragen → die Beziehungen zwischen dem Formalen und Inhaltlichen haben sich traditionell entwickelt, unabhängig vom Bau der Sprache
- deshalb besteht ein SPANNUNGSVERHÄLTNIS im BEGRIFF SELBST, denn das sprachliche Zeichen ist zugleich arbiträr, als auch motiviert
- die Einzelbedeutung eines Wortes wird zumeist im ZUSAMMENHANG ersichtlich
- neu gebildete Worte werden dem lexikalischen System nicht additiv hinzugefügt, sondern semantisch und phonologisch inkorporiert → das neue Wort empfängt so seine MOTIVATION vom SYSTEM

Bedingungen für das Benennungsmotiv

- Beziehung drückt Merkmale aus, die als semantische in die Bedeutung des Wortes eingingen

  • das Benennungsmotiv muß der Sprachnutzern bekannt sein und eine Einordnung in das SPRACHSYSTEM ermöglichen

- Benennungsmotive können auch verblassen, denn die Sprache besitzt eine Eigendynamik
- es ist auch eine stufenweise Demotivierung möglich, die im logischen Freiraum einen Grad der Motiviertheit zuläßt

  1. Wörter, bei denen der Zusammenhang zum, Beziehungsmotiv klar empfunden wird: Kugelschreiber, knallen
  2. Wörter, bei denen der Zusammenhang noch erkennbar ist: Handtuch, Stehlampe
  3. Wörter, bei denen ein Zusammenhang nicht mehr erkennbar ist: Erde, blau

Grund der Stufung: die traditionelle Verbindung von Lautkörper und Bedeutung, weshalb ständig Wörter aussterben, andere dafür von den Sprachnutzern aufgenommen werden → es erfolgt ein steter Fluß, Erweiterung und Präzisierung des Wortschatzes und das bedeutet, daß die Motivation für Neubildungen und absterbende Worte geprüft werden können, d.i. das THEMA der Semasiologie
- am augenscheinlichsten sind Begriffe, die sich selbst mitteilen, sogenannte Onomatopoetika wie Kuckuck, Uhu oder knarren, die in jeder Sprache etwa ein gleiches Lautbild haben, aber nur in etwa

Semasiologie vs. Onomasiologie

- die Semasiologie untersucht die möglichen Bedeutungen des Wortes, z.B. GLAS, die Onomasiologie sieht das Wort nicht in der Vielzahl der Bedeutungen, sondern als Begriff, für den auch andere Begriffe möglich sind/sein können → Synonymik

semasiologie.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:22 (Externe Bearbeitung)