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klientelismus

KLIENTELISMUS

- die Förderung eigener Interessen durch Förderung vertrauter Lebensbegleiter
- bedarf einer gesellschaftlichen Führungsposition in einem Organismus (Firma, VEREIN, PARTEI…), eines Ziehvaters, Paten, Chefs: der in der HIERARCHIE Höherstehende verpflichtet ANGESTELLTE, die ihm dann etwas schulden und sich besonders engagieren; wechselt die Personalie in der Führungsebene bedeutet das meist für die Klienten (die vom Höherstehenden ihm persönlich Verpflichteten) Machtverlust mit einhergehendem Leistungsabfall und dem Nachfolgen zu ihrem Ziehvater → besonders oft in Fußballvereinen zu beobachten, wo Trainer, Sportdirektoren oder Manager „ihre Leute“ mitbringen und in ihrem neuen Verein an den entscheidenden Positionen installieren, um so Kontrolle und Machtsicherung zu fixieren, was so lange funktioniert, wie sie Erfolg haben; fehlt der ERFOLG, schadet das meist dem gesamten Verein: die Lösung für den Verein (bzw. die Firma) liegt darin, daß sie die Richtlinien bestimmt (Firmen- bzw. Vereinsphilosophie), an die sich auch die Vorstände des Vereins (der Firma) halten müssen

etruskischer Klientilismus

fidem clientelamque
- die bindende Unterordnung
- erfolgte entweder auf dem Wege der deditio, d.i. die Unterwerfung nach einer kriegerischen Auseinandersetzung, oder auf dem Wege der freiwilligen applicatio, d.i. die VEREINIGUNG im FRIEDEN
- der PRINZEPS sorgte für Schutz, der cliens unterstützte den princeps bei der Feldarbeit und folgte dem in dessen kriegerischen Auseinandersetzungen
- der cliens nahm den FAMILIEnnamen des princeps an und übernahm dessen Kulte, blieb aber FREI

historischer Klientelismus

- beruhte auf dem Treueversprechen fides zwischen Sippenoberhaupt und AGNAT
- ein Bruch wurde als FREVEL betrachtet und bestraft

römischer Klientilismus

- übernahm die etruskischen Strukturen → das erklärt, warum die Römer in den ersten Jahren so viele Fremde in ihren STAAT aufnehmen konnten
- die Römer nahmen die nach ROM umgesiedelten besiegten ETRUSKER, nach dem Siege des Tullus Hostilius, als Klienten in ihre gentes auf und bildeten curiae novae, die meiste Gentilnamen wie Ancoleia oder Faucia trugen

klientelismus.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:14 (Externe Bearbeitung)