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monade

MONADE

- verwirklicht sich durch die FREIe Bestimmung des Eingehens mit anderen Monaden, d.i. eine bloße MÖGLICHKEIT
- müssen, da sie ohne Teile sind, unvergänglich - dissolution, d.i. Auflösung - sein, §4 der Monadologie LEIBNIZ', und können nicht NUR durch die SCHÖPFUNG und Vernichtung zugrunde gehen, §6 → was nun?
- immaterieller, konkreter Punkt, der als Kraftmoment wirkt oder immaterielle, vorstellende Einheiten, die sich immanent entwickeln → nach § 8 müssen sie aber Eigenschaften haben, da sie sonst keine Entia oder würkliche Dinge wären
- die Vorstellungen der Monaden müssen UNVOLLKOMMENE sein, damit eine WELT zustande kommen kann
- ohne Öffnung zur Welt, § 7 → Leibniz lehnt die INFLUX PHYSICUS THEORIE ab, welche die LEIB-Seele-Interaktion durch psychophysische WECHSELWIRKUNG zu erklären sucht
- nach dem GESETZ der Kontinuität verändert sich jede Monade ständig, aber nicht in Sprüngen → siehe prästabilierte Harmonie
- eine Monade hat ein inneres Bedürfnis nach immer neuen Perzeptionen (§15), um sich vollends zu dem zu entwickeln, das GOTT ihr zugedacht
- NAME für jene einfache SUBSTANZ, welche nur alleine die EMPFINDUNG haben → im GEGENSATZ zur Seele, deren Perzeption viel distincter und deutlicher und mit GEDÄCHTNIS verknüpft ist, § 19 → beides sind Monaden, es sind die zwei Klassen der Monaden

  1. Monaden: einfache Perzeption
  2. Entelechien, Seelen: ihre PERZEPTION ist deutlicher und mit ERINNERUNG verbunden, Gedächtnis, §19

- befinden sich im Verwirrungszustande, § 23
- ist eine Konstruktion von Leibniz, die als Bewegungsprinzip das eigene BEGEHREN hat
- ist ein Mikrokosmos, eine kleine Welt, jede Monade ist ein lebendiger SPIEGEL des UNIVERSUMs; sie sind voneinander unterschieden; zwei identi­sche Monaden sind undenkbar
- Gott greift nicht ständig in den Lauf der Dinge ein, §51, wie dies der OKKASIONALISTEN glaubte, statt dessen gilt hier das PRINZIP der prästabilierten Harmonie
- ihr als Lehridee formulierter ZWECK liegt in der Paralysierung religiöser Auffassungen: Gott hat alle Monaden in prästabilierter EINHEIT so geschaffen, daß sie sich so entwickeln, als ob sie in durchgängigem Kausalzusammenhang zueinander stünden.

siehe auch SUBSTANZ vs. MENSCH

Begriffsgeschichte

- zuerst bei Bruno, 1591, in de triplice minimo et mensura
- für Leibniz bedeutsam wurden die Cambridger PLATONnisten MORE und CUDWORTH

Hierarchie der Monaden

Die WIRKLICHKEIT ist in monarchischer Ordnung; es gibt eine obere Monade, die AUSDRUCK des Ordnungsprinzips ist. Als ein Komplex erscheint sie UNS als Körper im RAUM, blickt auf die Welt von ihrem STANDPUNKT im Raum aus, PERSPEKTIVE. In jedem Menschen hat eine Monade seines Körpers die Oberherrschaft und beherrscht die anderen.
Der Mensch befindet sich auf der zweiten Stufe der HIERARCHIE; er darf teilhaben, er hat die rationelle ERKENNTNIS zu bilden, die letztlich der Erkenntnis, STREBEN danach, Gottes dienen soll.
Die niedrigste Stufe bilden die leblosen Monaden, die jedoch ins BEWUßTSEIN eindringen können, als Unbewußtes. fensterlos - d.h. kein Austausch mit anderen Monade möglich -, aber Begehrungsvermögen ist vorhanden

Panorganik – die Ordnung der Monaden in der Welt

OrganismusKombinationstyp
LebewesenKörper und ENTELECHIE, einfache Monade
TIERKörper und SEELE
Mensch, vernunftbegabtKörper und GEIST
GottGeist öhne Körper

- Leibniz vertritt ein panorganisches Naturkonzept (Till)

monade.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:17 (Externe Bearbeitung)