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analogie

ANALOGIE

- häufig verwendete Stilform, um verwandte oder ähnliche PRINZIPien oder Zusammenhänge miteinander in direkte Verbindung zu setzen - griechisch ana: an, wieder und LOGOS: WORT, REDE
- als Analogieschluß eine Übertragung von Sachverhalten → LOGIK
- ist ohne Umkehrschluß nicht zu denken → oberflächlich Vergleichbares wird SUBJEKTIV gewichtet und kommt eher willkürlich nach unaufgedeckten Prioritäten zu dem Schluß, es liege Vergleichbares vor (spricht FÜR Analogie) ODER es liege nicht Vergleichbares vor (spricht für Umkehrschluß): dies ist nur ein erster Schritt

Es erfolgt ein zwingender Schluß, wie er der Logik entspricht:

  • wird die Analogie in der Vergleichbarkeit bejaht, zieht man den SCHLUß, daß analog behandelt werden müsse, also gleich wie beim Ausgangsvergleichsobjekt
  • wird die Analogie nicht bejaht, zieht man den Umkehrschluß, daß es keinesfalls gleich behandelt werden dürfe, sondern eine andere Lösung zu finden ist (tertium)

Es fehlt also an klaren Definitionen der Voraussetzungen, die Einordnung als teleologischer BEWEIS ist richtig, da gilt: tertium datur (es gibt ein Drittes) und Zielgewolltheit, die in die subjektive Gewichtung einfließt. Wegen der ENTSCHEIDUNGsstelle, die nur argumentativ wichtet, nicht aber LOGISCH beweisen kann, ist es ein intuitives Verfahren, der Logik diametral entgegengesetzt. Es ist also gar kein Beweis, sondern Überzeugungsarbeit. Diese ist ausgezeichnet durch die Öffnung für drittes. Damit sprengt sie das SYSTEM der Logik, macht aus einem geschlossenen System ein offenes. Sie ist damit ideales Werkzeug der INTERPRETATION.
- Denkfigur, die das Instrumentarium zur Begründung politischer Sachverhalte abrundet - andere Denkfiguren sind Vermittlung (zwischen scheinbaren Antagonismen), BEGRIFF und IDEE -, das DENKEN in Gegensätzen (Adam Müller)
- das musikalische Prinzip beim Aufbau des ZARATHUSTRA (NIETZSCHE)

analogie.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:05 (Externe Bearbeitung)