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cicero

CICERO

106-43 v.Chr.
römischer Rhetor, SCHRIFTSTELLER und STAATSMANN
- sprach sich stets gegen die GEWALT der Soldateska, die demokratische WILLKÜR, aus
- fiel den Proskriptionen der Triumvirn auf besonderen WUNSCH des Antonius Marcus zum OPFER → auf der FLUCHT erkannt und angezeigt, wurde ihm von einem Zenturio, dem er zuvor in einem PROZEß half, der Kopf abgeschlagen
- besaß in den Plebeijervierteln Mietshäuser, die ihm jährlich 80000 Sesterzien (ca. 650000 €) einbrachten;
- muß sich fragen lassen, wie er dazu gekommen ist, auf den Freibeuter OCTAVIUS zu setzen, der alles zerstörte, wofür er ein LEBEN lang kämpfte, die Erhaltung der römischen Republik (Stroh)

Credo

- bei aller Berdesamkeit und bei allem SINN fürs Geldmachen blieb Cicero DICHTER und und das bedeutet, er blieb ein Mann der GERECHTIGKEIT: summum ius summa iniuria (Das höchste RECHT ist oft das größte UNRECHT.)

Über den Staat

51 v.Chr.
- fragt, wie der beste STAAT aussähe
- die Vorfahren konnten den Staat nur schaffen, weil sie sich an alten TUGENDen orientierten → das hat den Staat großgemacht
- beklagt, daß es keine wahren Männer mehr gebe und so halten wir die Republik dem Worte nach fest, haben sie dem BEWUßTSEIN nach jedoch längst verloren
- hält jene Mischung der Staatsformen für die beste, wo das Gleichgewicht der Gewalten - VOLKSVERSAMMLUNG, SENAT, Magistrate - gewährleistet ist
- fordert den fast göttlichen Menschen, der in einem für den Staat schweren AUGENBLICK rector und moderator zugleich ist, wobei er im Einklang mit den Besten des Staates regiert und ORDNUNG schafft

liber VI

- wurde als Traum des Scipio in der italienischen RENAISSANCE rezipiert, berühmt war der Kommentar des MACROBIUS
- geschildert wird ein verklärtes JENSEITS für die großen Männer, durchtönt von der HARMONIE der Sphären, ein Heidenhimmel, der auch als HOFFNUNG vieler Christen diskutiert wird

Rezeption

- gilt als reinste Quelle der Prosa seit dem 14. Jahd.
- außergewöhnlich gelungene Wortwahl (Lexik), Satzbildung (Syntax) und literarische Kompositionsweise (Dramaturgie) bilden die eine Seite dieser Wertschätzung, die andere die Liebenswürdigkeit des Briefeschreibers, der Glanz des Redners, die klare, beschauliche Art des philosophischen Darstellers
- regte mit seinen philosophischen Schriften die Schulen des 14. Jahrhunderts an: galt als Eklektiker, wirkte jedoch als SKEPTIKER, weil er die Theorien verschiedener Schulen vortrug, ohne genügende Abschlüsse beizufügen (BURCKHARDT)

cicero.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:08 (Externe Bearbeitung)