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BILDUNG

- kein Besitz von Kenntnissen, sondern die innere Kraft, immer mit aufnehmender Seele bereit zu sein und sich aller Erscheinungen des Lebens zu bemächtigen (Bahr)
- das in der Geschichte der Menschheit Erarbeitete im Geist, dem Gedanken nach, als sich steigernde Kontinuität durchgearbeitet und nachgelebt zu haben (Droysen)
- die geistigen Mächte, die ein Leben bestimmen, begegnen dem Menschen nicht nur von außen, sondern sind in ihm selbst, in seinem Leib, Geist und Leben Form geworden und leuchten in allen drein mit dem Glanz des Persönlichen auf (Freyer)
- die Bildung des Menschen in Massen geht immer der Bildung des Individuums voraus, und darum und aus anderen hinzukommenden Ursachen haben anfangende Nationen sehr entschiedene und abgeschnittene Nationalcharaktere
- Erzeugung einer Welt in der Individualität
- etwas Höheres und Innerliches, nämlich die Sinnesart, die sich aus der Erkenntnis und dem Gefühl des gesamten geistigen und sittlichen Strebens harmonisch auf die Empfindung und den Charakter ergißt (Humboldt)
- Fähigkeit, einen Gegenstand richtig zu behandeln
in höchster Ausprägung: Wiedererweckung des Heldenmuts
- Kampf gegen Zivilisation (Nietzsche)
- Bildung (Urbanität) ist die wahre Höflichkeit (Platon)
- vollzieht sich über Selbstvergessenheit, d.h. zuerst einmal schweigen und eigene Überzeugungen hintan stellen → dann kann man sich in eine Sache vertiefen (Pythagoras)
- bedauerlich (Rousseau)
- antithetische Synthesis, Vollendung bis zur Ironie, d.i. die fortgehende Kette der ungeheuersten Revolutionen im Innersten (Schlegel)

mittelalterliche Bildung

Die Kirche lenkte im Mittelalter die Entwicklung der Wissenschaften durch strenge Kontrollen. Hierzu wurden Theorien, die gegen theologische Lehrsätze verstießen, als Ketzerei verurteilt. Um 1277 wurde es möglich, naturwissenschaftliche Theorien zu diskutieren. Ausschlaggebend hierfür war das Verbot des Pariser Bischofs Pierre Etienne, das untersagte die Behauptung aufzustellen, daß „Gott nur die bekannte und nicht eine andere Welt erschaffen konnte.“. Der englische Philosoph Roger Bacon (1219-1292) machte die Erkenntnis, daß theoretisch gewonnene Ergebnisse durch Experimente, also empirisch, bestätigt werden müssen. Dies ermöglichte den Fortschritt in der Wissenschaft.

Bis zum 12.Jahrhundert lag das Bildungswesen ausschließlich in den Händen der Kirche. Eine Schulpflicht bestand nicht. Die Klosterschulen waren für die Öffentlichkeit verschlossen. Der Schulalltag der Klosterschüler begann erst im Alter von sieben Jahren und dauerte acht Jahre an. Neben schulischen Tätigkeiten wurden z.B. auch Feldarbeit verrichtet; dadurch blieb fast keine Freizeit. Es wurde Lesen und Schreiben in lateinischer Sprache und selten auch Mathematik unterrichtet. Die Lehrer konnten über den Lehrstoff selbst frei entscheiden, da keine Lehrpläne vorhanden waren. Die Prügelstrafe war auch in Klöstern erlaubt und allgegenwärtig. Da aber mit dem Aufkommen spezifischer Berufe präzisere Kenntnisse nötig waren und die Klosterschulen keine weltlichen Schüler (bis auf Laien) aufnahmen wurden in den Städten staatliche Schulen gegründet. Auch entstanden um 1200 die ersten Universitäten. Das waren damals Vereinigungen von Gelehrten und Scholaren (Studenten), die anfangs auf den Straßen oder in Privaträumen lehrten. Der Erwerb eines Doktortitels war damals sehr kostspielig, da der Student seinen Professoren verpflichtet war ein großes Essen zu veranstalten und deren Frauen Geschenke zu machen.

Mit den zahlreichen Klostergründungen als „Stützpunkte des neuen Glaubens“ entwickelte sich eine Ordenskirche, die die Vermittlung und Verbreitung des christlichen Glaubens und der neuen Kultur zum Ziel hatte. Mit Bischofssitzen und Pfarreien entstand eine zweite, „weltliche“ Säule der christlichen Kirche. Beide waren auf eine Unterrichtung ihres klerikalen Nachwuchses an Schulen angewiesen. Klosterschulen – beziehungsweise Dom- und Pfarreischulen entstanden. Die Einübung in das kirchliche Leben und den Glauben, das Erlernen der lateinischen Sprache als die Sprache der Kirche, Lesen und Schreiben, aber auch weltliches Wissen wurde gelehrt.

„Die Kenntnis der weltlichen Wissenschaften ist nicht zu verachten, weil sie die Grundlage für das weitere Studium bildet. Darum müssen schon die Kinder im zartesten Alter in der Grammatik und in den anderen Disziplinen subtiler Weltweisheit unterrichtet werden, damit sie imstande sind wie auf einer Stufenleiter der Weisheit die höchste Höhe evangelischer Vollkommenheit zu erklimmen.“ (Alkuin, Förderer des Schulwesens unter Karl dem Großen, zit. nach Schiffler/ Winkeler: Tausend Jahre Schule)

Klosterschulen hatten neben den Schulen für die Novizen (schola interna) auch eine Schule für Laien (schola externa). Letztere findet man im frühen Mittelalter jedoch noch recht selten, so daß nur wenige, die nicht in ein Kloster eintreten wollten, in den Genuß einer kirchlichen Schulbildung kamen.
Die Kenntnisse, die man sich im Innern der Klostermauern erwarb, verliehen geistige Autorität gegenüber der einfachen Bevölkerung, Bildung war ein Privileg. Der Wertschätzung, die „heiligen Schriften“ lesen zu können, entsprach im Mittelalter die Achtung des Buches. Das Ab-Schreiben und Gestalten eines Buches entwickelte sich in den Skriptorien der Klöster zu einer Kunst. Nicht selten wetteiferten die Klöster miteinander in der Ausstattung ihrer Bibliotheken. Der Reichtum an Büchern war Zeichen des Ansehens und der besonderen Frömmigkeit. Die klösterlichen Schreibwerkstätten arbeiteten auch gegen Bezahlung für fremde Auftraggeber. Bis ins 13. Jahrhundert hinein war die Buchherstellung ausschließlich den Klöstern vorbehalten. Erst dann entstanden in den Städten gewerbliche Buchateliers.
Neben der geistigen Elite verfügte auch die weltliche Elite, der Adel, im Mittelalter über einen eigenen „Bildungskanon“. Der Auftrag des Ritterstandes verlangte besondere Fähigkeiten, denen man mit einer eigens darauf zugeschnittenen Ausbildung entsprach. Der Lehrplan des Klerus war bei den Rittern nicht gefragt, selbst das Lesen und Schreiben lernen war für Ritter nicht unbedingt selbstverständlich. „Bei der Durchführung von Schreibgeschäften bedienten sich die Ritter bis hin zum hohen Adel ohnehin ihres Geistlichen, was u.a. zur Folge hatte, daß für das Handwerk des Schreibers im Mittelalter die Bezeichnung clericus in Gebrauch kam.“ (Schiffler/ Winkeler: Tausend Jahre Schule)

 
bildung.txt (833 views) · Zuletzt geändert: 2016/01/10 16:38 von aerolith
 
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