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BEGRIFF

- durch einen bestimmten Bedeutungsumfang gekennzeichnet
- das insgeheime Vorwissen beschert uns den Begriff
- Knotenpunkt, von dem mehrere Wege ausgehen (Canetti)
- kann durch Extension (Klasse der Gegenstände, auf die er zutrifft → benennbar durch Aufzählung und Zuweisung) oder Intension (die Bedingung, die Gegenstände erfüllen müssen, um Gegenstände dieser Klasse zu sein → Zugrundelegung, Prüfung eines Sachverhalts, einer Aufzählung…) erfaßt werden (Carnap)
- Identität des Allgemeinen und Besonderen
- bestimmter Gedanke (Hegel)
- ohne Anschauung leer (Kant)
- wird durch die Sinnenwelt geweckt, nicht aus (wie dies die Sophisten u.a. lehrten) → es gibt nicht zwei identische Dinge, nur ähnliche
- der höchste Begriff ist das Agathon, das Gute
- sind für sich selbst sprechend (Platon)
- nicht einzeln zu bestimmen → mit dem Ganzen einer wissenschaftlichen Weltansicht zu treffen (Schelling)

Antwort auf Benn

Ein Wort, gemach-: aus Chiffren steigen
erkannt im Leben, zäh im Sinn,
die Erde schwingt doch, Monde kreisen,
und alles findet zu mir hin.

Kein Wort, verletztes Menetekel;
kein Sterbenswort vernimmt's für sich,
ein düstres Schweigen hüllt den Ekel,
und alles findet Raum fürs Ich.

Der philosophische Untergrund meiner Zeilen, meiner Antwort auf Benns Grundierung des Nichts, liegt in ff. Ansatz Benns: Benn geht von der Verankerung der Persönlichkeit im ganzen Organismus aus, daß die Gene im Hirnstamm und im Blutdrüsensystem verankert liegen, die Persönlichkeit also aus dem Erblauf stammesgeschichtliche Nervenorganisation ist. Das ist so deutsch wie´s eben nur sein kann und steht gegen den westlichen Pragmatismus. Derselbe Ansatz hat zur Bestimmung der Nation und dem Staatsbürgerschaftsbegriff geführt, der dieser Tage gekippt werden soll, was sage ich, wurde! Die Deutschen verstanden sich in einer bluts- will heißen geschichtlichen Schicksalsgemeinschaft, die Franzosen und Briten oder Amerikaner sehen sich über die Zustimmung zum common sense miteinander verbunden. Aus Benns Überlegung/Erfahrung als Naturwissenschaftler rührt die Affinität zum Nationalsozialismus (bitte nicht mit dem politischen Begriif des Faschismus verwechseln), der eben genau die blutsmäßige Verbundenheit gegenüber dem in der modernen Gesellschaft zerteilten Ich betonte (d.i. auch ein Archaismus, möchte sogar sagen ein Prä-Archaismus, sofern es so was gibt), weshalb Benn 1933, als dies noch nicht ersichtlich war, auch begeistert war. Die politische Organisation des NS rief aber nur den Massenmenschen ohne Selbständigkeit auf den politischen Plan, um diesen dann auszunutzen. Der Mensch, um den Bogen zurückzuschlagen, hat nach Benn ein Phantom vom Ich in seinem Kopf, das sich aus seiner blutdrüsensytematischen Bestandheit rekrutiert. Er steht mit sich selbst in einer langen Geschichte, in einem affektiven Trieb- und Instinktleben, das sich erst in zweiter (bestenfalls) Instanz mit Verstand regulieren läßt. Als Benn spürte, daß die Nazis aus dieser wesenhaften Geistigkeit heraus die Deutschen zu benutzen trachteten, um ihre Minderwertigkeitsgefühle durch den politischen Griff zur Weltmacht zu kompensieren, was bereits 1934 ersichtlich war, kehrte er sich ab. Sein Grundgedanke aber blieb: Das Gehirn war die Grundlage nicht, sondern ein Mittel des Ich, sich zu artikulieren. Das Ich blieb ihm verteilt über alle Tatsachen des menschlichen Seins. Hierin ist, glaube ich, auch seine Grenze zu sehen. Meine Antwort klingt archaisch, weil ich glaube, daß sich der Mensch zwar in der geschichtlichen Linie sehen muß, doch die Fähigkeit besitzt, zu ermessen, was seine Not ihm gebietet. Ich glaube also nicht an das Konstitutiv „Fatum“, es ist mir Regulativ. Also betone ich gegen Benn, daß das Ich den Einklang mit seiner Natur erreichen kann, daß das zwar Kampf bedeutet, doch sich nicht auf die Bekämpfung der modernen (kapitalistischen) Gesellschaft reduziert. Und hier ist meine Kritik an der Demokratie verankert. Wir haben gar keine Demokratie! Der Westen versteht gar nicht, was das ist, eine Demokratie, weil er sie noch nie hatte, denn entweder regierte der Verstandesmensch oder der Geldmensch oder das Diktat einer Verfassung oder man hatte sich gegen etwas zu profilieren… Der Begriff wurde geschaffen, greift aber nicht in den Menschen, sondern will ihn im Sinne dieses geschaffenen Begriffs gestalten! Das nenne ich Gewalt!
Stillschweigend wird davon ausgegangen, daß der Mensch der modernen Gesellschaft ein zerteilter ist, ein sich in virtuellen Räumen tummelndes Nichts, das daran gemessen wird, welchen Nutzen er erbringen kann. Ich will das jetzt nicht ausführen, weil es den Rahmen sprengte.

diskursiver Begriff

- tötet durch seine isolierte Andersheit das unmittelbare Leben der intelligiblen Ganzheit, aus der er hervorgegangen ist

Begriffe

- entspringen der Wahrnehmung, sind jedoch potentiell in der Seele bereits vorhanden (Aristoteles)
- damit tat sich der Deutsche schwer, weil ihm die Sinnlichkeit des Sagens prärogativ, dem Römer dagegen zum Sinnbilde eines übersinnlichen geworden (Fichte)
- die Begriffe sind das einzige Handwerkszeug des Philosophen (Hinske)
- Kopien unserer Impressionen (Hume)

normgebende Begriffe

- Nationalstaat, Nationalitätsprinzip, Selbstbestimmungsrecht der Völker waren es für die Zeit zwischen 1848 und 1920 (Schieder)

 
begriff.txt (1128 views) · Zuletzt geändert: 2017/07/12 17:39 von aerolith
 
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