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MONTAIGNE

Michel Eyquem de Montaigne

1533-92
französischer SCHRIFTSTELLER und PHILOSOPH
- vertrat v.a. in Essais 1588 gegen die SCHOLASTIK gerichteten SKEPTIZISMUS → sein Skeptizismus läßt ihn die Frage stellen: Was weiß ich? Dieses WISSEN legt er auf die eine Seite der Waage, auf die andere Seite legt er seinen Lebenswunsch, sich im Kreise der Gleichen harmonisch einzufinden, sich so FREIHEIT zu bewahren
- verwies in der Kleinen Eiszeit und der damit verbundenen Trostlosigkeit auf die NATUR als Lehrmeisterin → Trostliteratur
- forderte TOLERANZ in Glaubensfragen

Lebenskunst

- nur der eigene, nicht der geborgte REICHTUM macht das LEBEN reich → möglichst leicht, ehrlich und einfach leben, naturgemäß
- das Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit von der Natur muß uns BEWUßTSEIN sein, aber wir dürfen deswegen nicht in Trübsinn verfallen, sondern müssen es lernen, uns mit den Gegebenheiten unseres Wesens abzufinden, auch wenn sie schlecht sind
- Feingefühl ist wichtiger (zur Entscheidung von Lebensfragen) als LOGIK, die nur zur Härte erzieht

Rezeption

- im 17. Jahrhundert bildeten sich die Antimontanisten, die Montaignes LEBENSKUNST als hedonistisch begriffen und von einem gegenreformatorischen Starrsinn aus bekämpften → VERSTAND und WILLEN auf der Basis des aufgeklärten Christentums waren ihnen wichtiger als eine präbarocke Lebensliebe;

- besaß eine Zwischenstellung zwischen dem Philosophen und dem DICHTER (BURCKHARDT)
- unschätzbar heitere Wendung (GOETHE)

montaigne.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:17 (Externe Bearbeitung)