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LENZ

Jakob Michael Reinhold Lenz

1751-1792
DICHTER
- ging 1771 als Hauslehrer nach Straßburg und lernte dort GOETHE kennen
- 1780 brach Geisteskrankheit aus
- wurde in den 1880er Jahren in WIEN wiederentdeckt und sollte „vollstreckt“ werden

Anmerkungen über das Theater

1774
- die WELT hat keine Brücken; man muß sich mit der VORSTELLUNG begnügen
- das THEATER ist die zweite QUELLE der POESIE, wegen des Anschauens
- jeder kann sich finden
- NACHAHMUNG ist der Ausgangspunkt der KUNST
- Bestimmt UNS unser Schicksal oder bestimmen wir unser SCHICKSAL?

TragödieKomödie
- die PERSON ist der SCHÖPFER der Begebenheit → Hauptaspekt der Bestimmung- die Begebenheit selbst schafft neue Verwicklungen → Hauptaspekt der Bestimmung

Der Hofmeister

1774
- wurde zuerst für ein Stück Goethes gehalten
- enthält erstmals tragische und komische Elemente in einem Stück
- die Tochter des Majors ist ihm selbst TROST und Ersatz für seine lieblose FRAU
- die standesgemäße Heirat setzt die TRAGIK des Majors frei → er will und kann doch nicht, da andere wollen
- die KASTRATION des Hofmeisters ist ein AKT der Sozialisierung, ein Akt der Einordnung in ein bestimmt existierendes SYSTEM
- Gustchen fällt der SEXUALITÄT Läuffers zum OPFER → dieser Läuffer ist die erste tragikomische Figur des deutschen Theaters: er kann sich aus inneren Widersprüchen nicht befreien
ABER: Läuffer (einer, der sich gegen sich selbst wendet; der UNTERTAN, der seine Kämpfe in sich austrägt) und Wenzellaus (einer, der sich eingerichtet hat) sind zwei neue Typen auf der deutschen Bühne: beide sind traurige Gestalten
- thematisch wird dargelegt, daß die Versittlichung des Menschen ohne den Einfluß des Sinnlichen undenkbar ist → Vorgreifen auf Schillers ERKENNTNIS der wirklichen ästhetischen FREIHEIT
- das Stück ist eine am Exempel des Hofmeisters durchgeführte und mit den Mitteln des plebejischen Bürgertums durchgeführte OFFENBARUNG des Adels
- die HANDLUNG wird durch Handlung vorangetrieben, nicht durch SPRACHE → es fehlt eine Verknüpfung, d.i. eine SCHWÄCHE des Stücks
- die Handlung ist bewußt TRIVIAL gesetzt, um die eigentlich tragische Person in komischen Verstrickungen deutlich zu machen → das ist die eigentliche LEISTUNG Lenzens
- komisch klingen die „Vorteile“ der Privaterziehung durch einen kastrierten Hauslehrer, einen Flagellanten der PÄDAGOGIK → diese tragikomischen Elemente sind neu in der Literaturlandschaft um 1770, gehen aber auf die Komödien des PLAUTUS zurück
- reflektiert auf „Die neue Heloise“, ein seinerzeit vielgelesenes BUCH, dessen Komplexheit jedoch in typischer STURM & DRANG-Manier abgewickelt wird: das eigentliche PROBLEM wird von einer Person aus entwickelt, die scheitert
- der Reflex zur GEGENWART wird gebrochen, indem Lenz die Einheit der ZEIT auflöst in ein Kontinuum
- scheinbare Harmonien sollen die tragische Entwicklung scheinbar abbiegen

Die Soldaten

- behandelt die Frage, wie das sexuelle Notstandsgebiet „Soldat“ gelöst werden könnte → die Soldaten durften während ihrer Dienstzeit nicht HEIRATEN, deshalb verführten sie die Bürgertöchter

lenz.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:16 (Externe Bearbeitung)