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theodizee

THEODICEE

- Die WELT ist nicht, wie sie sein sollte! (HERDER)
- Leibniz' Theodizee ist ein Meisterstück des Scharfsinns und des tiefen Denkers; aber am Ende beweist er weiter nichts, als daß auch die höchste KUNST nicht vermögend sei, eine BÖSE Sache zu verteidigen (JUNG-STILLING)
- sie muß eine förmliche Widerlegung aller Beschwerden des Gegners geben
- authentische Beurteilung der Welt, weil in unserem sittlichen WESEN der einzige Wert liegt, der überhaupt möglich ist → aller andere Wert hat keine Beziehung zu dem WORT Wert
- die Verteidigung der höchsten WEISHEIT des Welturhebers gegen die Anklage, welche die VERNUNFT aus dem Zweckwidrigen in der Welt gegen jene erhebt
Gott könnten folgende ÜBEL in der Welt vorgeworfen werden:

  1. das malum metaphysicum, die Endlichkeit
  2. das malum morale, das BÖSE
  3. das malum physicum, das LEIDEN

- die Theodizee ist gesetzt aus dem VERHÄLTNIS von menschlicher IMPUTABILITÄT und der Imputabilität des Weltgrundes als einer einzigen und freischaffenden Wesenheit → deswegen ist eine Rechtfertigung des Übels in der Welt als aus einem Verhältnis zu GOTT entspringend auch zum UNTERGANG verurteilt, das Übel kommt aus dem Menschen selbst, aus seiner Unberechenbarkeit (KANT)
- das GUTE und Böse ist durch UNS SELBST und durch das Zulassen Gottes
- Gott sah unendlich viele mögliche Welten vor sich und wählte unter diesen die wirkliche als die beste
- ohne Übel wäre keine FREIHEIT und keine Selbstbestimmung, keine TUGEND und kein Wohlbefinden möglich (LEIBNIZ)
- der Schaffende war GUT, er empfindet keinen NEID, will also, daß ihm alles selbst möglich ähnlich werde → das Werdende ist im SEIN, das Seiende im Werden → im ethischen Sinne will das Beste nie etwas anderes als ein Bestgelungenes, das im Werden ist (Platon)
- kein Platz für Theodiceedenken, da die Welt so wie sie ist ist; sie ist ERSCHEINUNG des göttlichen Geistes
- man darf die Leiden nicht als solche ansehen
- man muß seinen STANDPUNKT aus der Welt legen und sich dann dem wunderbar schaffenden All zuwenden (SHAFTESBURY)
- die VOLLKOMMENHEIT des Ganzen (STOA)
- Tout en Dieu → Emanationstheorie. Alle Werke Gottes sind Emanationen aus seinem Wesen, mithin nicht vollkommen. (VOLTAIRE)
Generalfrage: Wie kommt es, daß eine MACHT, die zugleich als allmächtig und gütig hingestellt wird, eine derartig irrationale Welt des unverdienten Leidens, des ungestraften Unrechts und der unverbesserlichen DUMMHEIT hat erschaffen können? (WEBER)
- unter ästhetischem GESICHTSPUNKT ist die Theodizee das Problem des Häßlichen, dessen Existenz in der Welt mindestens für menschliche Augen nicht geleugnet werden kann, wogegen das nihil est ordinatum quod non sit pulchrum gesetzt werden könne, was auf eine Äshetik des Unsichtbaren in bezug aufs Häßliche hinausliefe, denn in Gottes Schöpfung erhält alles seinen Platz, man muß den Kreis nur groß genug ziehen, um das Häßliche quasi auszublenden (Wehrli)

theodizee.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/28 16:24 (Externe Bearbeitung)