Navigation Unsere Assoziations-Datenbank; nicht nur zum Lösen von Schreibblockaden Zurück zur Startseite Hier finden Sie den richtigen Ansprechpartner Die Verantwortlichen und AGBs Aktuelle Informationen Unseren aktuellen und geplanten Projekte Nachhilfeunterricht Unsere kreative Textwerkstatt mit Literaturforum Unsere Publikationen Wir stellen uns vor
 

GENIE

- handelt in der Erkenntnis der Voraussetzungen, deren Maßstäbe es in sich trägt und hat darum immer Erfolg, und nicht bezeichnet umgekehrt die Geschichte das Genie, weil es Erfolg gehabt hat (Beumelburg)
- Unter Genie verstehe ich die geistigen Kräfte, die fähig sind, alle Gegenstände unseres Wissens zu durchdringen und ihre wesentlichsten Unterschiede zu erfassen. (Fielding)
- Typ des produktiven bürgerlichen Menschen, der nicht willens ist, sich dem verhaßten Zwang der feudalistischen Herrschaft zu beugen und alle Versuche protestierend zurückweist, ihn in streng gezogenen Standesschranken zu halten (Geerdts)
- der schaffende Geist für sich, auch außer und über dem Menschengeiste → bedarf der Demut, um zu empfangen (Goethe)
- Verbindung eines Charakters mit einem Talente (Grillparzer)
- führt das allein Gedachte zur Wirkung auf das Ganze zurück
- hat die Befriedigung des inneren Dranges zum Zweck (Humboldt)
- nach §77 der „Kritik der Urteilskraft“ ein archetypus intellectus, der ans Leben gebunden ist, nicht an die Kunstgeschichte (Kant)
- eine ästhetische Monade (Leibniz)
- kann man nicht haben, nur sein (Schlegel)
- dem Genie des Künstlers gelingt es, sich vom Willen zu befreien und die Natur rein und objektiv darzustellen (Rosenberg)
- monstrum per excessum (Schopenhauer)
- Günstling der Natur
- Träger durch schöpferisch und gelehrtem Wissen nicht weiterableitbarer Naturkräfte → Daseinsform mit zugleich kosmischer Komponente (Shaftesbury)
- Im 18. Jahrhundert zielte der Geniebegriff auf eine meritokritische Aufwertung des begabten Individuums gegen die Ständegesellschaft. Der „Geistesadel“ beanspruchte, gleichberechtigt neben dem „Geburtsadel“ zu stehen. (Sieferle)

deutsches Genie

- setzt das Problem erkenntnistheoretischen Denkens zuvörderst → führt zur Konstituierung vieler verschiedener Systeme
- die Aufklärer Moses Mendelsohn, Sulzer, Meier, Baumgarten wollen das Genie aus dem Gesamtaufbau des Menschen erklären
- Lessing nennt es einen Mikrokosmos, der die Welt gestaltend sichtbar macht
- Hamann und Herder deuten später das Genie als eigene und umfassende Totalität

Theorie des Geniebegriffs

- wurde von Schelling in der Philosophie der Kunst geleistet, wobei er sich gegen Goethes Auffassung stellte, der das Genie als Steigerung des Talents begriff, wobei es in der Goethezeit dreizehn verschiedene Auffassungen des Begriffs gab, den Herder eigentlich in die Sprache brachte
- Trennung zwischen Talent und Genie bei den Romantikern;
- Die Alten sprachen vom Genie weniger, ehrten aber und kultivierten es vielleicht mehr als wir. Die höhere Macht, die einen Menschen zur Hervorbringung seines Werkes belebt, das wir als unnachahmlich, als unerreichbar erkennen, aber mächtig oder sanft auf uns fühlen, diese auszeichnende Himmelsgabe nannten sie Geist (genius). Ein mit uns geborener Geist, daimon, vis animi divinior, von dem sie Kultur, Kunst, Fleiß so wenig ausschlossen, daß sie vielmehr ihn als Vater, Stifter, Beleber, Schutzgott aller Kultur und Menschenbelebung anerkannten, priesen, vereherten. (Herder)

 
genie.txt (641 views) · Zuletzt geändert: 2017/10/10 13:58 von aerolith
 
Recent changes RSS feed Creative Commons License Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki



Herzlich willkommen! Salve!

Die Benutzung ist kostenlos. Finanzielle Unterstützung für das wiki philosophica bitte per paypal an robert@vonwolkenstein.de schicken.

Viel Erfolg beim Suchen und viel Spaß!