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SPRACHE

- Wörter-Sukzessionen
- Ausdruck einer Psyche, die wiederum Gegenstand einer Erziehung durch Gott, also eines Werdens ist;
- sprechen oder schreiben aus einer objektiven Sicht betrachtet; eine Kette von Zeichen ohne Subjekt (Benveniste)
- wird nicht durch Willkür vermittelt, sondern bricht als unmittelbare Naturkraft aus dem verständigen Leben
- besitzt die Kraft, ins Leben einzugreifen und dieses anzuregen (Fichte)
- verwischt die Reinheit (des Gefühls) (Godard)
- steht in der Reihe der Künste, ist keine Wissenschaft (Goethe)
- stand einst auf einer Stufe der Urvollendung, die im Gegensatz steht zur späteren Ausbildung drei Perioden:

  1. einfach, kunstlos, voll Leben, sinnlich-ungetrübte Anschauung; nichts Bleibendes und keine Denkmale
  2. strebt nach Ungebundenheit des Gedankens (Grimm)

- Wesen: Stille
- ist kommunikativ, d.h. Mittel und dient der Verständigung
- ist Vehikel
- der Bereich, in dem der Mensch sich entfaltet
- der Ort, an dem sich die Realität ent-hüllt, sich unserer Anschauung öffnet - Strukturalismus
- Umschlag des Denkens bewirkend
- Primat der Hervorhebung des Unverborgenen
- Sagen des Seins, entspringt ihm und wird in ihrem Bezug zum Sein erfahrbar: das Wesenhafte der Sprache ist die Sage als die Zeige
- zum Ereignis gehörender Widerhall
- wird in der bisherigen Philosophie als vom Logos herkommend betrachtet und als dieser dem Menschen wieder zugeordnet (Heidegger)
- von ihr fangen Kultur und Vernunft an
- vermittelt das Licht des Verstehens (Herder)
- es gibt nur eine menschliche Sprache → die sich ewig wiederholende Arbeit des Geistes, den artikulierenden Laut zum Ausdruck des Geistes fähig zu machen
- Sprachen sind Werkzeuge, derer die geistige Tätigkeit bedarf, sind Bahnen, in denen der Geist fortrollt
- ist der Seele fremd, abhängig und gewirkt, andererseits aber auch unabhängig, weil objektiv einwirkend
- besitzt jene kommunikative Konstituente, die durch den Austausch mit fremdem Denken angestachelt, das eigene Denken befruchtet und zur Ausbildung befähigt
- führt den Menschen aus der unterentwickelten Empfindung in die lichten Höhen des Geistes und läßt auf den Nationalcharakter schließen (Humboldt)
- was das Sein im Begehren aushöhlt
- zerteilt die Ganzheit des Imaginären, ist ruhelos und zerstörend
- Eintritt in symbolische Ordnung (Lacan)
- steht im Dienste des Denkens, nicht nur begleitend, sondern verschafft ihm Grundlagen und fördert es fortschreitend ↔ Wechselwirkung zwischen Sprache und Denken
- man könne somit ein System des Wissens, more geometrico, schaffen, das zu einem des Denkens werden könne (Leibniz)
- Gegenstand einer nicht begriffenen Konvention
- Mantel der Lüge
- kann zum Vorurteil werden
- ist für sich metaphorisch (Nietzsche)
- tritt uns als Wesen physis und Brauch nomos des Menschen gegenüber → gehört zum Denken, ist dem aber untergeordnet (Platon)
- tierhafte Polarität → durch und durch systematisch
- unbewußter, lebendiger Ausdruck
- Raum und Angst (Spengler)
- eine drückende Fessel, das Grab der Herzenswut (Wackenroder)

deutsche Sprache

- der Künstler darf grammatische Regeln verletzen; Flickwörter wie Konjunktionen und Partikeln sind akzeptabel
- eine Einheitssprache wie das Obersächsische ist inakzeptabel (Goethe)
- Symptom der verkümmerten Seele in Deutschland (Nietzsche)

Die Entschlackung der Sprache

Eine Übung zu präziseren Denkabläufen

Wir bewegen uns im Rahmen der logischen Sprache und der Sprechakte.
Hier soll nun die Forderung aufgestellt sein, die Aussagesätze wieder auf Beziehungen zwischen real existierenden Subjekten (mit “Ich“-Bewußtsein) und ebenso real existierenden Objekten (ohne „Ich“-Bewußtsein) zurückzuführen.
Die Substantivierungen von Tätigkeiten oder Eigenschaften führen zu Scheinproblemen, da sie vorgaukeln, etwas, das nicht existiert, existiere. Nun gibt es aber tatsächlich Handlungen und Eigenschaften. Deren Denkraum ist aber der prozessuale des Stattfindens oder des im wechselnden Maße Vorhandenseins. Nicht die Statik des Seins an sich.
Ein Sprechen über Handlungen oder Eigenschaften müsste also ein gleichzeitiges Darstellen aller beweglichen Komponenten erfassen, einschließlich der Vergänglichkeit. Sprache ist aber Festlegung. Daher können über Handlungen und Eigenschaften keine wahren Aussagen getroffen werden. Natürlich aber bis zu einem gewissen Grade praktikable Annäherungen, die letztendlich auf Konsens beruhen, diesen aber erst herstellen müssen und doch nie wirklich können, weil sie eben nicht beweisbar wahr sind.
Subjekte oder Objekte kann ich aber durch Gewicht und ihre Raumverdrängung beweisbar messen.

Wenn ich hier selbst mit abstrakten Formulierungen und Substantivierungen in meiner Sprache noch zugange bin, so dient das der Kürze. Dahinter steht nicht die Meinung, das Vorgetragene existiere. Nein, es handelt sich um ein Stattfinden in mir, über welches ich schreibe um möglicherweise Konsens mit anderen Subjekten zu finden. Ich stehe mit diesen Überlegungen am Anfang. Nach theoretischer Durchdringung werde ich versuchen, meine logische (nicht die dichterisch-fiktionale!) Sprache danach zu entschlacken.

Für die Philosophie gilt: die Belegung der Subjekt und Objektstellen im Satz durch abstrakte Begriffe hätte nicht stattfinden dürfen. Oder: solche Aussagesätze sind in sich falsch.
Oder: alle diesbezügliche Philosophie ist eine Geistergeschichte, da sie Substantivierungen und Personalisierungen von Chimären künstlich erschafft. Sie ist damit nicht weniger irrational als die Vorstellung eines Regengottes oder einer Waldnymphe. Sie gehört damit in den Bereich des Fiktionalen, ist also Dichtung. Auch die zugehörigen Definitionen sind es. Das ganze dazugehörende Gedankengebäude. Das Gefährliche daran ist die Scheinlogik, mit der diese Behauptungen vorgetragen werden. Diese Logik zerfällt zu nichts an den Subjekt- und Objektstellen ihrer Aussagen.

Auch alle vermeintliche Dialektik, die der Scheinlogik eine verneinte Gegen-Scheinlogik entgegnet, muss daher zu Scheinsynthesen führen. Deshalb liebe ich den Satz vom Gegebenen Dritten. Er zeigt den Schein wenigstens auf.

Was die Scheinlogik inklusive Dialektik am gefährlichsten macht, ist die Ausblendung von Alternativen, das Ausblenden also von Gegebenem Dritten, Vierten, Unendlichen. Hier ist die Anerkenntnis des fiktionalen Raumes mit seinen phantasievollen Wundern nicht zu schlagen. Nur die Phantasie nämlich vermag es, Handlungen und Eigenschaften in ihrer Dynamik zu erfassen, damit in ihren unzähligen Formen des Stattfindens und der Wandlungen. In einem multifunktionalen Zusammenwirken auch, welches durch beständige Mischungen Neues hervorzubringen in der Lage ist. Eine unendliche Vielzahl von alternativen Möglichkeiten, über die sich Subjekte in der Regel nicht klar werden, weil sie der Enge der Scheinlogik aufsitzen, die Weite der Traumwelten nicht für Stattfinden halten. Genau umgekehrt aber verhält es sich: die Weiten des Traumwelten finden statt, sobald die Enge der Scheinlogik verlassen ist, deren einzige Weitung durch die Dialektik begrenzt und auf eine systemimmanente Synthese gerichtet sein konnte. Damit kann aber nur der Sprung von Quantität in Verdichtung gelingen, nicht aber der Sprung von Quantität zu Qualität. Eine neue Qualität kann nur durch multikausale Mischungen entstehen, nicht durch Destillation des Alten.
(Dies scheint mir auch der Vorwurf an das Evolutionsmodell zu sein: durch Auslese wäre nur das verbesserte oder beste Alte zu gewinnen, nicht aber eine neue Gattung als neue Qualität. Da wir Gattungspaarungsmix nirgends als vorherrschendes Prinzip feststellen können im Bereich der Subjekte halte ich den Gedanken der Evolution für falsch. Das nur nebenbei.)

Sprachliche Aussagen im Bereich der Philosophie und des Denkens sollten sich daher auf die Sätze beschränken, die mit existierenden Subjekten und Objekten auf der Subjekt- und den Objektstellen im Satzgefüge beschränkt sind. Nur in diesem Bereich sind wahre Aussagen (annäherungsweise, aber nicht fingiert) zu treffen.

Der weite Bereich der nicht gerechtfertigten Substantivierungen und damit Personalisierungen auch von Abstrakta gehört in den Raum der Fiktion.

Auch und gerade also die Naturwissenschaften, die über die Grundlage ihrer Forschungsgegenstände keine Aussagen machen können. Der diesbezügliche Positivismus kann sich selbst nicht beweisen. Es bleiben reine Fitkionen die mehr oder weniger zufällig funktionieren, Interimsmodelle der Vorstellung, bis sie durch ein besseres Modell abgelöst werden können. Näherungen, die der Phantasie ausgesetzt werden und bleiben müssen, die allein zur Schaffung neuer Modelle auch fähig ist.

Erst recht natürlich die Kreativität und die Kunst, auf deren Beiträge der Fiktionsbereich entscheidend angewiesen ist.

In allem fiktiven Bereich ist es nötig, sich der Relativierung von Behauptungen über das Nicht-Existente bewusst zu sein. Sich bewußt zu sein, daß hier nur ein Meinungsaustausch erfolgen kann, über den zu streiten sich nicht lohnt, aus dessen Miteinander jedoch taugliche Problemlösungen per Konsens gefunden werden können. Sicherheiten gibt es hier nicht. Aber eine unausschöpfliche Zahl an Alternativen. Hier geht es darum, sie zu finden und zu optimieren, einschließlich der Bereitschaft, sie für noch bessere lustvoll und nicht beleidigt und rechthaberisch jederzeit aufzugeben, sie loszulassen. Ein Lob also auch für das friedenstiftende „agreement to disagree“, für „Konkurrenz belebt das Geschäft“ und „das Bessere möge sich durchsetzen, nicht mit Gewalt, sondern durch seine Überzeugungskraft“.
Aus dem Bewußtsein, sich jederzeit irren zu können und die vertretene Position jederzeit aufgeben zu müssen, nein zu dürfen: lustvoll, ergibt sich ganz klar ein Verzicht auf Gewalt, ein „Gewaltverbot“.

Die Entschlackung der Sprache könnte also zu einer Entschlackung des Denkens und damit einer Bewußtwerdung der jederzeitigen Fehleranfälligkeit werden, die eine der Wurzeln der Gewalt: selbstherrliche Rechthaberei trocken legt.

Die ständige selbstreferentielle Relativierung des Behaupteten arbeitet dem stufenweisen sanften Wechsel zu, denn Konsensbildung erfordert Zeit, auf die der diktatorische Paradigmenwechsel verzichten zu können glaubt. Selbst wo er sich auf richtiges Problemlösungsverhalten berufen dürfte, kommen die Subjekte nicht nach. Das politische Auslöschen einer Interessengruppe durch die andere, viel zu oft im Lauf der Geschichte verbunden mit der physischen Auslöschung, rührt auch aus der Mißachtung dieses zur Konsensbildung nötigen Zeitablaufs.
Die Einräumung von Proberäumen auch für politische Modelle, die ja fiktionale sind, wäre also die analog zu den naturwissenschaftlichen Experimenten angemessene Handlung.

Schlösse man durch das entschlackte Denken neben dem Gewaltverbot noch auf ein daraus zwingend folgendes Freiheitsgebot, so wäre für den politischen fiktionalen Raum die vollkommene Ein- und Ausreisefreiheit in die jeweils vorhandenen Proberäume - und das wären schließlich alle Staaten - schon um der Durchführung des Experiments willen erforderlich, denn die betroffenen Subjekte müssten letztendlich den Konsens finden, welches Modell das bessere sei. Da auch hierzu Zeitablauf erforderlich ist und nicht nur die Kenntnisnahme von einem Modell, sondern von mehreren, wäre die globale Migration von Mernschen nicht nur die, wie jetzt, als von außen aufgezwungen empfundene Problematik, sondern geradezu notwendige Voraussetzung für dieses selbstreferentielle fiktionale Modell. (Bummel-Vohland)

Geheimnis der Sprache

Das Geheimnis der Sprache ist groß; die Verantwortlichkeit für sie und ihre Reinheit ist symbolischer und geistiger Art, sie hat keineswegs nur künstlerischen, sondern allgemein moralischen Sinn, sie ist die Verantwortlichkeit selbst, menschliche Verantwortlichkeit schlechthin, auch die Verantwortung für das eigene Volk, Reinerhaltung seines Bildes vorm Angesicht der Menschheit, und in ihr wird die Einheit des Menschlichen erlebt, die Ganzheit des humanen Problems, die es niemandem erlaubt, heute am wenigsten, das Geistig-Künstlerische vom Politisch-Sozialen zu trennen und sich gegen dieses im Vornehm-‚Kulturellen’ zu isolieren; diese wahre Totalität, welche die Humanität selber ist und gegen die verbrecherisch verstieße, wer etwa ein Teilgebiet des Menschlichen, die Politik, den Staat, zu ‚totalisieren’ unternähme. (Mann)

griechische Sprache

- von allen indogermanischen Idiomen das grammatisch ausgebildetste, der inneren Logik des menschlichen Gehirns angemessenste (Ranke)

keltische Sprache

- gehört zu den indogermanischen Sprachen → iritierend ist das verschwundene –p- , außer vor - t und –s gegenüber anderen idg. Sprachen
- zahlreiche Übereinstimmungen in der Laut- und Formenlehre zum Lateinischen

  • Passiv- und Deponentialendung –r
  • das mit –b- gebildete Futurum
  • der mit –a- gebildete Subjunktiv
  • die Endung im Genetiv Singular der o- Stämme ist zumeist –i
  • Übereinstimmung des Superlativs auf –is- am- o-

Dialektgruppe, das Q-Keltische

- das Labiovelar kw lebt weiter
- aus dem indogermanischen –p entstanden und in dieses nicht wieder zurückverwandelt
- Bewußtsein bei den Grenzstämmen, Südwestwales, ab 900 durchaus vorhanden

Dialektgruppe, das P-Keltische

- aus dem indogermanischen p der Protokelten wurde das kw, daraus wieder das p
- erstmals von Cormac festgestellt, daß es zwei keltische Sprachgruppen geben müsse

Formenlehre

- archaische Elemente neben kühnen Neuerungen
archaisch: es gibt keinen Infinitiv, die durch Verbalnomina in verschiedenen Deklinationsklassen ersetzt wurden
- sie unterscheiden in den Zahlwörtern männlich und weiblich
- kein Verbum für habenist zu mir
erneuernd: Kasi sind auf sieben/fünf, goidelisch, reduziert; in Britannien verschwindet die Deklination völlig, in Irland blüht sie
- kein Genetiv im Britannischen
- Zählen im Vigesimalsystem (Zwanziger → 40=20*2; 50=10+2*20…), besonders im Kymrischen
- Verba sind durch Präfixe überbetont in ihrer Bedeutungsabwandlung → starke Bedeutung auch von Präpositionen, alles, was vornangestellt werden kann

Syntax

- Wortstellung! → P-S-O-Stellung (Joda in Starwars spricht so)
- im Fragesatz wird dann ein Präverbum vorangestellt, zumeist als konjugierbares Präfix bei einem Verb
Er, welcher liest das Buch gern; Gern ist es, daß liest er das Buch..

sozialkognitiver Kern

- Sprache dient zugleich der Kommunikation miteinander und der Darstellung von etwas

poetische Sprache

Sprache ist geformter Stoff. Die uns umgebende Welt prägt unser Bewußtsein, tritt hinzu zu dem Vorgeprägten, das uns überkommen ist. Ein gegenseitiges Geben und Nehmen: Über Sprache wird Welt ergriffen und geformt, durch die Welt wird Sprache greifbar und formlos-formbar. Dieser Doppelcharakter läßt viele zu der Ansicht kommen, Sprache sei unlotbar, ihr Wesen das Schweigen, ihr Nutzen gegenständlich etc. pp.
Genauer: Man kennt heute zwei Bildungsmuster von Sprachen, das analytische und das synthetische. Analytisch nennt man die einfache grammatische Dürftigkeit; jene ohne Reduplikation, die sich auf Sprachen beschränkt, die Derivate sind, weil sie nicht in fortgesetzter Entwicklung sind. Es sind Sprachen, die vermischt wurden aus mehreren Sprachen - das Englische und Persische u.a. Im Gegensatz dazu steht die synthetische Sprachbildung, die dann wirkt, wenn in einer Sprache durch Suffigierung u.a. ein Substantiv gebildet wird, wobei das Suffix das materielle Zeichen der Beziehung des Begriffs auf die Kategorie des Substantivs ist - Deutsch oder Sanskrit. Das ist ganz sachlich gesprochen und berührt das Geheimnis der Sprache kein bißchen.

Das wiederum ist unsachlich, mehr aus einem gefühlten Impetus heraus geworfenes Selbstverständnis. Aber darum geht es hier, um Selbstverständnis! Die Sprache ist der Zeit und dem Raum unterworfen. Sie ändert sich, hat Feinde und Freunde, muß sich gegen Barbarismus, Soloecismus und den uneigentlichen Gebrauch ihrer Bedeutungsträger wehren und gleichermaßen durch ihre Freunde nicht überinterpretiert werden. Deren Maßlosigkeit führt dann zum Schweigen. Beginnen wir mit der Suche danach, was Sprache ist und untersuchen eines ihrer Phänomene, Ewigkeit der Sprache: Jede Sprache hat ihre Blütezeit, was bedeutet, daß nachfolgende Generationen sich daran orientieren, ihre eigene Sprachbegabung ausrichten und Realitäten zu verewigen suchen. Man nennt dieses Reifestadium der Sprache Klassik, und diese Klassik liegt zumeist hinter dem Sprachnutzer. Das Hinterunsliegende aber ist auch ein Auftrag. Wer’s ernst meint, der forscht, lebt dann quasi in zwei Welten, wird so zu einem Menschen, der in sich verschiedene Zeiten vereinigt. Der Dichter lebt in verschiedenen Welten, verschiedenen Räumen, verschiedenen Zeiten. Es ist ein Phänomen, daß eine Zeit, eine Realität in Sprache verewigt bleibt. Ein Nachgeborener kann die alte Sprache aufgreifen, sich in sie hineindenken oder -fühlen, in ihr leben und wird ein Mensch, der in sich verschiedene Zeiten vereinigt. In diesem Augenblick begreift er etwas von der Unsterblichkeit ; es ist unser großes Pfand, eben das Vergangene über Sprache in uns aufnehmen zu können!
Hier ist wichtig, daß dieser Sinnsucher in der Sprache ebenso in der Vergangenheit wie der Gegenwart heimisch ist. Das heißt, Sprache ist nicht primär der Realität einer Zeit unterworfen, vielmehr findet sich in der Sprache die Realität einer Zeit! Und so kann durch Erforschung einer Zeit, der alle Teilhabe vorausgeht, diese nicht nur begriffen werden, sondern sie kann auch wieder auferstehen. Poetisch! Sprache ist der eigentliche Former des Stoffes, nicht ein gesellschaftlicher Umstand, nicht eine Laune der Natur, nicht ein historischer Umstand. Genauer: Sprache ist ihrer Natur nach zeitlos, der Stoff aber ist zeitlicher Natur, kontextbezogen.
Heute wird auf den Bühnen, im Fernsehen und Kino ein seltsamer Realismus gegeben. Er befragt sich selbst, verlangt dies und wird in der Öffentlichkeit daran gemessen, wie kritisch er sich selbst sieht. Aber eine Alternative wird nicht gesetzt, die sich so nennen, schieben Phantasie in eine Fabelwelt mit dem Recht des Stärkeren, setzen keine Freiheit, trotzen nicht dem Gegenwärtigen, dem Gängigen, dem Muster.
Realismus wird so geistlos, bewegungslos, verharrt. Der Geist nun ist das große Gefäß, in dem sich Sprache und Stoff tummeln. Ist es nicht der Geist, der das letzte Wort spricht?

primitive Sprachen

- einsilbige Wörter ohne Zwischenelemente, Flexionselemente → Wurzelsprache, d.i. die Sukzession des anschaulichen Denkens
- Negerstämme umschrieben noch um 1900 abstrakte Begriffe mit Handlung und Eigenschaften (Wundt)

Beispiele

  • bringen → gehen nehmen kommen geben
  • Griffel → Stein ritzen etwas
  • Küche → Platz kochen etwas
  • Nagel → Eisen Kopf breit
  • WestenSonne setzen Platz

Problem jeder Sprache

- die Diskrepanz zwischen dem Gesagten und dem Gefühl der Erzeugung → wird von jeder Nation unterschiedlich wahrgenommen

  • die Deutschen → individualisieren die innere Empfindung
  • die Griechen → versuchen die innere Empfindung in die äußere Form zu gießen
  • die Inder → Begrifflichkeit; Sondierung von Begriffen, Aufzählung (Humboldt)

 
sprache.txt (1420 views) · Zuletzt geändert: 2017/04/14 07:46 von aerolith
 
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